- Am 26. Februar 2025 kündigte Jeff Bezos, Eigentümer der Washington Post, an, den Opinion-Bereich der Zeitung so umzubauen, dass er „individuelle Freiheit“ und den „freien Markt“ unterstützt.
- Infolge dieser Veränderung entschied sich der Redakteur David Shipley, der 2022 aus dem Meinungsressort von Bloomberg geholt worden war, zum Rücktritt.
- In einem Memo an die Mitarbeitenden schrieb Bezos: „Wir werden jeden Tag Beiträge verfassen, die die beiden Säulen individuelle Freiheit und freier Markt unterstützen und verteidigen.“
- Bezos bezeichnete die bisherige
op-ed-Praxis, unterschiedliche Perspektiven anzubieten, als überholt.
Interne Reaktionen und Schock in der Redaktion
- In einem einstündigen Treffen mit den Autorinnen und Autoren des Opinion-Bereichs sagte Shipley, er habe die künftige Richtung nicht gekannt.
- Shipley sagte, er habe sich einen „breiteren und pluralistischeren Raum“ gewünscht, während Bezos einen „fokussierten Meinungsbericht“ angestrebt habe.
- Bezos rechtfertigte seine Entscheidung in dem Memo und betonte, dass wirtschaftliche Freiheit und Freiheit insgesamt eine große Rolle für den Erfolg der USA gespielt hätten.
- Die Entscheidung löste innerhalb der Zeitung Schock und Verwirrung aus. Nachdem leitende Nachrichtenredakteure ihre Sorgen geäußert hatten, bekräftigte Chefredakteur Matt Murray, dass Bezos nicht beabsichtige, sich in die Nachrichtenberichterstattung einzumischen.
- Der stellvertretende Redakteur David Maraniss erklärte, solange Bezos Eigentümer sei, werde er dort nicht mehr schreiben.
- Die ehemalige leitende Managing Editor Cameron Barr kündigte auf LinkedIn an, ihre Beziehung zur Washington Post zu beenden.
Bezos’ neuer Ansatz und die Unterschiede zu früher
- Während der ersten Trump-Regierung unterstützte Bezos die konsequente Berichterstattung der Zeitung. In dieser Zeit übernahm die Washington Post das Motto „Democracy Dies in Darkness“.
- Im Oktober 2024 entschied Bezos jedoch, die Präsidentschaftsempfehlung für Kamala Harris zurückzuziehen, woraufhin Hunderttausende Abonnentinnen und Abonnenten ihr Abo kündigten.
- Shipley teilte Bezos mit, dass der neue Ansatz das Versprechen der Washington Post verletzen würde, die Mächtigen zu kontrollieren.
Ein Opinion-Redakteur in schwieriger Lage
- Während Shipleys Amtszeit gewann der Opinion-Bereich zwei Pulitzer-Preise und zwei Loeb Awards und erwarb sich damit Ansehen.
- Durch Bezos’ jüngste Entscheidungen, darunter der Rückzug der Harris-Unterstützung, wurde seine Position jedoch deutlich geschwächt.
- Shipley wurde von Bezos angeboten, den Opinion-Bereich in seiner neuen Ausrichtung zu leiten, lehnte dies jedoch ab.
- Bezos lobte Shipley in dem Memo und erklärte, er habe ihm die Gelegenheit gegeben, den umgestalteten Bereich zu führen.
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