- Das experimentelle Injektionspräparat von Gilead Sciences, das im Abstand von sechs Monaten verabreicht wird, konnte in einer klinischen Studie mit afrikanischen Frauen und weiblichen Jugendlichen HIV-Infektionen zu 100 % verhindern
- Weltweit gibt es pro Jahr rund 1,3 Millionen HIV-Neuinfektionen
- Die derzeitigen Behandlungen sind wirksam, doch der Bedarf an besseren Präventionsmethoden wächst. Die Entwicklung eines Impfstoffs war bislang noch nicht erfolgreich
- Gilead entwickelt mit Lenacapavir ein neues langwirksames Injektionspräparat
- Zwei Injektionen pro Jahr sind praktischer als bisherige täglich einzunehmende Medikamente oder Injektionen alle zwei Monate
- Die Verabreichung kann bei regulären Vorsorgeuntersuchungen erfolgen und verbessert so die Zugänglichkeit
- Details der klinischen Studie:
- Teilnehmerinnen: etwa 5.300 Frauen und weibliche Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren in Südafrika und Uganda
- Methode: Vergleich zwischen einer Gruppe mit Lenacapavir und Gruppen mit bestehenden täglich einzunehmenden Medikamenten (Truvada oder Descovy)
- Ergebnis: In der Lenacapavir-Gruppe trat kein einziger HIV-Fall auf
- Damit wurde eine bessere Wirksamkeit als beim bisherigen Präventionsmedikament Truvada (einmal täglich) nachgewiesen
- Weitere klinische Studien laufen:
- Zielgruppen: schwule Männer, Transgender-Frauen und Männer, auch in den USA
- Erwarteter Zeitpunkt der Ergebnisveröffentlichung: Ende 2024
- Lenacapavir (Markenname Sunlenca) ist bereits als HIV-Therapie für Fälle zugelassen, in denen Resistenzen gegen andere Medikamente bestehen
- Sobald zusätzliche Studienergebnisse vorliegen, will Gilead in den USA und weiteren Ländern eine regulatorische Zulassung von Lenacapavir zur Prävention beantragen
Implikationen
- Eine bahnbrechende neue Option für die HIV-Prävention
- Durch die einfachere Verabreichung wird ein besserer Zugang zur HIV-Prävention erwartet
- Gileads Aktie legte zu: an der New Yorker Börse um bis zu 5,8 % (stärkster Anstieg seit August)
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