1 Punkte von GN⁺ 2023-12-01 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Europäisches Parlament lehnt massenhaftes Scannen privater Nachrichten ab

  • Am 22. November 2022 verabschiedete das Europäische Parlament seine offizielle Position zum Entwurf der „Verordnung zur Prävention und Bekämpfung sexuellen Missbrauchs von Kindern“.
  • Dies wird als positive Entwicklung für die Menschenrechte gewertet und erhielt starke Unterstützung von allen politischen Gruppen im Europäischen Parlament.
  • Bei einem der umstrittensten Gesetzesvorhaben der Europäischen Union (EU) wurden Fortschritte beim Schutz der Menschenrechte erzielt.

Position des Europäischen Parlaments

  • Das Europäische Parlament gab eine klare politische Erklärung ab, dass nicht jede Maßnahme durch das Erreichen sozialer Ziele gerechtfertigt werden kann.
  • Die Charta der Grundrechte der EU verlangt, dass Einschränkungen der Rechte von Menschen zur Erreichung eines Ziels notwendig, objektiv wirksam und so wenig eingreifend wie möglich sein müssen.
  • Das Parlament lehnte Regeln, die zum massenhaften Scannen privater Nachrichten zwingen würden, entschieden ab und änderte sie so, dass dies nur bei begründetem Verdacht verlangt werden kann.

Aktivitäten und Solidarität von EDRi

  • EDRi forderte die EU fortlaufend dazu auf, dass Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch von Kindern mit den Menschenrechtsstandards vereinbar sein müssen.
  • Die „10 Prinzipien zum Schutz von Kindern im digitalen Zeitalter“ wurden im ursprünglichen Gesetzesvorschlag ignoriert, ebenso wie die Bedenken des eigenen Prüfgremiums der Kommission.
  • Dank der von EDRi angeführten Kampagne „Stop Scanning Me“ erhoben Tausende Menschen in ganz Europa ihre Stimme, um vor den Maßnahmen im Entwurf zu warnen.

Wie geht es weiter?

  • Nachdem das Europäische Parlament seine Position offiziell verabschiedet hat, ist es bereit, an den nicht öffentlichen Verhandlungen teilzunehmen, die als „Trilog“ bezeichnet werden.
  • Derzeit verfügen die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten nicht über eine klare Position, die für die Verhandlungen erforderlich wäre, und einige Länder ignorieren die technischen und rechtlichen Realitäten.
  • Die Regierungen Deutschlands, Österreichs, Polens, Estlands und Sloweniens haben eine klar ablehnende Haltung gegenüber dem fehlerhaften Vorschlag eingenommen.

Meinung von GN⁺

  • Der wichtigste Punkt dieses Artikels ist, dass das Europäische Parlament das massenhafte Scannen privater Nachrichten abgelehnt und damit einen wichtigen Meilenstein für den Schutz der Menschenrechte gesetzt hat.
  • Diese Entscheidung zeigt die klare Haltung des Europäischen Parlaments zu digitalen Rechten und zum Schutz der Privatsphäre und kann als bedeutendes Beispiel dafür gelten, dass die Realitäten von Technologie und Recht anerkannt werden.
  • Diese Entwicklung ist für Menschen interessant, die sich für Menschenrechte und Datenschutz interessieren, und unterstreicht die Bedeutung des Schutzes von Rechten im digitalen Umfeld.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2023-12-01
Hacker-News-Kommentare
  • Notwendigkeit von Mechanismen zur Verhinderung von Versuchen, die Sicherheit zu brechen

    Es wird betont, dass Maßnahmen nötig sind, um Versuche zur Untergrabung der Sicherheit fortlaufend zu verhindern. Es besteht die Sorge, dass solche Versuche in Krisensituationen oder durch Ermüdung letztlich doch erfolgreich sein könnten.

  • Die Verderblichkeit massenhafter Überwachung

    Massenüberwachung wird mit absoluter Macht verglichen, die die Seele krank macht, und anhand direkter Erfahrungen wird erläutert, wie eine solche Überwachung Menschen korrumpiert.

  • Nutzlosigkeit der Kommunikationsüberwachung aus Sicht der Strafverfolgung

    Es wird argumentiert, dass die Überwachung von vom breiten Publikum genutzten Kommunikationssystemen für Strafverfolgungsbehörden wertlos ist, sofern es nicht eigentlich darum geht, die Allgemeinbevölkerung zu überwachen. Hervorgehoben wird, dass böswillige Akteure mit technischen Fähigkeiten keine öffentlichen Systeme nutzen würden.

  • Norwegens Gesetz zur Metadatenüberwachung

    Es wird kritisiert, dass in Norwegen ein Gesetz verabschiedet wurde, das das Lesen von Metadaten sämtlichen grenzüberschreitenden Datenverkehrs erlaubt, obwohl dieses Gesetz angesichts der Realität, dass die meisten Daten Grenzen überschreiten, sinnlos sei.

  • Bedeutung des Vetorechts der EU-Mitgliedstaaten

    Unter Verweis auf Fälle, in denen Vorlagen dank des Widerstands einiger Länder zurückgezogen wurden, wird argumentiert, dass das Vetorecht der Mitgliedstaaten innerhalb der EU wichtig ist.

  • Notwendigkeit der Offenlegung der Kommunikationsprotokolle von Politikerinnen und Politikern

    Es wird gefordert, sämtliche Nachrichten der unterstützenden Politikerinnen und Politiker zu öffentlichen Aufzeichnungen zu machen, und betont, dass die Verhinderung von Machtmissbrauch wichtiger sei als ihr Recht auf Privatsphäre.

  • Bedeutung der Entwicklung verschlüsselter Apps

    Es wird die Bedeutung der Entwicklung verschlüsselter Apps betont, die persönliche Nachrichten unabhängig von den Absichten der Regierung schützen können. Zugleich wird die Sorge geäußert, dass letztlich nur technisch versierte und datenschutzbewusste Menschen solche Apps weiterhin nutzen werden.

  • Sieg für den Schutz der Privatsphäre und anhaltende Wachsamkeit

    Während ein wichtiger Sieg für den Schutz der Privatsphäre gefeiert wird, wird zugleich Wachsamkeit geäußert, dass Regierungen es unter anderem Namen erneut versuchen werden.

  • Möglichkeit, dass Plattformbetreiber Anfragen von Strafverfolgungsbehörden nachkommen

    Es wird darauf hingewiesen, dass selbst bei verschlüsselten Nachrichten die meisten Plattformbetreiber Anfragen von Strafverfolgungsbehörden nachkommen würden und es dadurch verschiedene Wege gebe, über die Nachrichten offengelegt werden könnten.