Der Niedergang des iPhone
- In der Anfangszeit des iPhone (um 2008) war es eine interessante und leistungsstarke neue Technologie, die auf dem Mobiltelefonmarkt schrittweise eine dominante Stellung einnahm
- In den letzten Jahren ist die Begeisterung für neue iPhone-Veröffentlichungen jedoch abgeflaut, da sie weniger als innovative Geräte, sondern eher als nur ein weiteres gewöhnliches Smartphone wahrgenommen werden
- Laut IDC sind die Smartphone-Verkäufe in sechs der letzten sieben Jahre zurückgegangen. Gründe dafür sind unter anderem die höhere Haltbarkeit der Geräte und dass die Menschen weniger das Gefühl haben, ihre Telefone alle zwei bis drei Jahre ersetzen zu müssen
Apples Abhängigkeit vom iPhone-Umsatz
- Trotz Diversifizierungsbemühungen erzielt Apple weiterhin unverhältnismäßig viel Umsatz — mehr als die Hälfte — mit iPhone-Verkäufen im Vergleich zu anderen Produkten und Services
- Im 1. Quartal 2024 entfielen von Apples Gesamtumsatz in Höhe von 119,6 Milliarden US-Dollar 69,7 Milliarden US-Dollar auf iPhone-Verkäufe
- Das bedeutet, dass Apple bei einem Rückgang des gesamten Smartphone-Markts anfälliger sein könnte als andere große, stärker diversifizierte Tech-Unternehmen
Apples geschlossener Ansatz
- Als das iPhone seine Dominanz ausbaute, konzentrierte sich Apple auf den Aufbau eines Ökosystems aus exklusiven Funktionen und Services (App Store, iMessage, FaceTime, Apple Wallet usw.)
- Apple schränkte die Interoperabilität absichtlich ein, um Nutzer an die eigene Plattform zu binden (z. B. kein iMessage auf Android)
- Auch der App Store wurde streng kontrolliert: Apple verlangte 30 % Provision auf App-Verkäufe und In-App-Käufe und setzte Entwicklern zugleich Einschränkungen
- Im Laufe der Zeit nahm Apple als Reaktion auf Kritik teilweise Richtlinienänderungen vor, Entwickler halten diese jedoch für verwirrend und unfair
Zunehmender kartellrechtlicher Druck
- Wegen Apples restriktiver Praktiken kam es in den USA und der EU zu kartellrechtlichen Klagen und Untersuchungen
- Epic Games verklagte Apple 2020 wegen der Gebührenstruktur des App Store, und die Regulierungsbehörden der EU verabschiedeten Gesetze zur Regulierung großer Tech-Unternehmen
- 2023 reichte das US-Justizministerium eine Kartellklage gegen Apple ein und warf dem Unternehmen illegales Monopolverhalten auf dem Smartphone-Markt vor
- Apple hat bereits einige Änderungen eingeleitet, etwa die Zulassung von App Stores und Zahlungsmethoden von Drittanbietern, doch der Widerstand von Entwicklern und Regulierungsbehörden hält an
- Dies wird mit den Kartell- und Rechtsstreitigkeiten von Microsoft Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre verglichen, die sich als enorme Belastung erwiesen
Meinung von GN⁺
- Apples Strategie eines geschlossenen Ökosystems hat kurzfristig zwar geholfen, den Umsatz zu steigern, langfristig wird sie jedoch zu einem Risikofaktor durch Kartellklagen und ähnliche Verfahren. Ein Wechsel zu einer offeneren Plattform wie Googles Android-Ökosystem könnte eine Alternative sein.
- Da die Innovationskraft des iPhone nachlässt, ist auch das Interesse der Verbraucher nicht mehr so groß wie früher. Es scheint nötig zu sein, die Investitionen in Zukunftstechnologien wie AR/VR zu erhöhen und die Entwicklung neuer Produktkategorien wie dem Apple Car weiter zu beschleunigen.
- Die auf das iPhone konzentrierte Umsatzstruktur ist riskant. Es erscheint wichtig, Wearables wie die Apple Watch und AirPods sowie abonnementsbasierte Services wie Apple TV+ weiter zu stärken, um die Abhängigkeit vom iPhone zu verringern.
- Wie der Kartellfall von Microsoft in den 1990er-Jahren zeigt, dürfte der regulatorische Druck auf Plattformunternehmen weiter zunehmen. Es erscheint ratsam, proaktiv mit entwicklerfreundlichen Richtlinienänderungen und der Einhaltung von Internetstandards darauf zu reagieren.
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