2 Punkte von GN⁺ 2024-12-21 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Geister in der Maschine

  • Hintergrund: Im Sommer 2017 begannen Gerüchte zu kursieren, Spotify wolle die Auszahlung von Tantiemen senken, indem Musik von Fake-Künstlern in populäre Playlists aufgenommen wird. Das hatte erhebliche Auswirkungen auf unabhängige Musiker und Labels.

  • Kontroverse um Fake-Künstler: Spotify behauptete, die Tracks von Fake-Künstlern nicht selbst produziert zu haben, bestritt jedoch nicht eindeutig, sie Playlists hinzugefügt zu haben. Dadurch wuchs das Medieninteresse, und unter anderem NPR und der Guardian veröffentlichten Berichte dazu.

  • Epidemic Sound: In Spotifys Playlist "Ambient Chill" verschwand Musik bekannter Künstler und wurde durch Tracks des schwedischen Unternehmens Epidemic Sound ersetzt. Das Unternehmen liefert Produktionsmusik, die in Werbung, TV-Programmen und Ähnlichem verwendet wird.

  • PFC-Programm: Spotify betreibt intern ein Programm namens Perfect Fit Content (PFC), mit dem günstig lizenzierte Musik zu Playlists hinzugefügt wird, um den Anteil der Streams zu erhöhen. Dadurch könnten Musiker eine wichtige Einnahmequelle verlieren.

  • Spotifys Wandel: Anfangs suchten Nutzer auf Spotify nach der Musik, die sie hören wollten, später veränderte das Unternehmen das Nutzungserlebnis durch Kuratierung und Algorithmen. Das wird als Versuch beschrieben, den Einfluss großer Labels zu verringern.

  • Interne Reaktionen: Einige Spotify-Mitarbeiter äußerten Bedenken gegenüber dem PFC-Programm, doch das Unternehmen trieb es weiter voran. Neue Redakteure scheinen dafür weniger sensibel zu sein.

  • Veränderungen in der Musikindustrie: Das PFC-Programm behandelt Musik wie Hintergrundbeschallung und mindert damit ihren Wert. Streaming-Dienste versuchen, ihren Gewinn durch günstige Musik zu steigern.

  • Die Rolle von KI: Epidemic Sound plant den Einsatz von KI-Tools zur Erzeugung von Musik, was die Zukunft der Musikproduktion beeinflussen könnte.

Der Artikel behandelt die Kontroverse um Spotifys Fake-Künstler und die Auswirkungen des PFC-Programms auf die Musikindustrie und untersucht, wie sich die Beziehung zwischen Musikern und Hörern verändert.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-12-21
Hacker-News-Kommentare
  • Es geht dabei nicht um einen Plan von Spotify, bekannte Künstler durch KI zu ersetzen, sondern darum zu zeigen, wie Lofi-/Ambient-Playlists tatsächlich erstellt werden. Die Musik des Kanals Lofi Girl wird von echten Menschen mit echten Instrumenten gemacht.

    • Musikfirmen von Drittanbietern engagieren Jazzmusiker, die jeden Tag Dutzende Stücke produzieren, um den Algorithmus auszutricksen.
    • Die Jazzmusiker schreiben einfache Charts und nehmen mehrere Stücke in einem Durchgang auf.
    • Statt diese Playlists zu hören, wird empfohlen, gezielt nach namentlich bekannten Jazzkünstlern zu suchen und lokale Jazzradiosender oder Konzerte zu besuchen.
  • Seeburg 1000 war ein Hintergrundmusik-Player aus den 1950er-Jahren und hatte ein Geschäftsmodell, das den heutigen „Ghost Artists“ ähnelt.

    • Seeburgs Orchester nahm gemeinfreie Stücke oder Stücke auf, für die unbegrenzte Rechte gekauft worden waren.
    • Durch nicht standardisierte RPM, Größe, Lochgröße und Rillenbreite wurde Kopieren verhindert.
  • Ein Labelbetreiber, der direkte Verträge mit bestimmten DSPs hat, erklärt, dass die Musikkategorie „Wellness“ stark programmierungsgetrieben ist.

    • Viel Energie wird darauf verwendet, die Beziehung zu den Kuratoren aufrechtzuerhalten.
    • Ein in 90 Minuten produziertes Stück wurde mehr als 20 Millionen Mal gestreamt.
  • Manche stören sich an dem Begriff „Fake Artist“.

    • Die Musik wird von echten Menschen gemacht, nicht von KI.
    • Nur weil auf Masse gesetzt wird und die Urheber nicht bekannt sind, kann man sie nicht als „fake“ bezeichnen.
  • Ähnlich wie bei Handelsmarken im Supermarkt wird die von Spotify empfohlene Musik oft als Hintergrundrauschen konsumiert.

    • Wenn Spotify als App für Hintergrundmusik gestartet wäre, gäbe es keinen Skandal.
  • Spotify-Nutzer sollten sich die Mühe machen, gezielt Alben von Künstlern zu suchen und zu hören.

    • Alben enthalten die Vision und den Weg eines Künstlers und bringen mehr Einnahmen als einzelne Songs.
  • In Spotify-Playlists können zufällig eingefügte Stücke auftauchen.

    • Besser ist es, ganze Alben oder DJ-Sets zu hören.
  • Die Geschichte der Musikindustrie ist eine Geschichte von Anwälten, die Musiker ausbeuten.

    • Den meisten Spotify-Hörern ist das egal.
  • Jemand berichtet, in einer Weihnachtsmusik-Playlist zufällig eingefügte Stücke entdeckt zu haben.

    • Manche verdienen damit 200.000 US-Dollar im Jahr.
  • Discovery Mode ist ein Programm, bei dem Künstler niedrigere Royalties akzeptieren und dafür algorithmische Promotion erhalten.

    • Es wird darauf hingewiesen, dass Spotifys Empfehlungen schon lange nicht besonders gut sind.