- Betrachtet wird, wie sich verschiedene Schuhtypen auf die Spieleentwicklung auswirken und wie Spiele damit umgehen
- Insbesondere High Heels können in Spielen Einfluss auf Größe, Haltung, Animationen, Kollisionsabfrage und Audio von Figuren haben
Problem mit der Körpergröße
- Unterschiedliche Körpergrößen von Figuren verursachen zusätzlichen Entwicklungsaufwand
- In Dragon's Dogma 2 wird eine Kussszene zwischen Figuren unterschiedlicher Größe dynamisch in der Animation angepasst
- Beim Tragen von High Heels entsteht eine neue Bone-Position → die Hand einer Figur kann dadurch einen Knopf möglicherweise nicht exakt drücken
- Änderungen der Größe können sich auch auf Kollisionsvolumen auswirken, sodass in kompetitiven Spielen eventuell die Hitboxen aktualisiert werden müssen
Lösung A: „Größe anpassen“
- 1. Dem Zufall überlassen
- In manchen Spielen sind Interaktionen selten, sodass Größenunterschiede kein großes Problem darstellen
- In Infinity Nikki gibt es selbst bei rund 10 cm Größenunterschied meist keine größeren Probleme
- Bei präzisen Interaktionen (z. B. Händchenhalten, Umarmen) können jedoch Probleme auftreten
- 2. Manuelle Bearbeitung
- Es ist möglich, einzelne Animationen für verschiedene Schuhtypen zu erstellen
- Beispiel: Golf-Schwung-Animation → funktioniert nur, wenn keine High Heels getragen werden
- Wenn keine manuelle Korrektur erfolgt, kann die Animation unnatürlich wirken
- 3. Einsatz dynamischer Systeme
- Mit einem IK-System (Inverse Kinematics) lassen sich Animationen in Echtzeit korrigieren
- Beispiel: Streift eine Figur an einer Wand entlang, wird die Hand so angepasst, dass sie die Wand exakt berührt
- Besonders nützlich bei Händchenhalten oder anderen präzisen Interaktionen
Lösung B: „Umgehungsstrategien“
- 1. Verstecken
- Die Füße werden in der Schuhsohle verborgen, um Änderungen der Körpergröße zu vermeiden
- 2. Beinlänge verkürzen
- Die Unterkörperlänge wird reduziert, damit die Körpergröße der Figur konstant bleibt
- Beispiel: In Sims 4 wird die Beinlänge auch in sitzender Haltung verkürzt
- 3. Beine beugen
- Die Beine werden leicht angewinkelt, um die Körpergröße zu verringern
- Beispiel: In 3D Sex Villa 2 beugen Figuren beim Küssen die Beine, damit die Lippen auf gleicher Höhe sind
Haltungsproblem
- High Heels verändern nicht nur die Größe → sie verändern die gesamte Haltung
- Das Becken kippt nach vorn, die Wirbelsäule krümmt sich, und das Gesäß wird betont
- Erforderlich sind Fußrotation, Beckenneigung und eine Verlagerung des Körperschwerpunkts
Animationsproblem
- High Heels verändern auch die Art zu gehen → die Schrittlänge wird kürzer und die Bewegung wirkt geschmeidiger
- 1. Bestehende Animationen wiederverwenden
- Die meisten Spiele verwenden selbst mit High Heels weiterhin bestehende Animationen für flache Schuhe
- Beispiel: Eigene Geh-Animationen für High Heels gibt es in Skyrim nur in Mods
- 2. „Normales Gehen“ zulassen
- Es kann so eingestellt werden, dass auch mit High Heels normal gegangen werden kann
- Beispiel: In Infinity Nikki werden nicht für jedes Paar Schuhe eigene Animationen verwendet, sondern ähnliche grundlegende Geh-Animationen
Optimierungsproblem
- Wenn Schuhe die Beine verdecken, kann zur Optimierung das innere Bein-Mesh entfernt werden
- In Saints Row werden die Polygonen der Beine je nach Schuh unterschiedlich verarbeitet
- In Cyberpunk 2077 bleibt unabhängig von den Schuhen das vollständige Bein-Mesh erhalten
Audioproblem
- High Heels beeinflussen auch die Gehgeräusche
- In Cyberpunk 2077 klingen Schritte auf High Heels, barfuß oder in Stiefeln unterschiedlich
- In kompetitiven Spielen besteht das Risiko, dass High-Heel-Geräusche die Position eines Spielers verraten
Ideen für zusätzlichen Aufwand
- Echtzeit-Muskel-Simulation hinzufügen → Umsetzung der angespannten Wadenmuskulatur durch High Heels
- Langfristige Gesundheitsprobleme berücksichtigen → Gelenkschäden, Verdickung von Nervengewebe usw. durch das Tragen von High Heels
- Einen Effekt hinzufügen, bei dem Absätze je nach Untergrund einsinken
- Kampfleistung beim Tragen von High Heels verbessern → größere Trefferreichweite, dafür 5 % zusätzliche Sturzchance
Zusammenfassung
- Verschiedene Schuhtypen können die Größe einer Figur und die Ausrichtung der Füße verändern
- Außerdem können Schuhtypen Haltung, Gang und Schrittgeräusche beeinflussen
- Wenn präzise Interaktionen mit der Umgebung oder NPCs nötig sind, braucht es Lösungen für Größenänderungen
- Je nach Schuhtyp unterscheiden sich Größe, Haltung, Animationen, Kollisionsabfrage und Audio
- Lösungen: manuelle Korrekturen, Einsatz eines IK-Systems, Anpassung der Beinlänge usw.
- Durch High Heels verändertes Gehen → in den meisten Spielen werden dennoch bestehende Geh-Animationen wiederverwendet
- Audio-, Clipping- und Optimierungsprobleme müssen gelöst werden
- Das Gehen auf High Heels erfordert feinere Anpassungen als das Gehen mit flachen Schuhen
Historischer Hintergrund
- Ursprünglich wurden High Heels zuerst von Männern getragen → sie sollten Männerkleidung maskuliner wirken lassen
- Später wurden High Heels von Frauen übernommen und etablierten sich als die heutige Mode
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