1 Punkte von GN⁺ 2024-06-20 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Das Ende der Privatsphäre in der digitalen Kommunikation

Das Ende der Privatsphäre in der digitalen Kommunikation

  • Die EU-Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt, der Anbieter dazu verpflichten würde, alle privaten Chats, Nachrichten und E-Mails automatisiert zu durchsuchen.
  • Ziel: Bekämpfung von Material über sexuellen Missbrauch von Kindern (CSEM).
  • Folge: Echtzeit-Massenüberwachung von Nachrichten und Chats sowie das Ende der Privatsphäre in der digitalen Kommunikation.

Chatkontrolle 2.0 auf allen Smartphones

  • 11. Mai 2022: Die EU-Kommission veröffentlichte einen Vorschlag, der alle E-Mail- und Messenger-Anbieter zur Durchsuchung im Rahmen der Chatkontrolle verpflichten würde.
  • Derzeit: Nur einige US-Kommunikationsdienste (GMail, Facebook/Instagram Messenger usw.) wenden Chatkontrolle freiwillig an.
  • Vorschlag zur Verpflichtung: Erwartet wird ein Anstieg der Scan-Meldungen um 354 %.
  • Position des Parlaments: Fast einstimmige Ablehnung anlassloser Chatkontrolle.

Vorschlag für Chatkontrolle 2.0

  • Vorschlag der EU-Kommission zur Chatkontrolle: Enthält Chatkontrolle, Netzsperren, verpflichtende Altersverifikation für Nachrichten und Chats sowie App-Store-Zensur.
  • Änderungsantrag des EU-Parlaments: Entfernung der Chatkontrolle, optionale Netzsperren, Wegfall der verpflichtenden Altersverifikation usw.
  • Entwurf des EU-Rats: Eine Position ähnlich der der Kommission.

Positionen der EU-Regierungen

  • Die meisten EU-Regierungen unterstützen den ursprünglichen extremen Vorschlag.
  • Einige Regierungen blockieren diese Position (eine sogenannte Sperrminorität).

Verhandlungen: Zeitplan

  • 2020: Die EU-Kommission schlug ein „vorläufiges“ Gesetz vor, das die Durchsuchung aller privaten Chats, Nachrichten und E-Mails ermöglichen sollte.
  • 6. Juli 2021: Das Europäische Parlament verabschiedete ein Gesetz, das freiwillige Chatkontrolle durch Messaging- und E-Mail-Anbieter erlaubt.
  • 11. Mai 2022: Die EU-Kommission veröffentlichte einen Vorschlag, der Chatkontrolle für Dienstanbieter verpflichtend machen würde.

Wie sich Chatkontrolle auf Sie auswirkt

  • Alle Chats und E-Mails werden automatisiert durchsucht.
  • Private Fotos könnten von internationalen Unternehmen und Polizeibehörden eingesehen werden.
  • Flirts und Sexting könnten wegen fehlerhafter Markierungen eingesehen werden.
  • Falsche Meldungen und Ermittlungen könnten zu rechtlichen Problemen führen.
  • Bei Auslandsreisen können erhebliche Probleme entstehen.
  • Geheimdienste und Hacker könnten private Chats und E-Mails ausspähen.
  • Anonyme E-Mail- und Messenger-Konten lassen sich nicht einrichten.
  • Unter 17-Jährige können bestimmte Apps nicht installieren.

Was Sie tun können

  • Kontaktieren Sie Ihre Regierung, um Ihre Bedenken zur Chatkontrolle mitzuteilen.
  • Machen Sie in sozialen Medien darauf aufmerksam.
  • Wenden Sie sich an Anbieter von E-Mail-, Messaging- und Chat-Diensten.

Meinung von GN⁺

  • Eingriff in die Privatsphäre: Chatkontrolle greift massiv in die persönliche Privatsphäre ein.
  • Problem der Fehlalarme: Durch die hohe Fehlerrate automatisierter Systeme könnten Unschuldige geschädigt werden.
  • Technische Schwachstellen: Die Wahrscheinlichkeit von Sicherheitslücken steigt.
  • Bedarf an Alternativen: Es werden andere wirksame Methoden zum Schutz von Kindern benötigt.
  • Reaktion der Branche: Viele Technologieunternehmen und Experten lehnen diesen Vorschlag ab.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-06-20
Hacker-News-Kommentare
  • Standpunkt der EU: Die EU wird den Vorschlag diese Woche nicht verabschieden, sondern im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens über ihre Verhandlungsposition abstimmen.
  • Zur Wortmeldung: Es wird empfohlen, sich an die eigenen Vertreter zu wenden, um die eigene Stimme hörbar zu machen.
  • Digital Markets Act: Es ist interessant, dass der jüngste EU Digital Markets Act den Zweck dieses Gesetzes untergraben könnte.
  • App-Vertrieb: Dieses Gesetz könnte unter der Annahme funktionieren, dass App Stores der einzige Vertriebsweg sind; wenn Sideloading erlaubt ist, könnte die Einhaltung ausbleiben.
  • Politische E-Mails: Europäische Politiker mögen keine wiederholten E-Mails, und strategische Alternativen könnten wirksamer sein.
  • Fortlaufende Bemühungen: Es gibt die Ansicht, dass die Debatte über diesen Gesetzentwurf nicht aufhören wird.
  • Problem der Fehlerquote: Trotz einer niedrigen Fehlerquote könnten viele Unschuldige betroffen sein, und auch für diejenigen, die dies überprüfen müssen, wäre es eine große Belastung.
  • Interview: In einem Interview mit Patrick Breyer wird die Erklärung zu Chat Control als äußerst düster eingeschätzt.
  • Nichtkommerzielle Dienste: Nur nichtkommerzielle und nicht werbefinanzierte Dienste würden nicht unter dieses Gesetz fallen.
  • Open Source: Es gibt Fragen zur Definition von Open-Source-Software und zum Anwendungsbereich.
  • Umgehungsmöglichkeiten: Es wird diskutiert, ob sich dieses Gesetz durch Self-Hosting oder Verschlüsselung vor der Übertragung umgehen lässt.