1 Punkte von GN⁺ 2024-05-03 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Jane Streets Größe wächst rasant

    • Im Jahr 2023 hielt Jane Street rund 10,4 % des nordamerikanischen Aktienhandels und näherte sich damit Citadel Securities an.
    • In mehr als 20 Ländern weltweit macht Jane Street über 2 % des gesamten Handelsvolumens aus.
    • Im vergangenen Jahr wurden Optionen im Volumen von 32 Billionen USD gehandelt, was 7,6 % der Verträge der Options Clearing Corporation entspricht.
    • Im ETF-Market-Making zeigt Jane Street besondere Stärke: Mit einem durchschnittlichen monatlichen ETF-Handelsvolumen von 527 Milliarden USD erfasst es einen beträchtlichen Teil des ETF-Handels in den USA und Europa.
    • Besonders im Bereich der Bond-ETFs hält es 41 % der Primärmarktaktivität und betritt damit das seit Langem von Banken dominierte Segment des Unternehmensanleihehandels.
  • Jane Streets Ertragskraft ist enorm

    • Im ersten Quartal wurden 4,4 Milliarden USD an Netto-Handelsergebnis erzielt; im Vorjahr 10,5 Milliarden USD bei einer Nettomarge von über 70 %.
    • Der Gesamtumsatz von 2023 lag bei 21,9 Milliarden USD und stieg damit um 34 % gegenüber dem Vorjahr auf rund ein Siebtel dessen, was die wichtigsten globalen Investmentbanken in den Bereichen Aktien-, Anleihe-, Devisen- und Warengeschäfte zusammen erzielten.
    • Pro Mitarbeiter werden im Schnitt 4 Millionen USD Nettoertrag erzielt; pro Trader werden durchschnittlich 22 Millionen USD an adjustiertem EBITDA erwirtschaftet.
  • Jane Streets Bilanz ist enorm angewachsen

    • Das Vermögen stieg bis Ende 2024 um 34 % auf 1,4 Billionen USD, was es von einem „reinen“ Hochfrequenzhändler unterscheidet.
    • 80 % des Eigenkapitals stammen aus Mitarbeiteranteilen, die Ende letzten Jahres 2,13 Billionen USD erreichten.
    • Nach der starken Q1-Performance liegt das Eigenkapital derzeit bei über 2,4 Billionen USD.
  • Jane Street zahlt seinen Mitarbeitern außergewöhnlich hohe Vergütung

    • Auf Basis der im letzten Jahr veröffentlichten Ausgaben für Vergütung und Sozialleistungen von 2,4 Milliarden USD liegt der Durchschnitt bei über 900.000 USD pro Mitarbeiter.
    • Dass die Fluktuationsrate in den vergangenen zwei Jahren nur 6 % betrug, dürfte auf das branchenbeste Gehaltsniveau zurückzuführen sein.
    • Die durchschnittliche Verweildauer der 40 Partner beträgt 16 Jahre, von denen einige offenbar zu den Milliardären gehören.
  • Jane Street agiert ausgesprochen vorsichtig

    • Es fokussiert sich auf das Vermeiden von Katastrophen durch zentralisiertes Risikomanagement, Optionen zur Absicherung von Extremrisiken und ähnliche Maßnahmen.
    • Die Vergütung basiert auf dem Gesamtbeitrag zum Unternehmen, nicht auf dem individuellen P&L, wodurch das Risikobewusstsein betont wird.
    • Es wird vor einer möglichen Einschränkung von Gewinnchancen durch das Risikomanagementsystem gewarnt.
  • Jane Street möchte in fast allen Bereichen wachsen

    • Insgesamt ist eine Beschleunigung der Handelsgeschwindigkeit geplant sowie ein Ausbau des Großhandels im Aktienbereich, der Einstieg in den Optionsgroßhandel und die Ausweitung des Anleihehandels.

