1 Punkte von GN⁺ 2024-07-18 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Erfahrungen mit Linux auf dem Surface Pro 4

Hintergrund

  • Ich habe 2016 ein Surface Pro 4 gekauft.
  • Mit einer Intel Core m3-6Y30 CPU und 4 GB Arbeitsspeicher ist es leistungsschwächer als ein durchschnittlicher Laptop.
  • Der Formfaktor war attraktiv, weil er zu einem günstigen Preis ein HiDPI-2k-Display, einen druckempfindlichen Stylus und eine brauchbare Tastatur bot.
  • Einige Jahre später kaufte ich einen leistungsstärkeren Laptop und gab das Surface an ein Familienmitglied weiter.
  • Vor Kurzem entwickelte ich Interesse an Linux-Tablets und entschied mich, Linux auf dem Surface zu installieren.

Anwendungsfälle

  • Surfen im Internet: hauptsächlich mit einem RSS-Reader
  • Medienkonsum: Videos ansehen über Samba-Freigaben und auf Online-Seiten wie YouTube
  • PDFs lesen: Es wäre gut, in PDFs Notizen machen zu können.
  • Skizzieren: Digitales Skizzieren bietet viele Vorteile.
  • Zeichnen: Durch die Fortschritte bei KI ergibt sich die Möglichkeit, Zeichnungen anzufertigen und auf einer leistungsstärkeren Maschine Bilder zu generieren.

Installation

  • Die Linux-Installation war sehr einfach.
  • Ich habe EndeavourOS und Fedora Workstation 40 ausprobiert, und der Installationsprozess verlief reibungslos.
  • Die Installationsschritte sind auf der Wiki-Seite von linux-surface gut dokumentiert.
  • Als reiner Laptop funktioniert es fast perfekt, aber bei der Nutzung als Tablet gibt es Probleme.

Was funktioniert

  • Auch ohne den linux-surface-Kernel funktionieren die meisten Dinge: WLAN, Bluetooth, Tastatur, Energieprofile, Hi-DPI-UI-Skalierung usw.
  • Nach der Installation des linux-surface-Kernels funktionieren auch Multitouch und ein druckempfindlicher Stylus.
  • Die Akkulaufzeit liegt bei leichter Nutzung bei 5–6 Stunden, beim Ansehen von Videos bei etwa 3 Stunden.
  • Auf Software-Seite wird die automatische Bildschirmdrehung unterstützt.
  • Sowohl KDE als auch Gnome unterstützen den Tablet-Modus; die UI ist größer und auf Touch-Gesten ausgelegt.

Probleme in beiden Distributionen

  • Das größte Problem ist die Touch-Erkennung.
  • Ghost Touches: Auch ohne Eingabe werden zufällig Berührungen registriert.
  • Problem mit der Handballenerkennung: Die Einstellung zum Deaktivieren des Touchscreens bei Stifteingabe funktioniert nicht zuverlässig.
  • Problem mit der virtuellen Tastatur: Bei der Eingabe des Festplattenpassworts erscheint die virtuelle Tastatur nicht.
  • Im Standby ist der Akkuverbrauch hoch.

Probleme mit KDE und EndeavourOS

  • Die virtuelle Tastatur ist instabil und voller Bugs.
  • Rechtsklick per Touch-Geste ist nicht möglich.
  • Das Ändern der Fenstergröße ist schwierig.
  • Scrollen ist nicht flüssig.

Probleme mit Gnome und Fedora Workstation 40

  • Langsamer als KDE
  • Hoher Speicherverbrauch, und OOM-Kills treten häufig auf
  • Die Backspace-Taste der virtuellen Tastatur funktioniert nicht richtig

Zurück zu Windows 10

  • Wenn das Problem mit der Touch-Erkennung behoben würde, wären die anderen Probleme unter KDE akzeptabel.
  • Ich bin zu Windows 10 zurückgekehrt und nutze Firefox, Nextcloud, Samba, Krita, Drawboard PDF usw.

