- Anfang 2022 entdeckte man Unregelmäßigkeiten in den Jazz-Playlists von Spotify und begann, sie zu untersuchen.
- In den Jazz-Songs tauchten seltsame Künstler auf, weshalb Fragen nach deren Herkunft und tatsächlichem Bestehen aufkamen.
- Viele der Künstler stammen aus Schweden; einige sind unter über 500 verschiedenen Namen aktiv und melden gewaltige Streaming-Zahlen.
Das Problem der "Fake-Künstler" bei Spotify
- Die Songs in Spotifys Jazz-Playlists erwiesen sich als dieselben Titel.
- Derselbe Titel wird unter verschiedenen Künstler- und Songnamen abgespielt, oft mit Bezeichnungen, die wie von einem Zufallstextgenerator klingen.
- Es gibt den Verdacht, dass Spotify damit Lizenzgebühren senkt und den Gewinn maximiert hat.
Interne Programme und Spotifys Gewinnstrategie
- Spotify betreibt intern das Programm "Perfect Fit Content (PFC)", über das kostengünstige Musik aktiv auf der Plattform beworben wird.
- PFC richtet den Fokus auf Genres wie Jazz, Ambient, Klassik, Electronic und Lo-Fi-Beat, die sich leicht als Hintergrundmusik nutzen lassen.
- Es wird behauptet, dass einige Musiker auf ihre Umsatzrechte verzichten mussten, um die Lizenzgebühren zu senken.
Ergebnisse der Recherche von Liz Pelly
- Journalistin Liz Pelly hat die schwedischen Fake-Künstler direkt recherchiert und interne Spotify-Dokumente, Interviews mit Ex-Mitarbeitern sowie Slack-Nachrichten beschafft.
- Spotify arbeitet mit Produktionsfirmen zusammen, um günstige Musik zu erstellen und zu bewerben und diese bevorzugt in Playlists zu platzieren.
- Dadurch wurden Vorwürfe einer unlauteren Behandlung echter Musiker und Labels auf der Plattform verstärkt.
Notwendigkeit von industrieller und rechtlicher Reaktion
- Der Fall ähnelt dem Payola-Skandal der 1950er Jahre, doch heute wird das Problem rechtlich deutlich ausgefeilter behandelt.
- Der Autor betont die Forderung nach einer Parlamentsuntersuchung sowie nach juristischer Transparenz bei ethischen Verstößen von Musikstreaming-Plattformen.
- Spotify wird dafür kritisiert, ein Musikökosystem geschaffen zu haben, das von Technik-Bürokraten dominiert wird.
Alternative Vorschläge für die Musikindustrie
- Es wird die Notwendigkeit einer kooperativen Streaming-Plattform gefordert, die von Labels und Künstlern getragen wird.
- Der Autor argumentiert, dass es ein Fehler der großen Labels ist, Plattformen wie Spotify zu vertrauen, und fordert den Aufbau von Alternativen.
- Er betont die Rolle unabhängiger Medien und kritisiert die Gleichgültigkeit von Musikmedien und der breiten Presse.
Fazit
- Die Forderung nach strengeren ethischen Standards für Streaming-Plattformen und schärferen rechtlichen Sanktionen wird erhoben.
- Die Öffentlichkeit und Führungskräfte der Branche sollen ihr Bewusstsein schärfen und zu Handlungen bewegt werden.
- Es wird argumentiert, dass das Musikökosystem neu gestaltet werden müsse, damit nicht technische Bürokraten, sondern Musiker und Labels die Führung übernehmen.
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