- Das Team-basierte Online-Shooter-Spiel Concord von Firewalk Studios wird nur zwei Wochen nach seinem Start am 23. August aus dem Verkauf genommen und soll am 6. September offline gehen
- Sony wird allen Spielerinnen und Spielern, die das Spiel auf PC und PS5 gekauft haben, den Kaufpreis erstatten
- Die Rückerstattungssumme dürfte nicht besonders hoch ausfallen
- Analysten zufolge werden die Gesamtverkäufe von Concord auf PS5 und PC zusammen auf etwa 25.000 Exemplare geschätzt
- Laut Aufzeichnungen lag der Peak der Steam-Version bei 700 Spielern
- Laut der beliebten Trophy-Tracking-Seite PSNProfiles besitzen etwa 1.300 Spieler Concord
- Im Vergleich zu jüngsten Erfolgen wie Star Wars Outlaws (4.300) oder Black Myth: Wukong (16.000) ist das ein relativ niedriger Wert
Was ist schiefgelaufen?
- Das Studio Firewalk wurde 2018 gegründet und im vergangenen Jahr von Sony übernommen
- Firewalks Game Director Ryan Ellis sagte: „Der Launch ist erst der Anfang.“ und „Er ist nicht nur der Beginn der Vision, die wir für Concord aufgebaut haben, sondern auch der Beginn davon, wie wir das Spiel gemeinsam mit den Spielern unterstützen und wachsen lassen.“
- Concord ist Firewalks erstes Spiel und war rund acht Jahre in Entwicklung
- Laut Lead Character Designer Jon Weisnewski begann die Entwicklung, als Blizzards Overwatch noch kein ausgelutschtes Genre, sondern ein „populäres Spiel mit neuem Konzept“ war
- Zum Veröffentlichungszeitpunkt konnte das Spiel in dem bereits gesättigten Genre der Team-Shooter jedoch nichts Neues bieten
- Bei OpenCritic wurde Concord nur von 24 % der Reviewer empfohlen, der Metacritic-Score blieb bei 65 Punkten
- Das Schicksal von Concord erinnert an Amazons Crucible, ein weiteres neues Spiel, das es schwer hatte, sich im hart umkämpften Shooter-Markt zu behaupten
- Dieses Spiel hielt sich gerade einmal sechs Monate, wurde aber schon deutlich früher von Steam entfernt
- Firewalk und Sony planen, verschiedene Optionen für eine mögliche Wiederbelebung von Concord zu prüfen, darunter auch ein Free-to-Play-Modell
16 Kommentare
Wenn ich so etwas sehe, vermisse ich die frühen 2000er.
Damals wurden Spiele allein mit Blick auf den Spielspaß gemacht, und auch optisch waren sie ein Genuss. Heute treten Leute, die nicht nur die eigenen Spiele, sondern Spiele an sich gar nicht spielen, fast wie Beamte in Spielefirmen ein und bauen dort Jahr für Jahr mit ihrer Karriere abscheulich langweilige und unansehnliche Spiele. Dann treiben sie als „Branchenerfahrene“ ihren Marktwert hoch und verprassen das Geld der Firmen.
Das ist, als würde jemand Kimchi machen, dabei kein Chilipulver hineingeben, sondern stattdessen Basilikum, und es dann ganz selbstverständlich verkaufen. Wenn man das kritisiert, wird man herablassend als ungebildet verspottet und belehrt.
Ich erinnere mich, dass ich einmal bei einem der 3N ein Vorstellungsgespräch hatte, und war damals überrascht, weil dort jemand als Teamleiter saß, dessen Verständnis von Spielen erschreckend gering war und bei dem ich mich sogar fragte, ob er die eigenen Spiele überhaupt je gespielt hatte. Da habe ich verstanden, warum das betreffende Spiel so ein Desaster war.
Andererseits wirkten Freunde von mir, die im Ausland Spiele entwickeln, etwas anders.
Sie interessieren sich zwar sehr für Spiele, sehen sie aber viel stärker als eine aus dem Film verlängerte Form neuer Medien.
Weil es ein Medium ist, das Ausdruck vermittelt, fließt dort ein Autorenverständnis ein, und sie halten es für selbstverständlich, die eigenen Ideen zu vermitteln.
Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass dahinter auch ein merkwürdiger Minderwertigkeitskomplex steckt, der diese Branche als eine minderwertige Version der Filmindustrie betrachtet.
Ich hoffe, dass Hoyeon und Concord ein Anlass dafür werden, darüber nachzudenken, was das Wesen von Spielen eigentlich ist.
Anders als beim Atari-Schock wird man ein Unternehmen heute wohl nicht mehr daran zugrunde gehen lassen, selbst wenn es ein langweiliges Spiel gemacht hat, und das macht es für mich umso bitterer. Ich persönlich würde mir wünschen, dass Firmen, die sich einseitig nur auf die Medialität von Spielen versteifen, etwas ausgedünnt werden, aber das wird wohl nicht passieren.
Sie geben ja unglaublich schnell auf, haha.
Schon das Charakterdesign sorgt dafür, dass man es gar nicht erst installieren will.