Zusammenfassung von GN⁺

  • Der Versuch, Linux auf dem Surface Pro 4 zu nutzen, scheiterte an Problemen mit der Touch-Erkennung.
  • Sowohl KDE als auch Gnome bieten Nutzbarkeit im Tablet-Modus, haben aber diverse Bugs und Leistungsprobleme.
  • Durch die Rückkehr zu Windows 10 und den Einsatz alternativer Software wird das Surface Pro 4 weiter genutzt.
  • Für Menschen, die sich für Linux-Tablets interessieren, kann das nützliche Information sein.
  • Ein anderes Projekt mit ähnlichen Funktionen ist zum Beispiel das Pinetab.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-07-18
Hacker-News-Kommentare
  • Nutzt Ubuntu auf einem Dell XPS 13, und es läuft ohne besondere Probleme gut

    • Führt nur regelmäßige Software- und Firmware-Updates durch
    • Bietet außerhalb von Apple-Produkten die Mac-ähnlichste Erfahrung
    • Wünscht sich aber ein Linux-Laptop, das wie macOS eng in die Hardware integriert ist
  • Wenn Swap und Zram deaktiviert werden, treten OOM-(Out of Memory)-Probleme auf

    • Versteht nicht, warum man auf einer Workstation Swap deaktivieren würde
    • Bei Kubernetes-Cluster-Knoten ist das Deaktivieren von Swap nachvollziehbar, aber auf einer Workstation hält er es für sinnvoll, Zram zu aktivieren
  • Hält die Nutzung von WSL auf dem Surface Pro 4 für die bessere Wahl

    • Die Linux-Unterstützung war unzureichend
    • Wegen eines SSD-Ausfalls und Problemen mit der Akkulaufzeit wurde ein anderes Gerät gekauft
    • Vermisst das Seitenverhältnis 3:2
  • Mag die Surface-Serie nicht

    • In der Nutzung fühlt sie sich langsam und wie ein seltsames Tablet an
    • Teuer und mit langsamem Support
    • Hat seiner Frau ein Lenovo Yoga 2-in-1 gegeben, dessen Leistung ebenfalls nicht gut ist
  • Das Einstiegsmodell des Surface Pro 4 nutzt einen Intel Core m3-6Y30 und arbeitet ohne aktive Kühlung

    • Die meisten Surface Pro 4 verwenden i5- oder i7-Prozessoren
    • Nutzt die Surface-Pro-Reihe seit 10 Jahren und hält sie für ziemlich robust
  • Beim Vergleich von Fedora Gnome und EndeavourOS KDE liegt das Problem nicht bei Gnome, sondern bei Fedora

    • Arch-basierte Distributionen zeigen auf leistungsschwacher Hardware eine bessere Performance
    • Fedora nutzt packagekit, was viel RAM verbraucht
    • zswap ist auf leistungsschwacher Hardware die bessere Wahl als zram
  • Nutzt Fedora auf einem Surface Pro 7 und macht ähnliche Erfahrungen

    • Die Touch-Funktion in Firefox hat gelegentlich Probleme
  • Mag den hybriden/abnehmbaren Formfaktor, aber der Software-/Hardware-Stack ist noch nicht so weit

    • Es mangelt x86(-64) an Stromsparfunktionen
    • Die Linux-Unterstützung für Surface Pro und Surface Book war instabil
    • Dual-Boot war eine Lösung, aber weiterhin problematisch
    • Aktuelle ARM-Tablets zeigen im Energiesparmodus eine bessere Leistung
    • WSL löst die Hardware-Kompatibilitätsprobleme von Linux
    • Mit WSL lassen sich bessere Dokumentenleser- und Anmerkungswerkzeuge nutzen
  • Die Erfahrung mit Desktop-Linux ist immer ähnlich

    • Nach einer erfolgreichen Ersteinrichtung geht viel Zeit für Problemlösungen drauf, und am Ende gibt man auf
  • Hat Surface beruflich genutzt, es aber sehr gehasst

    • Ein leichtgewichtiges OS und eine leichte Nutzung wären besser