2 Punkte von GN⁺ 2024-12-23 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Anfang 2022 entdeckte man Unregelmäßigkeiten in den Jazz-Playlists von Spotify und begann, sie zu untersuchen.
  • In den Jazz-Songs tauchten seltsame Künstler auf, weshalb Fragen nach deren Herkunft und tatsächlichem Bestehen aufkamen.
  • Viele der Künstler stammen aus Schweden; einige sind unter über 500 verschiedenen Namen aktiv und melden gewaltige Streaming-Zahlen.

Das Problem der "Fake-Künstler" bei Spotify

  • Die Songs in Spotifys Jazz-Playlists erwiesen sich als dieselben Titel.
  • Derselbe Titel wird unter verschiedenen Künstler- und Songnamen abgespielt, oft mit Bezeichnungen, die wie von einem Zufallstextgenerator klingen.
  • Es gibt den Verdacht, dass Spotify damit Lizenzgebühren senkt und den Gewinn maximiert hat.

Interne Programme und Spotifys Gewinnstrategie

  • Spotify betreibt intern das Programm "Perfect Fit Content (PFC)", über das kostengünstige Musik aktiv auf der Plattform beworben wird.
  • PFC richtet den Fokus auf Genres wie Jazz, Ambient, Klassik, Electronic und Lo-Fi-Beat, die sich leicht als Hintergrundmusik nutzen lassen.
  • Es wird behauptet, dass einige Musiker auf ihre Umsatzrechte verzichten mussten, um die Lizenzgebühren zu senken.

Ergebnisse der Recherche von Liz Pelly

  • Journalistin Liz Pelly hat die schwedischen Fake-Künstler direkt recherchiert und interne Spotify-Dokumente, Interviews mit Ex-Mitarbeitern sowie Slack-Nachrichten beschafft.
  • Spotify arbeitet mit Produktionsfirmen zusammen, um günstige Musik zu erstellen und zu bewerben und diese bevorzugt in Playlists zu platzieren.
  • Dadurch wurden Vorwürfe einer unlauteren Behandlung echter Musiker und Labels auf der Plattform verstärkt.

Notwendigkeit von industrieller und rechtlicher Reaktion

  • Der Fall ähnelt dem Payola-Skandal der 1950er Jahre, doch heute wird das Problem rechtlich deutlich ausgefeilter behandelt.
  • Der Autor betont die Forderung nach einer Parlamentsuntersuchung sowie nach juristischer Transparenz bei ethischen Verstößen von Musikstreaming-Plattformen.
  • Spotify wird dafür kritisiert, ein Musikökosystem geschaffen zu haben, das von Technik-Bürokraten dominiert wird.

Alternative Vorschläge für die Musikindustrie

  • Es wird die Notwendigkeit einer kooperativen Streaming-Plattform gefordert, die von Labels und Künstlern getragen wird.
  • Der Autor argumentiert, dass es ein Fehler der großen Labels ist, Plattformen wie Spotify zu vertrauen, und fordert den Aufbau von Alternativen.
  • Er betont die Rolle unabhängiger Medien und kritisiert die Gleichgültigkeit von Musikmedien und der breiten Presse.

Fazit

  • Die Forderung nach strengeren ethischen Standards für Streaming-Plattformen und schärferen rechtlichen Sanktionen wird erhoben.
  • Die Öffentlichkeit und Führungskräfte der Branche sollen ihr Bewusstsein schärfen und zu Handlungen bewegt werden.
  • Es wird argumentiert, dass das Musikökosystem neu gestaltet werden müsse, damit nicht technische Bürokraten, sondern Musiker und Labels die Führung übernehmen.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-12-23
Hacker News Kommentar
  • Ich habe einige Ambient-Playlists von Spotify und YouTube angehört, und die Qualität war nicht gut. Auch beim Programmieren war die Hintergrundmusik unangenehm. Ich glaube, es ist ein Problem, dass Spotify solchen Inhalten Priorität gibt; deshalb braucht es ein System, das Künstler besser unterstützt.
  • Bei Spotify kann man die Musik hören, die man will. Dass Spotify Labels umgeht und Künstlern ermöglicht, ihre Musik direkt zu veröffentlichen, halte ich für positiv.
  • Viele halten Spotifys Geschäftsmodell für problematisch. Angesichts der immer komplexeren Musikindustrie erscheint Spotifys Ansatz ähnlich wie „Embrace, Extend, Extinguish“. Man sollte zu einem Modell zurückkehren, in dem Musik im Besitz der Schaffenden bleibt.
  • Die Qualität der Spotify-App ist nicht gut und es gibt Probleme im Offline-Modus. Gerade Radio-Player und Hörbücher sind besonders unbequem.
  • Es gibt Stimmen, die eine genossenschaftliche Streaming-Plattform fordern, die von Labels und Künstlern besessen wird. Als Alternative zu Bandcamp wird derzeit Subvert.fm entwickelt.
  • Ich verteidige Spotify nicht, halte aber den im Artikel verwendeten Begriff „payola“ für unangemessen. Dass Spotifys Inhalte als „slop“ bezeichnet werden, ist gegenüber den Schöpfern ebenfalls unfair. Ich vermute, dass Spotify bald KI einsetzen wird, um Inhalte zu produzieren.
  • Die meisten Menschen interessieren sich nicht besonders für Musik; sie wollen einfach etwas hören, während sie arbeiten.
  • Es gibt ebenfalls Stimmen für eine genossenschaftliche Streaming-Plattform, die von Labels und Künstlern besessen wird. Er erinnert daran, dass früher die Musiklabels das Problem waren.
  • Er warnt, dass Spotify der Feind der Labels sei, und dass die Lage schlimmer wird, wenn die Labels das nicht anerkennen. Er sieht kein Problem darin, dass Labels Künstler durch KI ersetzen.
  • Ich nutze YouTube Music seit 7 Jahren, und in den letzten Jahren hat es sich stark verbessert.