- Die US-Regierung und die Generalstaatsanwälte von 16 Bundesstaaten haben eine Kartellklage gegen Apple eingereicht.
- Die Regierung wirft Apple vor, gegen das Kartellrecht verstoßen zu haben, indem das Unternehmen andere Firmen behindert, die Anwendungen anbieten, die mit Apple-Produkten wie digitalen Wallets konkurrieren könnten. Dadurch werde der Wert des iPhones gemindert und Verbraucher sowie kleine Unternehmen geschädigt, die mit Apples Diensten konkurrieren.
- Der Klage zufolge bauen und verstärken Apples einzelne Maßnahmen einen „Graben“ rund um sein Smartphone-Monopol.
Das iPhone als Kern des Apple-Imperiums im Visier
- Die Klage zielt direkt auf das iPhone, Apples beliebtestes Gerät und stärkstes Geschäft, und greift die Weise an, wie Apple die seit 2007 verkauften Milliarden Smartphones zum Zentrum seines Imperiums gemacht hat.
- Apple kontrolliere das Nutzererlebnis auf dem iPhone und anderen Geräten so eng, dass dadurch laut Kritikern ein unausgewogenes Wettbewerbsumfeld entstanden sei. Apple erlaube seinen eigenen Produkten und Diensten Zugang zu zentralen Funktionen, die Wettbewerbern verwehrt würden.
- Apple beschränkt den Zugang von Finanzunternehmen zum Bezahlchip des Telefons und begrenzt den Zugriff von Bluetooth-Trackern auf ortsbezogene Funktionen. Außerdem lassen sich Apple-Produkte wie Smartwatches und Laptops leichter mit dem iPhone verbinden als Produkte anderer Hersteller.
Apples Argumente zu Sicherheit und Wettbewerb
- Apples Argument einer höheren iPhone-Sicherheit: Apple sagt, diese Kontrollen machten das iPhone sicherer als andere Smartphones. App-Entwickler und konkurrierende Gerätehersteller entgegnen jedoch, Apple nutze diese Macht, um Wettbewerb zu unterdrücken.
- Apples Reaktion auf die Klage: Ein Apple-Sprecher sagte, die Klage bedrohe das Wesen Apples und die Prinzipien, durch die sich Apple-Produkte in einem hart umkämpften Markt differenzierten. Im Erfolgsfall würde sie Apples Fähigkeit behindern, Technologien zu schaffen, an denen Hardware, Software und Services zusammenkommen, und einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen, der der Regierung übermäßigen Einfluss auf die Gestaltung der Technik der Menschen gebe.
- Apples Verteidigung gegen frühere Kartellverfahren: Apple hat sich auch in der Vergangenheit wirksam gegen andere kartellrechtliche Herausforderungen verteidigt. In der 2020 von Epic Games angestrengten Klage gegen die App-Store-Richtlinien überzeugte Apple den Richter davon, dass Kunden leicht zwischen dem iPhone-Betriebssystem und Googles Android-System wechseln könnten. Zudem legte Apple Daten vor, wonach Kunden nicht wegen technischer Hürden, sondern aus Loyalität zum iPhone nicht zu anderen Telefonen wechselten.
- Apples Verteidigung seiner Geschäftspraktiken: Apple hat früher verteidigt, sein Ansatz habe stets darin bestanden, „den Kuchen zu vergrößern“, was nicht nur Apples Geschäft, sondern auch Künstlern, Kreativen, Unternehmern und allen „Verrückten“ mit großartigen Ideen mehr Chancen eröffne.
Kartellrechtliche Bundesverfahren gegen Tech-Giganten
- Kartellklagen gegen große Tech-Konzerne: Alle modernen Technologiegiganten sehen sich inzwischen mit bedeutenden kartellrechtlichen Verfahren des Bundes konfrontiert. Das Justizministerium verfolgt einen weiteren Fall, der sich auf Googles Monopol im Suchgeschäft und bei Werbetechnologien konzentriert. Die Federal Trade Commission (FTC) hat Klagen eingereicht mit der Behauptung, Meta, Eigentümer von Facebook, habe durch die Übernahmen von Instagram und WhatsApp den Wettbewerb behindert, und Amazon habe seine Macht im Online-Handel missbraucht. Die FTC versuchte außerdem, Microsofts Übernahme des Videospiel-Publishers Activision Blizzard zu stoppen, war damit jedoch nicht erfolgreich.
