- Pat Gelsinger gilt als technisch brillant, fleißig und als hervorragender Manager.
- Doch als CEO von Intel wird ihm vorgeworfen, die kulturellen Probleme des Unternehmens nicht gelöst, sondern sogar verschärft zu haben.
Zusammenarbeit zwischen Intel und Oxide
- Oxide entschied sich von Anfang an für Lösungen von AMD statt für Intels CPUs, zeigte jedoch Interesse an Intels Tofino-Netzwerk-Switch-Technologie.
- Tofino nutzte P4-programmierbares Netzwerk-Silizium und bot eine Alternative zu Broadcom.
- Allerdings hatte Oxide Zweifel an der langfristigen Zukunft von Tofino, da Intel in der Vergangenheit bereits innovative Projekte eingestellt hatte.
- In der Folge baute Oxide mit Tofino ein erfolgreiches Produkt auf, doch später stellte Intel die Entwicklung von Tofino ein.
Grenzen von Gelsingers Führung
- Selbstvertrauen und Starrsinn:
- Gelsinger neigte dazu, Intels Fehlschläge nicht anzuerkennen und sie stattdessen nur in eine Erfolgserzählung zu verpacken.
- Beispiel: Er erkannte das Scheitern des Larrabee-GPU-Projekts nicht an und behauptete, seine Abwesenheit habe den Erfolg von NVIDIA ermöglicht.
- Scheitern bei der Lösung kultureller Probleme:
- Intels Probleme rühren von einer Kultur her, die weder intern noch auf Kundenstimmen hört.
- Gelsinger habe diese Probleme nicht gelöst, sondern vielmehr Intels arrogante Haltung noch verstärkt, so die Kritik.
- Ungeeignete strategische Entscheidungen:
- Ankündigung des aggressiven Plans „5 Process Nodes in 4 Years“.
- Gleichzeitig schadete er dem Vertrauen, weil er das Scheitern von Intels 10nm-Node nicht klar erklärte.
- Trotz der ernsten Finanzlage hielt Intel weiter an Dividendenzahlungen fest und verringerte damit den finanziellen Spielraum für Investitionen.
Das Ende des Tofino-Projekts
- Auch nachdem Gelsinger CEO geworden war, galt Tofino anfangs noch als sicher.
- 2023 wurde jedoch jede weitere Entwicklung von Tofino eingestellt.
- Intel verspielte damit das Vertrauen von Partnern wie Oxide, was langfristig sogar Intels Überlebensfähigkeit bedrohen könnte.
Oxides Alternative und Zukunft
- Nach Tofino wechselte Oxide zum X2-ASIC von Xsight Labs.
- X2 ist eine Lösung, die die Stärken von Tofino beibehält und zugleich Offenheit und Skalierbarkeit bietet.
- Oxide bewies mit Tofino das Potenzial programmierbarer Netzwerke, doch aufgrund von Intels geschlossener Architektur und Vertrauensproblemen war es langfristig keine passende Lösung.
Fazit: Gelsinger und Intels kulturelle Probleme
- Intels kulturelle Probleme behindern Innovation und schwächen das Vertrauen von Partnern und Kunden.
- Gelsinger war nicht die richtige Person, um diese Probleme zu lösen; stattdessen hielt er zu sehr an der Vergangenheit des Unternehmens fest und scheiterte daran, Intel auf die Zukunft vorzubereiten.
- Oxide wandte sich von Intels Technologie ab und suchte nach offeneren und nachhaltigeren Alternativen.
- Solange Intel keinen kulturellen Wandel vollzieht, dürfte es schwer bleiben, als künftiger Technologiepartner Vertrauen zu gewinnen.
2 Kommentare
Kaum zu glauben, was aus Intel geworden ist.
Hacker-News-Kommentare
Pat Gelsinger erkannte Intels Probleme und versuchte, sie zu lösen. Frühere CEOs waren nicht technisch geprägt und konzentrierten sich auf Dividenden und Aktienrückkäufe
Intels Aktienkurs fiel, aber Gelsinger sagte offen, dass eine Erholung vor 2025 schwierig sei
Als jemand, der Pat Gelsinger und Bryan Krzanich gut kennt, war ich nicht sicher, ob Pat die richtige Wahl war
Das Scheitern von Pat Gelsinger
Intel befand sich 2021 unabhängig davon, wer CEO war, im Abwärtstrend
Es war ein Fehler, das Larrabee-Projekt aufzugeben
Kritik an Gelsingers Führungsstil
Viele halten Gelsingers Entscheidungen für falsch, aber es ist nicht klar, was die Alternative gewesen wäre
Das Innovator’s Dilemma
Gelsinger konnte die Kultur für Intels Wachstum nicht wiederaufbauen
Gelsinger entwickelte eine Strategie, um mit TSMC zu konkurrieren, hatte aber Schwierigkeiten wegen gescheiterter Fördermittel aus dem CHIPS Act und Änderungen bei den Exportkontrollen