- Viele Gründer glauben an Dinge wie diese:
- „Wenn man eine Audience aufbaut, lässt sich leichter verkaufen.“
- „Wenn man wertvolle Inhalte veröffentlicht, kommen Kunden von selbst.“
- „Content ist eine Methode, Vertrauen aufzubauen.“
- Aber all das ist ein Irrtum: „Kein Startup ist je gescheitert, weil es keinen Blog hatte.“
- Gibt es auch nur ein wachstumsstarkes Startup, das gescheitert ist, weil ihm eine Content-Marketing-Strategie fehlte?
- Unmöglich, so einen Fall gibt es nicht
- Die wahren Gründe, warum Startups scheitern:
- Sie finden keinen Product-Market-Fit
- Sie setzen ihr Geld ineffizient ein
- Eine Kombination aus finanzieller Instabilität und operativen Problemen
Die Probleme von Content-Marketing
1. Nicht Content, sondern das Produkt ist das wichtigste Asset
- Die besten Startups brauchen kein perfektes Content-Konzept, sondern ein herausragendes Produkt
- Beispiele erfolgreicher Startups:
- Tesla: Nicht Elon Musks Tweets kamen zuerst, sondern ein starkes Produkt
- Superhuman: Nicht SEO-Optimierung, sondern reale Leistungsfähigkeit war der Erfolgsfaktor
- Notion: Nicht ein Newsletter, sondern hervorragende Usability war der Schlüssel zum Wachstum
- Ein gutes Produkt bringt Menschen dazu, von selbst darüber zu sprechen
- Wenn das Produkt großartig ist, muss man es nicht extra mit Canva-Grafiken bewerben
- Wenn man den Wert des Produkts erst durch Content erklären muss, sollte man den Wert des Produkts selbst noch einmal kritisch prüfen
2. Content-Marketing schwächt die eigentlichen Stärken von Gründern
- Technische Gründer sind nicht im Schreiben am stärksten, sondern darin, Produkte zu bauen
- Wer aber auf Content-Marketing setzt, muss:
- in einem hart umkämpften Internetmarkt mit Medienunternehmen konkurrieren
- sich auf unnötigen Wettbewerb einlassen, statt die eigenen Stärken auszuspielen
- Gründer sollten sich auf die Produktentwicklung konzentrieren und nicht in einen Schreibwettbewerb geraten
3. Es wird zu einer passiven Strategie
- Content-Marketing ist ein Spiel des Wartens:
- Einen Artikel schreiben
- Veröffentlichen
- Auf Traffic warten
- Hoffen, dass irgendjemand konvertiert
- Am Ende entsteht die falsche Vorstellung, man brauche einfach noch mehr Content
- In Wirklichkeit passiert jedoch gar nichts
- Das Beispiel Airbnb:
- Statt einen Blog zu schreiben, konzentrierte sich das Unternehmen darauf, ein reales Problem zu lösen
- Um das Check-in-Problem der Kunden zu lösen, fotografierte man Unterkünfte selbst
- Nicht Content, sondern Handeln löste das Problem
4. Man jagt den falschen Zielen hinterher
- Mit Content-Marketing verschieben sich die Erfolgsmetriken:
- Statt des Kontostands misst man Social-Media-Reichweite
- Statt des Wachstums realer Nutzer analysiert man Newsletter-Abonnenten
- Statt Marktanteilen achtet man auf die Zahl der Kommentare
- Traffic ≠ Wachstum
- Wichtig sind nicht Aufmerksamkeit und Engagement, sondern echter Umsatz und Kundengewinnung
5. Es schwächt die Marke
- Viele glauben, viraler Content stärke eine Marke, aber in Wahrheit ist oft das Gegenteil der Fall
- Wer für Viralität Trends hinterherläuft, verwässert die Identität der Marke
- Um Algorithmen zu gefallen, opfert man Markenwerte
- Eine starke Marke folgt nicht Trends, sondern hält an ihrer eigenen Position fest
So funktioniert Inbound-Marketing ohne Content
1. Zuerst prüfen, ob Content überhaupt nötig ist
- Bevor man einen Blog startet, sollte man sich Folgendes fragen:
- Suchen Kunden nach Informationen, bekommen sie diese aber nicht leicht?
- Verhindert Wissensmangel den Kauf?
