Erfahrungen mit Linux auf dem Surface Pro 4
Hintergrund
- Ich habe 2016 ein Surface Pro 4 gekauft.
- Mit einer Intel Core m3-6Y30 CPU und 4 GB Arbeitsspeicher ist es leistungsschwächer als ein durchschnittlicher Laptop.
- Der Formfaktor war attraktiv, weil er zu einem günstigen Preis ein HiDPI-2k-Display, einen druckempfindlichen Stylus und eine brauchbare Tastatur bot.
- Einige Jahre später kaufte ich einen leistungsstärkeren Laptop und gab das Surface an ein Familienmitglied weiter.
- Vor Kurzem entwickelte ich Interesse an Linux-Tablets und entschied mich, Linux auf dem Surface zu installieren.
Anwendungsfälle
- Surfen im Internet: hauptsächlich mit einem RSS-Reader
- Medienkonsum: Videos ansehen über Samba-Freigaben und auf Online-Seiten wie YouTube
- PDFs lesen: Es wäre gut, in PDFs Notizen machen zu können.
- Skizzieren: Digitales Skizzieren bietet viele Vorteile.
- Zeichnen: Durch die Fortschritte bei KI ergibt sich die Möglichkeit, Zeichnungen anzufertigen und auf einer leistungsstärkeren Maschine Bilder zu generieren.
Installation
- Die Linux-Installation war sehr einfach.
- Ich habe EndeavourOS und Fedora Workstation 40 ausprobiert, und der Installationsprozess verlief reibungslos.
- Die Installationsschritte sind auf der Wiki-Seite von linux-surface gut dokumentiert.
- Als reiner Laptop funktioniert es fast perfekt, aber bei der Nutzung als Tablet gibt es Probleme.
Was funktioniert
- Auch ohne den linux-surface-Kernel funktionieren die meisten Dinge: WLAN, Bluetooth, Tastatur, Energieprofile, Hi-DPI-UI-Skalierung usw.
- Nach der Installation des linux-surface-Kernels funktionieren auch Multitouch und ein druckempfindlicher Stylus.
- Die Akkulaufzeit liegt bei leichter Nutzung bei 5–6 Stunden, beim Ansehen von Videos bei etwa 3 Stunden.
- Auf Software-Seite wird die automatische Bildschirmdrehung unterstützt.
- Sowohl KDE als auch Gnome unterstützen den Tablet-Modus; die UI ist größer und auf Touch-Gesten ausgelegt.
Probleme in beiden Distributionen
- Das größte Problem ist die Touch-Erkennung.
- Ghost Touches: Auch ohne Eingabe werden zufällig Berührungen registriert.
- Problem mit der Handballenerkennung: Die Einstellung zum Deaktivieren des Touchscreens bei Stifteingabe funktioniert nicht zuverlässig.
- Problem mit der virtuellen Tastatur: Bei der Eingabe des Festplattenpassworts erscheint die virtuelle Tastatur nicht.
- Im Standby ist der Akkuverbrauch hoch.
Probleme mit KDE und EndeavourOS
- Die virtuelle Tastatur ist instabil und voller Bugs.
- Rechtsklick per Touch-Geste ist nicht möglich.
- Das Ändern der Fenstergröße ist schwierig.
- Scrollen ist nicht flüssig.
Probleme mit Gnome und Fedora Workstation 40
- Langsamer als KDE
- Hoher Speicherverbrauch, und OOM-Kills treten häufig auf
- Die Backspace-Taste der virtuellen Tastatur funktioniert nicht richtig
Zurück zu Windows 10
- Wenn das Problem mit der Touch-Erkennung behoben würde, wären die anderen Probleme unter KDE akzeptabel.
- Ich bin zu Windows 10 zurückgekehrt und nutze Firefox, Nextcloud, Samba, Krita, Drawboard PDF usw.
Zusammenfassung von GN⁺
- Der Versuch, Linux auf dem Surface Pro 4 zu nutzen, scheiterte an Problemen mit der Touch-Erkennung.
- Sowohl KDE als auch Gnome bieten Nutzbarkeit im Tablet-Modus, haben aber diverse Bugs und Leistungsprobleme.
- Durch die Rückkehr zu Windows 10 und den Einsatz alternativer Software wird das Surface Pro 4 weiter genutzt.
- Für Menschen, die sich für Linux-Tablets interessieren, kann das nützliche Information sein.
- Ein anderes Projekt mit ähnlichen Funktionen ist zum Beispiel das Pinetab.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Nutzt Ubuntu auf einem Dell XPS 13, und es läuft ohne besondere Probleme gut
Wenn Swap und Zram deaktiviert werden, treten OOM-(Out of Memory)-Probleme auf
Hält die Nutzung von WSL auf dem Surface Pro 4 für die bessere Wahl
Mag die Surface-Serie nicht
Das Einstiegsmodell des Surface Pro 4 nutzt einen Intel Core m3-6Y30 und arbeitet ohne aktive Kühlung
Beim Vergleich von Fedora Gnome und EndeavourOS KDE liegt das Problem nicht bei Gnome, sondern bei Fedora
packagekit, was viel RAM verbrauchtzswapist auf leistungsschwacher Hardware die bessere Wahl alszramNutzt Fedora auf einem Surface Pro 7 und macht ähnliche Erfahrungen
Mag den hybriden/abnehmbaren Formfaktor, aber der Software-/Hardware-Stack ist noch nicht so weit
Die Erfahrung mit Desktop-Linux ist immer ähnlich
Hat Surface beruflich genutzt, es aber sehr gehasst