GN⁺-Meinung

  • Die Dynamik und Rentabilität von Jane Street sind beeindruckend, insbesondere im ETF-Market-Making und im Anleihebereich. Es bleibt jedoch spannend, ob dieses Wachstum nachhaltig ist und wie auf Volatilität in den Kapitalmärkten reagiert wird.
  • Die außergewöhnliche Bezahlung der Beschäftigten trägt offenbar maßgeblich dazu bei, Top-Talente zu gewinnen und zu halten, könnte aber langfristig zu steigenden Personalkosten führen.
  • Der vorsichtige Ansatz mit zentralisiertem Risikomanagement und Tail-Risk-Hedging ist beeindruckend und deutet auf gut funktionierende, unternehmensweite Risikokontrollen hin. Dennoch kann eine übermäßige Kontrolle Investitionschancen einschränken.
  • Da etablierte Investmentbanken versuchen dürften, das Wachstum von Jane Street zu bremsen, sollte die Entwicklung der Profitabilität unter der veränderten Wettbewerbsdynamik genau beobachtet werden.
  • Besonders traditionelle Finanzinstitute werden voraussichtlich versuchen, die Stärken von Jane Street nachzuahmen, weshalb eine klare Differenzierungsstrategie erforderlich erscheint. Kontinuierliche Investitionen in neue Daten, Algorithmen und Technologie werden voraussichtlich entscheidend bleiben, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-05-03
Hacker News Kommentare
  • Jane Streets Employee-Branding wurde als hervorragendes Modell genannt. Gut platzierte Werbung/Sponsoring, hochwertige Podcast-Produktionen und die monatlich konsistente Veröffentlichung von Puzzles wirken wie Branding-Investitionen, die offenbar nur ein so großes Unternehmen tragen kann.
  • Ein kleiner Hinweis wurde geteilt, dass auf dem Schild „Food Bar“ in der Kantine des Londoner Büros das „d“ ausgeschaltet ist.
  • Ein Kommentator aus der quantitativen Finanzwelt erwähnte, er habe schon lange gewünscht, im Alltag OCaml einzusetzen; ohne eine so gut entwickelte Codebasis und interne Entwicklungswerkzeuge wie bei Jane Street könne man in der quantitativen Entwicklung nicht so produktiv sein wie mit anderen in der Branche weit verbreiteten Sprachen.
  • Zum Ende 2023 hatte Jane Street 2631 Mitarbeitende, und viele waren überrascht, dass etwa 80 % des Unternehmenskapitals aus den Mitarbeiterbeteiligungen stammen, deren Wert bis Ende 2023 auf 21,3 Milliarden US-Dollar angewachsen ist.
  • In der Kommentarspalte eines FT-Artikels zitierte ein Leser den Rat eines Freundes, dass „Research (Forschung) und Risk Management (Risikomanagement) die essenziellen Elemente eines erfolgreichen Rennens“ seien, und fügte hinzu, dass es Katastrophen gibt, wenn Unternehmen das vergessen (mit Verweis auf Boeing).
  • Es wurde angemerkt, dass es zwar angenehm ist, dass Jane Street den OCaml-Traum weiterträgt, dass aber kein Unternehmen, besonders im Bereich der Automatisierung, solch einen Einfluss haben sollte; zugleich gibt es Neugier auf ihre Stärken.
  • Immer wenn Jane Street und OCaml im Gespräch waren, wurde die Belegschaft auf etwa 30 bis 40 Personen geschätzt; die Tatsache, dass sie 2613 beträgt, wurde mit Überraschung aufgenommen.
  • Es wurde die Frage aufgeworfen, ob nicht hier der Blub Paradox greift, da Jane Street der größte „Poster Child“ von OCaml ist.
  • In einem Reddit-Thread von gestern wurde auf die Frage, welche Firma als Heimat der besten Engineers gilt, Jane St. erwähnt, und es gab eine Antwort, dass sie hervorragende Engineers hervorbringen.