Inspiration für Edisto und der Einsatz eines jungen Erzählers
- Padgett Powell schrieb Edisto, inspiriert vom Anblick der schwangeren Frau eines College-Professors und ihres Babys. Ein junger Erzähler besitzt den Freiraum und Reiz, den eine in sich nicht ganz stimmige Konstellation ermöglicht.
Zur Darstellung von Rassenbeziehungen
- Powell wollte die damaligen Rassenbeziehungen offen schildern und schrieb auf Grundlage eigener Erfahrungen. Heute, so meint er, wäre es schwer, solche Inhalte unverändert zu veröffentlichen.
Sicht auf die Tradition der Südstaatenliteratur
- Er hat gegenüber der Einordnung in die Südstaatenliteratur stets eine ambivalente Haltung eingenommen: Er begrüßt sie, hält aber zugleich Distanz. Er beschreibt es als einen Balanceakt zwischen ernsthaftem Glauben an den Süden und seiner Verspottung.
- Er sträubt sich nicht dagegen, als Autor aus dem Süden eingeordnet zu werden, mag aber keine sentimentale Darstellung des Südens. Echte Südstaatenliteratur bedeutet für ihn, tief zu begreifen, wie sehr Menschen leiden.
Hintergrund zur Entstehung von The Interrogative Mood
- Die Idee zu einem Roman, der ausschließlich aus Fragen besteht, entstand, nachdem er einem Professor als Scherz eine E-Mail-Antwort geschickt hatte, die nur aus Fragen bestand.
Zum Schreibstil
- Durch das Studium des Lateinischen entwickelte er seinen eigenen Stil.
Zur Reaktion heutiger Leser
- Er hat den Eindruck, dass sich Studierende in jüngerer Zeit stärker um politische Korrektheit als um die Kraft eines Buches kümmern. Auch in seinen eigenen Büchern habe er erlebt, dass sensible Inhalte zensiert wurden.
Sicht auf die Zukunft der Literatur
- Er hält es für das Schicksal der Literatur, nur schwer populär zu werden. Wer in den USA ein Bestseller werde, bei dem stimme irgendetwas nicht; das hänge für ihn auch mit dem Trump-Phänomen zusammen.
Meinung von GN⁺
- Powells Interview war interessant, weil es einen ehrlichen Einblick in die Erfahrungen und das Literaturverständnis eines Autors gibt.
- Dass Edisto, das er vor 40 Jahren veröffentlichte, noch immer besprochen wird, zeigt seine zeitüberdauernde Qualität.
- Bemerkenswert sind vor allem die Punkte, dass er die Tradition der Südstaatenliteratur fortführt und zugleich neue Versuche unternahm sowie Rassenfragen direkt behandelte.
- Allerdings könnten Teile seiner Darstellungsweise heute als politisch sensible Inhalte aufgefasst werden, weshalb eine Neubewertung nötig sein könnte.
- Die Sorge darüber, dass Literatur ihre Breitenwirkung verliert, ist nachvollziehbar; letztlich werden großartige Werke, die ihre Zeit überdauern, aber weiterhin von Lesern geliebt werden. Powells Werk könnte ein gutes Beispiel dafür sein.
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