- Verstärkte Bemühungen der Regulierungsbehörden um Aufsicht: Die Klagen spiegeln die Bemühungen der Regulierungsbehörden wider, Unternehmen, die den Zugang zu Handel und Kommunikation kontrollieren, einer stärkeren Aufsicht zu unterwerfen. 2019 begannen diese Behörden unter Präsident Donald J. Trump kartellrechtliche Untersuchungen gegen Google, Meta, Amazon und Apple. Die Regierung Biden hat diese Bemühungen mit mehr Nachdruck verfolgt und Kritiker der Tech-Giganten an die Spitze der FTC und der Kartellabteilung des Justizministeriums gesetzt.
- Maßnahmen europäischer Regulierungsbehörden gegen Apple: In Europa haben Regulierungsbehörden Apple bestraft, weil das Unternehmen Musikstreaming-Konkurrenten daran gehindert habe, Nutzer über Promotionen und Möglichkeiten für Abo-Upgrades zu informieren, und eine Geldbuße von 1,8 Milliarden Euro verhängt. App-Entwickler haben sich außerdem an die Europäische Kommission, das Exekutivorgan der EU, gewandt und eine Untersuchung ihrer Vorwürfe gefordert, Apple verstoße gegen ein neues Gesetz, das das iPhone für App-Stores Dritter öffnen soll.
Weltweite Herausforderungen für Apples Festigung seiner Monopolstellung
- Mögliche Geldbußen für Apple in Südkorea und den Niederlanden: Apple drohen in Südkorea und den Niederlanden mögliche Geldbußen wegen Gebühren, die das Unternehmen App-Entwicklern für die Nutzung alternativer Zahlungsabwickler auferlegt. Andere Länder, darunter Großbritannien, Australien und Japan, erwägen Regeln, die Apples Kontrolle über die App-Ökonomie schwächen könnten.
- Breiter und ambitionierterer Ansatz des Justizministeriums: Das Justizministerium, das 2019 mit den Ermittlungen gegen Apple begann, entschied sich dafür, einen umfassenderen und ambitionierteren Fall aufzubauen als jede andere Regulierungsbehörde. Anders als europäische Regulierer, die sich auf den App Store konzentriert haben, fokussiert sich das Justizministerium auf Apples gesamtes Produkt- und Service-Ökosystem.
- Von der Regierung benannte Praktiken zur Festigung von Apples dominanter Stellung: Die am Donnerstag eingereichte Klage konzentriert sich auf eine Reihe von Praktiken, mit denen Apple nach Auffassung der Regierung seine dominante Stellung gefestigt hat. Apple beeinträchtige die Fähigkeit von iPhone-Nutzern, mit Besitzern anderer Smartphone-Typen zu kommunizieren, die das Android-Betriebssystem verwenden, so die Regierung. Diese Trennung — symbolisiert durch die grünen Sprechblasen für Nachrichten von Android-Nutzern — habe signalisiert, dass andere Smartphones dem iPhone qualitativ unterlegen seien, heißt es in der Klage.
- Kompatibilitätsprobleme zwischen dem iPhone und anderen Smartwatches: Die Regierung behauptet, Apple habe es erschwert, das iPhone mit anderen Smartwatches als der Apple Watch zu verwenden. Sobald iPhone-Nutzer eine Apple Watch besäßen, werde es deutlich kostspieliger, das Telefon aufzugeben.
Hinweise der Regierung auf Apples Strategie zur Aufrechterhaltung des Monopols
- Bemühungen zur Aufrechterhaltung des Monopols bei digitalen Wallets: Die Regierung sagt, Apple habe anderen Firmen nicht erlaubt, eigene digitale Wallets zu entwickeln, um sein Monopol aufrechtzuerhalten. Die einzige App, die den NFC-Chip nutzen könne, sei Apple Wallet, mit dem man beim Bezahlen durch Antippen zahlen könne. Apple ermutige Banken und Kreditkartenunternehmen zwar dazu, ihre Produkte innerhalb von Apple Wallet nutzbar zu machen, blockiere jedoch den Zugriff auf den Chip, damit sie keine eigenen Wallets als Alternative für Kunden anbieten könnten.
- Beschränkungen für Game-Streaming-Apps und „Super-Apps“: Die Regierung sagt außerdem, Apple verweigere die Bereitstellung von Game-Streaming-Apps oder „Super-Apps“, mit denen Nutzer in einer einzigen Anwendung verschiedene Aktivitäten ausführen können und die das iPhone zu weniger wertvoller Hardware machen könnten. Diese Beschränkungen helfen dabei, Apples Monopolstellung aufrechtzuerhalten, indem sie das Entstehen von Diensten oder Apps verhindern, die den Wert des iPhones schmälern könnten.
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Hacker-News-Meinungen
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