Das neue Gesetz über digitale Märkte (DMA) der Europäischen Union
- Das neue Gesetz über digitale Märkte (DMA) der Europäischen Union ist eine komplexe Regulierung.
- Diese Regulierung zielt darauf ab, die von der Öffentlichkeit genutzte Technologie leichter kontrollierbar zu machen.
Zentrale Regulierungsinhalte
- Zulassung von Drittanbieter-App-Stores: Mächtige „Gatekeeper“-Technologieunternehmen müssen Drittanbieter-App-Stores zulassen. Dadurch können Gerätebesitzer vertrauenswürdige Softwareanbieter frei wählen.
- Bereitstellung interoperabler Gateways: Es müssen interoperable Gateways bereitgestellt werden, an die sich andere Plattformen anschließen können. Dadurch können Nutzer auch nach einem Wechsel des Chat-Clients mit ihren bisherigen Kontakten verbunden bleiben.
- Verbot der Bevorzugung eigener Produkte: Plattformen wird untersagt, ihre eigenen Produkte bevorzugt zu bewerben und bessere Produkte von Wettbewerbern zu verstecken.
- Verschärfung der Datenschutzregeln: Enthalten sind Datenschutzvorschriften, die die acht Jahre alte Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verschärfen. Gerade große Technologieunternehmen haben diese Regeln lange ignoriert.
Ziele des DMA
- Eine Welt fördern, in der Nutzer entscheiden können, welche Software auf ihren Geräten ausgeführt wird.
- Es einfacher machen, die besten Produkte und Dienste zu finden.
- Sicherstellen, dass man beim Wechsel zu einer besseren Plattform nicht seine sozialen Beziehungen aufgeben muss.
- All dies ohne Überwachung ermöglichen.
Widerstand der Technologieunternehmen
- Große Technologieunternehmen wollen diese Zukunft nicht und bemühen sich, sie zu verhindern.
- Apple kontrolliert strikt, welche Software Kunden installieren dürfen. Genau das war ein zentrales Anliegen des DMA.
- Apple vertreibt Software über den App Store und verlangt hohe Gebühren von 30 % auf App-Verkäufe und nachfolgende Käufe.
- Apple behauptet, diese Kontrolle sei nötig, um Kunden zu schützen. Tatsächlich nimmt das Unternehmen den Kunden mit dieser Kontrolle jedoch Sicherheit, um den eigenen Gewinn zu steigern.
Apples Reaktion
- Apple hat einen Plan zur Einhaltung des DMA vorgelegt, dieser ist jedoch stark unzureichend.
- Apple erhebt verschiedene Gebühren für Apps, die über konkurrierende App-Stores verkauft werden, und entfernt Apps, die über konkurrierende App-Stores vertrieben werden, aus dem Apple Store.
- Apple-Kunden müssen komplizierte Einstellungen durchlaufen, um andere App-Stores zu nutzen, und außerhalb der EU werden Drittanbieter-Apps deaktiviert.
Metas Reaktion
- Die DSGVO verlangt, dass Meta von den Nutzern eine klare und widerrufbare Einwilligung einholt.
- Meta hat ein „Pay or Okay“-System eingeführt, bei dem Nutzer zahlen müssen, wenn sie dem Tracking nicht zustimmen und den Dienst dennoch nutzen wollen.
- Das ist verboten, doch Meta verhält sich so, als erlaube es der DMA.
Kampf für ein System demokratischer Kontrolle und Verantwortung
- Mit der stärkeren Konzentration des Technologiesektors ist die Rechenschaftspflicht gesunken. Technologieunternehmen verletzen unsere Datenschutzrechte, Arbeitsrechte und Verbraucherrechte in großem Maßstab.
- Wettbewerbsbehörden weltweit beginnen, große Technologieunternehmen zu regulieren. Der DMA ist die stärkste und ehrgeizigste Regulierung.
- Die Architekten des DMA hatten vorausgesehen, dass Big Tech die Regeln nicht einhalten würde.
- Sie kündigten Untersuchungen gegen Apple, Google und Meta an und drohten mit Geldbußen von bis zu 10 % des weltweiten Umsatzes der Unternehmen, die sich bei weiterer Nichtbefolgung auf 20 % verdoppeln könnten.
- Wenn Apple die Behauptung gegen die Wahlfreiheit der Kunden bei Software unter dem DMA untergraben kann, wird sich dies auf die Klage des US-Justizministeriums zum gleichen Thema sowie auf Fälle in Japan und Südkorea und auf laufende Durchsetzungsmaßnahmen im Vereinigten Königreich auswirken.
- Diese Regulierung und die Gegenwehr der Technologieunternehmen dagegen sind ein wichtiger Versuch, Daten, Macht und Geld, die Nutzern und Arbeitnehmern entzogen wurden, zurückzugeben.
Meinung von GN⁺
- Widerstand der Technologieunternehmen: Große Technologieunternehmen wehren sich gegen den DMA, weil diese Regulierung ihr Geschäftsmodell stark beeinflusst.
- Stärkung der Nutzerrechte: Der DMA begrenzt das Monopol der Technologieunternehmen, indem er den Nutzern mehr Wahlmöglichkeiten und Rechte gibt.
- Globale Auswirkungen: Eine erfolgreiche Umsetzung des DMA könnte die Einführung ähnlicher Regulierungen weltweit beschleunigen.
- Schutz der Privatsphäre: DSGVO und DMA sind wichtige Regulierungen zur Stärkung des Schutzes der Privatsphäre der Nutzer.
- Verantwortung der Technologieunternehmen: Es ist wichtig, dass große Technologieunternehmen ihrer Verantwortung gegenüber Nutzern und der Gesellschaft gerecht werden.
3 Kommentare
Es wirkt so, als gebe es Bemühungen, die Entstehung geschlossener Ökosysteme zu verhindern. Es scheint, dass wir es nicht als selbstverständlich hinnehmen sollten, wenn sich ein Unternehmen als „Plattform“ bezeichnet, in Wirklichkeit aber überhaupt nichts miteinander verbindet.
Das ist nichts weiter als reine Gängelung. Bei uns wäre es schon wünschenswert, wenn man zumindest damit aufhören würde, dass man beim Veröffentlichen einfacher Spiele wie Go erst bezahlen und dann eine Altersverifikation durchlaufen muss.
Hacker-News-Meinung
Zusammenfassung der Hacker-News-Kommentare
EU-Gesetz zum Schutz von Plattformarbeitern
Regulierung von Tech-Unternehmen in der EU
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Das Problem mit Apples App Store
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Metas System "Pay or Okay"
Dauer der GDPR-Durchsetzung
Ein neuer Begriff für Tech-Monopole
Balance zwischen Datenschutz und Innovation