Dass man sich zu sehr auf politisch korrekte Elemente konzentriert hat statt auf den Spielspaß. Ein weiterer Grund für das Scheitern war wohl auch, dass Concord im Gegensatz zu konkurrierenden team-basierten Shootern, die kostenlos sind, nur gegen einen Preis von 40.000 Won gespielt werden konnte.
Alle gefloppten Spiele sind gefloppt, weil sie schlecht gemacht waren, das ist also eine Selbstverständlichkeit, und PC ist eben auch eine teilweise Ursache.
Ich sage nicht, dass PC die einzige Ursache ist, sondern dass es dazu beigetragen hat.
Wie sehr sind Sie denn bitte ein Experte, dass Sie Leute, die einfach nur ihre Meinung sagen, als Menschen abtun, die sich kaum dafür interessieren..?
Ich habe den Eindruck, dass vor allem Leute, die sich eigentlich kaum dafür interessieren, laut behaupten, das Spiel sei wegen PC gescheitert, obwohl es schlicht schlecht gemacht war. Warum ist dann Sudden Attack 2 gescheitert, das äußerlich genau das Gegenteil war?
Sie verwechseln hier notwendige und hinreichende Bedingungen.
Natürlich gibt es auch Spiele wie Apex Legends, die zwar PC-Elemente enthalten, aber wegen ihres Spielspaßes dauerhaft beliebt waren.
Das Problem ist, dass die meisten Spieleentwicklerfirmen, in denen PC allgegenwärtig ist, so wirken, als würden sie entwickeln, ohne die grundlegende Rolle von Spielen zu verstehen.
Ein Spiel muss für die Menschen, die es spielen, „Spaß machen“. Wenn man sich ansieht, was solche Firmen produzieren, dann haben sie offenbar nicht vor, den elementaren Spielspaß zu steigern, sondern konzentrieren sich auf ihr ewiges Herumspielen mit dem Setting oder auf das Vermitteln von Botschaften. Gleichzeitig verschwenden sie Entwicklungszeit und Budget endlos, und gegenüber Gamern, die genau das kritisieren, kommen dann alle möglichen Ausreden oder sie versuchen, sie zu belehren.
Wenn man tiefer hineingeht, sind Sudden Attack 2 und Concord letztlich aus demselben Grund gescheitert. Sie hatten nicht vor, das Spiel wirklich unterhaltsam zu machen, sondern haben sich auf unnötige Dinge konzentriert.
Wenn ein Spiel Spaß macht und dann die Monetarisierungselemente aggressiv gestaltet sind – wer würde sich darüber beschweren? Wenn es Spaß macht, kritisiert niemand, ob man PC einbaut oder sonst etwas.
Das gilt nicht nur für Spielefirmen, sondern genauso für andere Kulturindustrien. Disney ist das beste Beispiel. Wenn Filme verdammt langweilig gemacht werden, dann noch mit allerlei PC-Elementen vollgestopft sind und Botschaften enthalten, die wirken, als wollten sie das Publikum belehren, dann haben die Leute genug davon und schauen sie sich nicht an.
Dass die Charakterdesigns verdorben aussehen, ist doch schon ein Zeichen dafür, dass da politische Korrektheit mit drinsteckt..
Es geht eben nicht um das traditionelle Bild eines coolen Mannes oder einer schönen Frau, sondern darum, dass „individuelle“ und „geschlechtlich ambivalente“ Charaktere als das Richtige gelten
Wo ist in diesem Spiel bitte politische Korrektheit ...
Wenn Spielfiguren heutzutage verdammt hässlich sind und dann noch so etwas wie Gender-Pronomen dabeisteht, ist doch für jeden klar, dass das von PC-Kultur durchdrungen ist.
Ups, es gab sogar Gender-Pronomen lol
Ja, das stand sogar auf dem Charakterauswahlbildschirm, lol...
https://m.ruliweb.com/ps/board/300001/read/2317509
Nicht nur innerhalb des Spiels, auch Entwicklungsprobleme durch politische Grabenkämpfe auf dem PC-Markt sind erheblich.
Ist es üblich, in Trailer-Videos bei jedem Charakter die jeweiligen Gender-Pronomen anzugeben? Wenn das das Mittel ist, das man gefunden hat, um die Charaktere zu beschreiben, weil es sonst keine andere Möglichkeit gibt, dann ist das unabhängig von politischer Korrektheit kommunikativ wirkungslos.https://www.reddit.com/r/Asmongold/s/XJ5HdIxMOe
Ich kann zwar nicht mit Sicherheit sagen, dass dieses Spiel politisch korrekt ist, aber ich denke, es ist ein Zeichen dafür, dass irgendjemand unter den Beteiligten sich nicht auf das Gameplay konzentriert hat. Wenn man sieht, wie in verschiedenen Communities – ob das nun stimmt oder nicht – immer neue Aufhänger aufgegriffen und plausible Gründe konstruiert werden, zeigt das nicht, dass weder die Charaktere noch das Gameplay noch das Worldbuilding die Gamer angesprochen haben?