Das Ende der Privatsphäre in der digitalen Kommunikation
Das Ende der Privatsphäre in der digitalen Kommunikation
- Die EU-Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt, der Anbieter dazu verpflichten würde, alle privaten Chats, Nachrichten und E-Mails automatisiert zu durchsuchen.
- Ziel: Bekämpfung von Material über sexuellen Missbrauch von Kindern (CSEM).
- Folge: Echtzeit-Massenüberwachung von Nachrichten und Chats sowie das Ende der Privatsphäre in der digitalen Kommunikation.
Chatkontrolle 2.0 auf allen Smartphones
- 11. Mai 2022: Die EU-Kommission veröffentlichte einen Vorschlag, der alle E-Mail- und Messenger-Anbieter zur Durchsuchung im Rahmen der Chatkontrolle verpflichten würde.
- Derzeit: Nur einige US-Kommunikationsdienste (GMail, Facebook/Instagram Messenger usw.) wenden Chatkontrolle freiwillig an.
- Vorschlag zur Verpflichtung: Erwartet wird ein Anstieg der Scan-Meldungen um 354 %.
- Position des Parlaments: Fast einstimmige Ablehnung anlassloser Chatkontrolle.
Vorschlag für Chatkontrolle 2.0
- Vorschlag der EU-Kommission zur Chatkontrolle: Enthält Chatkontrolle, Netzsperren, verpflichtende Altersverifikation für Nachrichten und Chats sowie App-Store-Zensur.
- Änderungsantrag des EU-Parlaments: Entfernung der Chatkontrolle, optionale Netzsperren, Wegfall der verpflichtenden Altersverifikation usw.
- Entwurf des EU-Rats: Eine Position ähnlich der der Kommission.
Positionen der EU-Regierungen
- Die meisten EU-Regierungen unterstützen den ursprünglichen extremen Vorschlag.
- Einige Regierungen blockieren diese Position (eine sogenannte Sperrminorität).
Verhandlungen: Zeitplan
- 2020: Die EU-Kommission schlug ein „vorläufiges“ Gesetz vor, das die Durchsuchung aller privaten Chats, Nachrichten und E-Mails ermöglichen sollte.
- 6. Juli 2021: Das Europäische Parlament verabschiedete ein Gesetz, das freiwillige Chatkontrolle durch Messaging- und E-Mail-Anbieter erlaubt.
- 11. Mai 2022: Die EU-Kommission veröffentlichte einen Vorschlag, der Chatkontrolle für Dienstanbieter verpflichtend machen würde.
Wie sich Chatkontrolle auf Sie auswirkt
- Alle Chats und E-Mails werden automatisiert durchsucht.
- Private Fotos könnten von internationalen Unternehmen und Polizeibehörden eingesehen werden.
- Flirts und Sexting könnten wegen fehlerhafter Markierungen eingesehen werden.
- Falsche Meldungen und Ermittlungen könnten zu rechtlichen Problemen führen.
- Bei Auslandsreisen können erhebliche Probleme entstehen.
- Geheimdienste und Hacker könnten private Chats und E-Mails ausspähen.
- Anonyme E-Mail- und Messenger-Konten lassen sich nicht einrichten.
- Unter 17-Jährige können bestimmte Apps nicht installieren.
Was Sie tun können
- Kontaktieren Sie Ihre Regierung, um Ihre Bedenken zur Chatkontrolle mitzuteilen.
- Machen Sie in sozialen Medien darauf aufmerksam.
- Wenden Sie sich an Anbieter von E-Mail-, Messaging- und Chat-Diensten.
Meinung von GN⁺
- Eingriff in die Privatsphäre: Chatkontrolle greift massiv in die persönliche Privatsphäre ein.
- Problem der Fehlalarme: Durch die hohe Fehlerrate automatisierter Systeme könnten Unschuldige geschädigt werden.
- Technische Schwachstellen: Die Wahrscheinlichkeit von Sicherheitslücken steigt.
- Bedarf an Alternativen: Es werden andere wirksame Methoden zum Schutz von Kindern benötigt.
- Reaktion der Branche: Viele Technologieunternehmen und Experten lehnen diesen Vorschlag ab.
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