- Spotify hat die Monetarisierung für alle Tracks mit weniger als tausend Streams offiziell eingestellt.
- Diese neue Richtlinie gilt ab dem 1. April 2024 für alle Künstler.
- Laut der im vergangenen Jahr angekündigten überarbeiteten Erlösstruktur wird Musik nur dann in die Berechnung des Royalty-Pools einbezogen, wenn sie in den vergangenen 12 Monaten mehr als tausend Mal abgespielt wurde.
- Laut einem Blogbeitrag von Spotify überschreiten 99,5 % der auf der Plattform gestreamten Songs diesen Schwellenwert, wodurch diese Tracks mehr Einnahmen erzielen würden.
- Außerdem verlangt Spotify eine Mindestzahl unterschiedlicher Hörer, damit Royaltys anfallen.
- Dies ist ein Versuch, „zusätzliche Manipulationen durch bad actors“ zu verhindern, die Stream-Zahlen mithilfe automatisierter und künstlicher Wiedergaben erhöhen.
- Betroffen sind unterdessen auch „funktionale“ Genres, etwa White Noise.
- Zuvor konnten solche Aufnahmen bereits mit 30 Sekunden Wiedergabe Einnahmen generieren, nun wurde dies auf 2 Minuten erhöht.
In Teilen der Musikindustrie reagieren Wut und Enttäuschung
- Die Änderung hat in Teilen der Musikindustrie Wut und Enttäuschung ausgelöst.
- In dieser Woche teilte United Musicians and Allied Workers einen Beitrag auf X und behauptete, dass bis zu 86 % der Inhalte auf Spotify die Royalty-Kriterien nicht erfüllen könnten.
- United Musicians and Allied Workers hat zuletzt die Initiative Make Streaming Pay angeführt und fordert eine fairere Erlösverteilung für Künstler, die Plattformen wie Spotify und Apple Music nutzen.
- Hinter dieser Kampagne steht auch der neue Living Wage For Musicians Bill, der im März in den US-Kongress eingebracht wurde und darauf abzielt, „sicherzustellen, dass Künstler und Musiker im digitalen Zeitalter nachhaltige Karrieren aufbauen können“.
Spotify sucht nach mehr Umsatz, um eigene Verluste auszugleichen
- Spotify versucht, mehr Umsatz zu generieren, um eigene Verluste auszugleichen, während öffentlicher und politischer Druck bessere Royalty-Zahlungen fordert.
- Seit dem Börsengang im Jahr 2018 schreibt das Unternehmen jedes Jahr Verluste.
- In dieser Woche wurde zudem berichtet, dass der Streaming-Riese seine Absicht bestätigt habe, Preise anzupassen und zu erhöhen.
- Zu den monatlichen Rechnungen von Kunden in mehreren Regionen, darunter Großbritannien, Australien und Pakistan, sollen 1 bis 2 Dollar hinzukommen, um die Kosten für Hörbücher zu decken, die Ende 2023 auf der Plattform hinzugefügt wurden.
- Zuletzt wurden außerdem Video-Lerninhalte hinzugefügt, um das Angebot weiter zu diversifizieren.
- Für diejenigen, die keinen Zugang zu Hörbüchern möchten, soll ein neues Basis-Tier-Paket eingeführt werden; es ist die erste von mehreren Preisoptionen.
- Diese Nachricht ließ die Spotify-Aktie um 4,6 % steigen, doch die langfristigen Auswirkungen sind noch unklar.
Meinung von GN⁺
- Spotifys neue Richtlinie fügt der langjährigen Debatte über die Fairness von Royalty-Zahlungen an Künstler bei Streaming-Diensten eine neue Dimension hinzu. Das könnte insbesondere unabhängige Künstler und kleinere Labels betreffen.
- Indem Spotify die Schwelle für Royalty-Zahlungen auf mehr als tausend Streams festlegt, zeigt das Unternehmen die Absicht, Manipulationen auf der Plattform zu verringern und die Erlösverteilung effizienter zu gestalten. Das könnte jedoch für Newcomer oder Künstler in Nischen-Genres eine Einstiegshürde werden.
- Die Preiserhöhungen und die Einführung neuer Services wirken wie Teil von Spotifys Strategie, ein vielfältiges Content-Angebot bereitzustellen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die User Experience und die Abonnentenbasis haben werden, muss sich jedoch erst noch zeigen.
- Gesetzgeberische Vorhaben wie der Living Wage For Musicians Bill sind ein wichtiger Schritt, damit Künstler im digitalen Zeitalter fair behandelt werden. Wie diese Veränderungen konkret umgesetzt werden, ist noch offen, sie stoßen jedoch eine wichtige Debatte über Nachhaltigkeit innerhalb der Musikindustrie an.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Es ist ein grundlegend anderer Sachverhalt, ob geringe Streaming-Gebühren ausgezahlt werden oder ob für kleine Mengen gar nichts gezahlt wird, während für große Mengen gezahlt wird.
Es gibt die Frage, ob kleine Künstler ihre Musik von Spotify nehmen werden.
Es gibt die Ansicht, dass die 1.000-Streams-Regel kleine Künstler negativ treffen wird.
Es gibt die Meinung, dass Spotify das anfangs gegebene Versprechen bricht.
Es gibt die Meinung, dass diese Änderung keine nennenswerten negativen Auswirkungen auf kleine Künstler haben könne.
Es gibt Kritik daran, dass Spotify seit dem Börsengang jedes Jahr Geld verliert.
Es wird empfohlen, Qobuz auszuprobieren.
Es gibt die Meinung, dass es unverständlich ist, dass eine Plattform eine Art weichen Schwellenwert hat, bevor sie auszahlt.
Es gibt Zweifel daran, wie wichtig dieses Problem überhaupt ist.
Es gibt die Meinung, dass das Wort „Diebstahl“ diese Situation besser beschreibt als „Dämonetarisierung“.