Britische Forscher entdecken Alzheimer-ähnliche Gehirnveränderungen bei Long-Covid-Patienten
- LEXINGTON, Ky (30. August 2024) — Am Sanders-Brown Center on Aging der University of Kentucky wurden starke Belege dafür gefunden, dass die bei Long-Covid-Patienten beobachteten kognitiven Beeinträchtigungen jenen ähneln, die bei Alzheimer und verwandten Demenzformen auftreten.
- Die Studie wurde in Alzheimer’s & Dementia: The Journal of the Alzheimer’s Association veröffentlicht und hebt gemeinsame Merkmale der Hirnstörungen bei diesen Erkrankungen hervor, was neue Wege für Forschung und Behandlung eröffnen könnte.
Forschungshintergrund und Zusammenarbeit
- Die Studie wurde weltweit durch zahlreiche Fördermittel der US National Institutes of Health, der Alzheimer’s Association und internationaler Organisationen ermöglicht.
- Experten aus verschiedenen Bereichen der Neurowissenschaften waren beteiligt.
- Geleitet wurde die Forschung von Dr. Yang Jiang, Dr. Chris Norris und Dr. Bob Sompol vom UK College of Medicine, deren Arbeit sich auf Elektrophysiologie, Neuroinflammation, Astrozyten und synaptische Funktionen konzentriert.
Inhalt und Ergebnisse der Studie
- Das Forschungsteam konzentrierte sich darauf, das Phänomen des "Brain Fog" zu verstehen, das nach einer Erholung von COVID-19 noch monatelang anhalten kann. Dazu gehören Gedächtnisprobleme, Verwirrtheit und verminderte Konzentrationsfähigkeit.
- Laut Dr. Jiang ähneln die bei COVID-19-Patienten beobachtete Verlangsamung und Auffälligkeiten der intrinsischen Hirnaktivität denen, die bei Alzheimer und verwandten Demenzformen zu sehen sind.
- Die Studie beleuchtet die Verbindung zwischen beiden Zuständen und deutet darauf hin, dass sie gemeinsame zugrunde liegende biologische Mechanismen haben könnten.
- Sowohl Long Covid als auch Alzheimer umfassen Neuroinflammation, die Aktivierung von Astrozyten und abnorme Hirnaktivität.
Bedeutung der Studie und zukünftige Richtung
- Die Idee, dass COVID-19 zu Alzheimer-ähnlichen Gehirnveränderungen führen kann, ist ein bedeutender Fortschritt.
- Die in Alzheimer’s & Dementia veröffentlichte Studie zeigt, dass durch COVID-19 verursachte kognitive Probleme ähnliche zugrunde liegende Gehirnveränderungen widerspiegeln wie jene, die bei Demenz beobachtet werden.
- Die Studie betont die Bedeutung regelmäßiger Untersuchungen der Gehirnfunktion mittels Elektroenzephalografie (EEG), einem kostengünstigen und leicht zugänglichen Instrument.
- Eine der wichtigen Entdeckungen ist die Rolle der Astrozyten: Diese durch COVID-19 geschädigten oder aktivierten Zellen könnten zu Störungen der synaptischen Funktion führen.
- Die Forscher glauben, dass diese Studie direkte Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben könnte, und empfehlen regelmäßige EEG-Untersuchungen für COVID-19-Überlebende und Menschen mit erhöhtem Risiko für kognitiven Abbau.
Forschungsförderung und Vorstellung der Institution
- Die in dieser Veröffentlichung berichtete Forschung wurde vom National Institute on Aging der US National Institutes of Health unterstützt.
- UK HealthCare ist das Krankenhaus- und Kliniksystem der University of Kentucky und besteht aus mehr als 10.000 Gesundheitsfachkräften, die spezialisierte Versorgung auf hohem Niveau anbieten.
- Zur Einrichtung gehören das einzige vom National Cancer Institute ausgewiesene Comprehensive Cancer Center des Bundesstaats, eine Neonatal-Intensivstation der Stufe IV, das einzige Level-1-Traumazentrum der Region sowie das laut U.S. News & World Report beste Krankenhaus in Kentucky.
Zusammenfassung von GN⁺
- Diese Studie ist eine wichtige Entdeckung, da sie Alzheimer-ähnliche Gehirnveränderungen bei Long-Covid-Patienten nachweist und zugrunde liegende biologische Mechanismen zwischen beiden Zuständen beleuchtet.
- Sie weist auf die Möglichkeit hin, durch kostengünstige und leicht zugängliche EEG-Untersuchungen COVID-19-Überlebende und Menschen mit Risiko für kognitiven Abbau frühzeitig zu identifizieren und zu behandeln.
- Durch die Hervorhebung der Rolle von Astrozyten trägt sie zum Verständnis des Zusammenhangs zwischen Neuroinflammation und Störungen der synaptischen Funktion bei.
- Die Studie könnte durch die aufgezeigten Ähnlichkeiten zwischen Long Covid und Alzheimer neue Wege für Forschung und Behandlung eröffnen.
- Andere Projekte mit ähnlicher Ausrichtung befassen sich mit Neuroinflammation und neurodegenerativen Erkrankungen.
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