- Entscheidung zur Rücknahme einer 2006 in Nature veröffentlichten Alzheimer-Studie
- Die Neurowissenschaftlerin Karen Ashe von der University of Minnesota (UMN) räumte ein, dass der Artikel manipulierte Bilder enthält.
- Der Artikel wurde rund 2500-mal zitiert und würde im Fall einer Rücknahme zu den am häufigsten zitierten zurückgezogenen Arbeiten gehören.
- Ashe hatte zunächst argumentiert, die Probleme des Artikels ließen sich durch eine Korrektur beheben, erklärte später jedoch, dass alle Autorinnen und Autoren der Rücknahme zugestimmt hätten.
- Der Erstautor Sylvain Lesné stimmt der Rücknahme nicht zu.
- Der Artikel behauptete, dass das Amyloid-Beta-Protein Aβ*56 Alzheimer auslösen könne.
- Es wurde vorgeschlagen, dass dieses Protein ein neues therapeutisches Ziel im Zusammenhang mit Alzheimer sein könnte.
- Eine Untersuchung von Science fand Hinweise auf Datenmanipulation in mehreren Arbeiten, an denen Lesné und Ashe als Koautoren beteiligt waren.
- Führende Wissenschaftler stellten die Existenz des Proteins Aβ*56 sowie die Methoden zu seinem Nachweis infrage.
- Die UMN untersucht derzeit Lesnés Forschung und kam bei einigen Bildern zu dem Schluss, dass kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliege.
- Zu anderen verdächtigen Bildern äußerte sie sich jedoch nicht.
- Reaktionen der Wissenschaftsgemeinschaft
- Der Schritt wird als wichtige Maßnahme zum Schutz der wissenschaftlichen Integrität bewertet.
- Auch andere Journale warten auf die Ergebnisse der UMN-Untersuchung.
Meinung von GN⁺
- Die Bedeutung wissenschaftlicher Integrität: Die Manipulation von Forschungsdaten kann die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit erheblich beschädigen. Sie beeinträchtigt die Reproduzierbarkeit und Verlässlichkeit von Forschungsergebnissen.
- Notwendigkeit unabhängiger Untersuchungen: Untersuchungen zu wissenschaftlichem Fehlverhalten sollten von unabhängigen Stellen durchgeführt werden. Universitätsinterne Untersuchungen bergen die Möglichkeit von Interessenkonflikten.
- Die Richtung der Alzheimer-Forschung: Da Zweifel am Protein Aβ*56 aufgekommen sind, könnte eine neue Ausrichtung der Alzheimer-Forschung notwendig sein. Eine Überprüfung bestehender Hypothesen ist erforderlich.
- Auswirkungen der Rücknahme: Auch Folgeforschung, die auf der zurückgezogenen Arbeit basiert, könnte betroffen sein. Dies könnte zu erheblichen Veränderungen bei Forschungsförderung und Forschungsrichtung führen.
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