Warum er Bluesky verlassen hat (Jack hat den Vorstand verlassen und auch sein Bluesky-Profil gelöscht)
- Er hatte das Gefühl, dass Bluesky die Fehler von Twitter wiederholt. Es sei kein wirklich dezentralisiertes Protokoll und wirke wie noch eine weitere App, die den Spuren von Twitter folgt
- Bluesky habe sich von der ursprünglich gewünschten Richtung eines dezentralen, Open-Source-Protokolls entfernt. Es sei zu einem Unternehmen mit VC-Finanzierung und Vorstand geworden
- Nostr dagegen hält er für ein echtes offenes Protokoll, geschaffen von einem anonymen Brasilianer, ohne Vorstand und ohne Finanzierung. Er habe sich entschieden, dieses zu unterstützen
Die Probleme von Twitter/X und die künftige Richtung
- Das Kernproblem von Twitter war die Entscheidung für ein Markenwerbemodell. Eine Struktur, die zwangsläufig stark von Werbekunden abhängt
- Als börsennotiertes Unternehmen sei es schwer gewesen, sich gegen Zensur zu wehren. Veränderungen seien nur durch eine Rückkehr in private Hand möglich
- Langfristig müssten Social-Media-Unternehmen auf offene Protokolle umstellen, um Zensur zu vermeiden. Mit der derzeitigen zentralisierten Struktur sei das unmöglich
Umgang mit staatlichen Zensurforderungen
- Jack sagt, Twitter habe für die Meinungsfreiheit gegen Regierungen gekämpft. Es habe Druck gegeben, etwa durch die Drohung mit Festnahmen von Mitarbeitern und Hausdurchsuchungen
- Elon habe sich für das Prinzip der Meinungsfreiheit im Rahmen der lokalen Gesetze entschieden. Auf Anfrage werde Content innerhalb des jeweiligen Landes entfernt
- Auf Protokollbasis wäre es selbst bei staatlichen Forderungen nicht möglich, dem nachzukommen. Das sei die grundlegende Lösung
- Ohne den Wechsel zu offenen Protokollen gebe es für Social-Media-Unternehmen „absolut keine“ Möglichkeit, sich gegen Zensur zu wehren. „Die Grundlage, auf der alles aufgebaut ist, muss sich ändern“
Seine Sicht auf das Deepfake-Problem
- Ein Ansatz wie bei Nostr, bei dem man die eigene Identität nachweist, könnte eine Lösung sein
- Schon dass Unternehmen Identitäten besitzen, sei riskant. Dadurch würden sie anfällig für staatlichen Druck
Sonstiges
- Warum er auf X vielen Menschen entfolgt ist: Er glaubt, dass das durch verbesserte Algorithmen unnötig geworden ist. Irgendwann werde die Follow-Aktion verschwinden
- Bitcoin-Preisprognose für 2030: mindestens 1 Million US-Dollar. Das Ökosystem und die Bewegung seien als solche attraktiv
3 Kommentare
Wenn ich sehe, was Jack Dorsey zu Bluesky gesagt hat, muss ich wieder an den Thread unten denken. Ob Social Media ohne Moderation nicht doch eine Illusion ist
https://twitter.com/MosquitoCapital/status/1593541177965678592
Die letzte Frage zum Bitcoin-Preis war zwar scherzhaft gemeint, aber Jack antwortete, dass ihn mehr als der Preis das Ökosystem und die Bewegung faszinieren, die von den Menschen aufgebaut werden, die an Bitcoin arbeiten.
Nostr – dezentrales soziales Netzwerk