- Menschen mit psychischen Belastungen neigen dazu, mehr negative Inhalte anzusehen, und diese Inhalte verschlimmern ihre Symptome zusätzlich
- Eine Studie des MIT zeigt, dass es eine wechselseitige kausale Beziehung zwischen Gesundheit und Online-Verhalten gibt
- Das Forschungsteam entwickelte ein Web-Plugin, das Menschen dabei hilft, bessere Entscheidungen zu treffen, wenn sie ihre psychische Gesundheit schützen wollen
- Mithilfe von Verfahren der natürlichen Sprachverarbeitung wurden für die von mehr als 1.000 Teilnehmenden besuchten Webseiten Negativitäts- und Positivitätswerte berechnet
- Neben negativen und positiven Werten wurden auch verschiedene Emotionen bewertet, darunter Wut, Angst, Erwartung, Vertrauen, Überraschung, Traurigkeit, Freude und Ekel
- Die Teilnehmenden berichteten ihre Stimmung vor und nach dem Surfen im Web; dabei wurde bestätigt, dass negative Webseiten zu einer Verschlechterung der Stimmung beitragen
- Nach dem Konsum negativer Inhalte verschlechterte sich die Stimmung der Teilnehmenden weiter. Teilnehmende, die negative Webseiten besucht hatten, suchten anschließend eher noch negativere Seiten auf
- Im Unterschied zu früheren Studien, die sich nur auf Screen Time oder die Häufigkeit der Social-Media-Nutzung konzentrierten, analysierte das Forschungsteam den Typ der Inhalte und ihre emotionalen Eigenschaften
Wirkung von Interventionen und Tools
- Suchergebnisse wurden für die Teilnehmenden mit Labels wie „wahrscheinlich stimmungsaufhellend“ oder „wahrscheinlich stimmungsverschlechternd“ versehen:
- In der Gruppe mit Labels sank die Wahrscheinlichkeit, negative Inhalte auszuwählen, und die Wahrscheinlichkeit, positive Inhalte auszuwählen, stieg
- Teilnehmende, die mehr positive Inhalte ansahen, zeigten eine deutliche Verbesserung ihrer Stimmung
- Darauf aufbauend wurde das Digital Diet Plugin entwickelt:
- Es liefert für Google-Suchergebnisse Bewertungen in drei Kategorien:
- Emotion (positiv/negativ)
- Wissen (wie sehr die Information hilft, ein Thema zu verstehen)
- Handlungsrelevanz (Nützlichkeit der Information)
- Das Plugin unterstützt Nutzer dabei, negative Spiralen zu durchbrechen und zu positiven Inhalten zu wechseln
Bedeutung der Studie und des Tools
- „Je schlechter die psychische Gesundheit eines Menschen ist, desto eher sucht er nach negativeren und angstverstärkenden Inhalten — und das erzeugt einen Teufelskreis, der die Symptome verschlimmert“
- Das Digital-Diet-Tool wurde entwickelt, damit Menschen bessere Inhalte auswählen und ihre psychische Gesundheit besser steuern können
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Man macht sich Sorgen über Probleme, die man nicht kontrollieren kann, wie globale Politik, Klimawandel und Mikroplastik. Informationen sind wichtig, aber ein ständiger Informationsstrom hilft nicht. Es ist wichtig, die Informationen zu steuern, die man im Web konsumiert. RSS wird empfohlen
Alles ist darauf ausgelegt, negative Gefühle auszulösen, weil sich damit Geld verdienen lässt. Man sollte sich weniger um internationale Themen kümmern und sich stärker in der lokalen Gemeinschaft engagieren
Wegen der negativen Inhalte in den sozialen Medien denken wir, wir seien hoffnungslos. Bezug zu Jason Pargins "I'm Starting to Worry About This Black Box of Doom"
Mit regulären Ausdrücken wurde ein Content-Blocker gebaut, der Text auf Webseiten blockiert. Teilnahme an einem Google-AI-Hackathon
Man sollte weniger negative Inhalte konsumieren, aber manchmal macht ein schlechtes Gefühl erst auf eine Krankheit aufmerksam. Man sollte die Welt nicht beschönigen, sondern die Ursache des schlechten Gefühls finden
Boulevardnachrichten bringen negative Lokalnachrichten aus aller Welt an die Oberfläche. Soziale Schieflagen verbreiten sich in alle Regionen
Alle Nachrichtenseiten, soziale Medien usw. blockieren, statt eines Smartphones ein Dumbphone benutzen, den Fernseher verkaufen und einen Internet-Content-Blocker bauen. Ein Bild-Blocker wird ebenfalls in Betracht gezogen
Eine Browser-Erweiterung, die mit LLM Nachrichtenartikel positiv umschreibt, wäre interessant. Sie könnte Artikel aus einer ausgewogenen Perspektive erzeugen
Soziale Medien sind bereits tot. Sobald Werbung erscheint, gehe ich. Ich strebe ein einfaches Leben an