Die Lüge namens „Rückkehr ins Büro“
(blog.avas.space)Die Wirksamkeit von Remote-Arbeit und die Ineffizienz der Rückkehr ins Büro
- Die logischen Ansätze, mit denen eine kritische Haltung gegenüber Remote-Arbeit gerechtfertigt werden soll, sind oft oberflächlich
- Mit Begründungen wie „Zusammenarbeit“ oder „soziale Interaktion“ wird die Rückkehr gefordert, doch oft wirkt das wie eine Ausrede, um Büroflächen beizubehalten
- Wenn Zusammenarbeit tatsächlich nötig ist, reicht es aus, das Büro je nach konkreter Situation zu nutzen; eine feste Anwesenheitspflicht ist unnötig
- Die Arbeit im Büro ist bereits größtenteils digitalisiert und kann auch im Homeoffice effizient erledigt werden
- Dateneingabe, E-Mails, das Verfassen von Berichten und die Verwaltung digitaler Dokumente müssen nicht im Büro stattfinden
- Auch die Interaktion mit Kolleginnen und Kollegen ist über Teams, E-Mail oder Telefon möglich
- Kritik an der Haltung, Richtlinien großer Konzerne wie FAANG blind zu übernehmen
- Es ist töricht, auch in Organisationen mit ganz anderem Charakter aus denselben Gründen Präsenzarbeit zu erzwingen
Widersprüche in den Argumenten gegen Remote-Arbeit
- Die Forderung nach Präsenz mit mehr sozialer Interaktion und der Vermeidung von Isolation zu rechtfertigen, ist wenig überzeugend
- Wer sich wirklich soziale Beziehungen im Büro wünscht, kann freiwillig ins Büro kommen
- Umgekehrt bietet Remote-Arbeit für mehr Menschen ein Umfeld, in dem sich bessere soziale Beziehungen aufrechterhalten lassen
- Pendeln erhöht Müdigkeit und Stress und verschlechtert die Balance mit dem Privatleben
- Die Pflicht zur Anwesenheit im Büro ist besonders für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen belastend
- Der Arbeitsweg kann das Gefühl von Isolation sogar verstärken und Risiken wie Krankheitsansteckungen mit sich bringen
- So gab es zum Beispiel bei einer Weihnachtsfeier COVID-Infektionen
Warum Remote-Arbeit nötig ist und welchen positiven Einfluss sie auf Menschen mit Behinderungen und andere vulnerable Gruppen hat
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Remote-Arbeit bietet vielen Menschen ein besseres Arbeitsumfeld und höhere Produktivität
- Familie, Haushalt, Bildung und Hobbys lassen sich mit anderen persönlichen Verpflichtungen besser vereinbaren
- In einer ruhigen, ungestörten Umgebung kann man sich besser auf die Arbeit konzentrieren
- Weniger Stress und Burnout sowie mehr Zeit mit geliebten Menschen
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Für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ist Remote-Arbeit ein wichtiges Mittel, um Beschäftigung aufrechtzuerhalten
- Es wird ein persönlicher Fall geschildert, in dem dank Remote-Arbeit die Tätigkeit ohne längere Ausfälle fortgesetzt werden konnte
- Das wirkt sich auch positiv auf die gesamte Organisation aus, weil Teammitglieder keine zusätzliche Arbeit übernehmen müssen
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Remote-Arbeit sollte wie ein Aspekt der Barrierefreiheit, etwa ein Aufzug, betrachtet werden; sie einzuschränken ist diskriminierend
Unfaire Behandlung am Arbeitsplatz und der Einsatz der Kolleginnen und Kollegen
- Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen Jahren trotz unzureichender Anerkennung mehr Arbeit und Verantwortung übernommen
- Probleme wie Personalmangel und eingefrorene Löhne bestehen weiterhin
- Auch persönlich wurden trotz Krankheit Leistungen anerkannt, doch in diesem Jahr gab es für alle Beschäftigten keinen Leistungsbonus
- Wenn Remote-Arbeit nicht länger erlaubt ist, wird ein Austritt in Betracht gezogen
- Das könnte zum Abgang junger und fähiger Talente führen
- In einer alternden Belegschaft könnte das die Zukunft der Organisation gefährden
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Ich habe meinen Job bei einem FAANG-Unternehmen gekündigt und bin zu einer vollständig remote arbeitenden Firma gewechselt. Das Gehalt ist zwar um mehr als 50 % gesunken, aber meine Lebensqualität hat sich stark verbessert. Ich bin zufrieden, weil ich Pendelzeit spare und mein Leben einfacher geworden ist.
Ich habe verschiedene Meinungen zu RTO (Rückkehr ins Büro) gehört. Manchmal bin ich gern im Büro, aber ich hasse das Pendeln.
RTO ist kein Immobilienproblem, sondern ein Machtproblem. Während der Pandemie hatten Beschäftigte mehr Einfluss, und jetzt versuchen die Unternehmen, ihn sich zurückzuholen.
Die Arbeit im Büro war besser als erwartet. Die Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen sind tiefer geworden als bei Remote-Arbeit. Trotzdem wünsche ich mir Flexibilität bei der Wahl des Arbeitsortes.
In Großraumbüros kommuniziert man meist über Slack, und es gibt Leute, die in den persönlichen Raum anderer eindringen, wodurch es schwer ist, sich zu konzentrieren.
Ich bevorzuge 100 % Homeoffice, aber als Teamleiter ist es schwer, Juniors remote schnell einzuarbeiten. Vor Ort lassen sich Probleme schneller lösen und Gewohnheiten schneller korrigieren.
Juniors wissen oft nicht, welche Fähigkeiten sie brauchen, oder tun sich schwer damit, Prioritäten zu setzen. Um ihnen zu helfen, braucht es persönliche Interaktion.
Ins Büro zu gehen ist unproduktiv und Zeitverschwendung. Wenn ein Unternehmen Produktivität opfern will, nur um Zusammenarbeit vorzutäuschen, dann kann man wohl nichts machen.
Einer der Vorteile von Remote-Arbeit ist die Möglichkeit, in einer Stadt ohne gute Unternehmen zu leben. Dass Remote-Arbeit innerhalb desselben Landes erlaubt ist, ist ein großer Vorteil.
Man sollte auch an Menschen in Berufen denken, in denen Remote-Arbeit unmöglich ist. Es fühlt sich unangenehm an, lautstark über die Rückkehr ins Büro zu klagen, wenn Menschen mit Mindestlohn in der Nähe sind.
Die eindrücklichste Aussage war: „Etwas bereitzustellen, das notwendig ist, und dann damit zu drohen, es wieder wegzunehmen, ist Diskriminierung von Menschen mit Behinderung.“ So wie man Barrierefreiheitsfunktionen wie Aufzüge nicht wieder wegnimmt, sollte man auch mit Remote-Arbeit umgehen.