- Monopolisieren Wettbewerber die verfügbaren Informationen?
- Wenn die Antwort auf alle drei Fragen „Ja“ lautet, ist Content-Erstellung sinnvoll
- Wenn nicht, ist sie Zeitverschwendung
2. Probleme direkt lösen, statt nur Informationen zu liefern
- Statt Kunden Informationen beizubringen, sollte man ein Produkt anbieten, das das Problem direkt löst
- Beispiele:
- Statt eines Blogposts ein kostenloses Tool entwickeln
- Verkünden: „Wir wollten 20.000 Dollar für diesen Content ausgeben, bauen stattdessen aber ein kostenloses AI-Tool für unsere Kunden.“
- Dann teilen Menschen das Produkt ganz natürlich weiter
3. Viralität auf andere Weise als mit Content erzeugen
- Nicht mit Content, sondern mit kreativen Mitteln Aufmerksamkeit erzeugen
- Gewagte Marketing-Stunts ausprobieren
- Beispiele:
- Auf X (früher Twitter) bewusst Kontroversen auslösen
- Vor dem Büro eines Kunden mit einem Schild für das Produkt werben
- Ziel: Menschen dazu bringen, jetzt sofort über das Produkt zu sprechen
- Wirksamer als ein in sechs Monaten SEO-optimierter Blogpost ist unmittelbar erzeugte Aufmerksamkeit
Fazit: „Warum vermarktet ihr euch so ängstlich?“
- Gründer müssen nicht den bestehenden, sicheren Marketingmustern folgen
- Statt sich auf Content zu verlassen, sollten sie durch direktes Handeln die Aufmerksamkeit des Marktes gewinnen
- Innovation entsteht nicht dadurch, Regeln zu befolgen, sondern dadurch, Dinge zu tun, die sonst niemand tut
6 Kommentare
Ich glaube, gemeint ist, dass ein Blog unter den vielen Marketingmethoden nicht unbedingt die beste Wahl ist. Aber die Alternativen sollen dann wohl sein, mit einem Schild vor dem Büro des Kunden zu stehen und Werbung zu machen oder auf X zu streiten – das finde ich schon etwas fragwürdig.
Ich kenne Unternehmen, die langfristig in SEO investiert haben, dadurch den organischen Traffic erhöhten und damit stabile Umsätze erzielen, also kann ich das nachvollziehen, aber spontan voll zustimmen fällt mir schwer.
Natürlich ist ein gescheitertes Startup nicht deshalb gescheitert, weil es keinen Blog hatte….
Wer könnte überhaupt die Ursache für das Scheitern eines gescheiterten Startups eindeutig definieren?
Wenn das Produkt gut ist, braucht man natürlich keinen Blog.
Nach derselben Logik braucht man bei einem guten Produkt auch kein Marketing und keinen Vertrieb.
Das ist ein typischer unlogischer Text, der den Irrtum begeht: „Das Fehlen von Beweisen ist ein Beweis für das Fehlen.“
Ich verstehe die Absicht, aber trotzdem ist der Titel so falsch, dass er das Wesentliche auf irreführende Weise verzerrt.
„Es gibt keinen Prüfling, der gescheitert ist, weil er nicht geschlafen hat.“
„Es gibt kein Unternehmen, das gescheitert ist, weil es kein gutes Büro hatte.“
„Es gibt keinen Menschen, der früh gestorben ist, weil er keine Nahrungsergänzungsmittel genommen hat.“
Davon könnte man wohl dutzendweise machen.
Auch der Autor des Originaltexts sollte vielleicht erst einmal über eine vernünftige Logik nachdenken, bevor er so etwas bloggt, sonst geht er am Ende selbst noch unter.
Ich hatte ein ähnliches Gefühl bei Galaxy, das von Künstlicher Intelligenz getrieben wenig attraktive Funktionen einbaut.
Besonders das Galaxy S24 vom letzten Jahr war im Kern, nämlich bei der Produktleistung, äußerst enttäuschend.
Man muss wohl gut Aufmerksamkeit erregen.
Sehe ich genauso. Wenn ich jeden Tag LinkedIn anschaue, merke ich, wie sich der Wettbewerb um Inhalte verschärft. Es ist schwer, Produktgeschichten zu finden.