Die Probleme von YC
- YC scheint Gründer:innen 500.000 Dollar zu investieren und dafür 7 % Beteiligung zu verlangen, tatsächlich ist es jedoch ein schlechter Deal für Gründer:innen
- Silicon Valley ist ein nicht-ergodisches (
non-ergodic) System: Der Gesamtwohlstand steigt, während der individuelle Wohlstand sinken kann
- YC ist bereit, Gründer:innen für den Gewinn des Gesamtfonds zu opfern, statt ihre individuellen Interessen in den Vordergrund zu stellen
Die Metapher der Schatzsuche
- Es gibt zwei Wege, einen Schatz zu finden: tief an einer Stelle graben oder ein großes Gebiet schnell absuchen
- Für Einzelne ist es eine törichte Strategie, nur an einer Stelle zu graben, für eine Goldminenfirma ist es jedoch die optimale Strategie
- Bei Venture Capital ist es genauso: Nicht der individuelle Gewinn, sondern der Ertrag des gesamten Portfolios soll maximiert werden
Die Metapher des Flugzeugabsturzes
- YC sagt Gründer:innen, die Chancen stünden gut, ein Milliarden-Dollar-Unternehmen aufzubauen, in Wirklichkeit erfüllen aber nur 50 von 4.000 Unternehmen diese Erwartung
- Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist so gering, dass man 26 Leben bräuchte, um erfolgreich zu sein
- Scheitern ist eine teure Form des Lernens, und die Lektionen, die man über YC lernt, sind kaum nützlich
Einen Pivot gibt es nicht
- YC lehrt, es gebe eine Erfolgsformel, tatsächlich ist es jedoch entscheidend, zufällig auf Chancen zu stoßen
- Gute Ideen entstehen nicht im Brainstorming, sondern werden zufällig entdeckt, wenn man mit offenem Geist umherstreift
- YC möchte, dass Gründer:innen Ideen mit starkem Market Pull auswählen und ihnen bis zum Ende nachgehen, doch das ist nicht die optimale Strategie für Einzelne
- Im Geschäft ist es wichtiger, im Spiel zu bleiben, als einen riesigen Erfolg zu erzwingen
Du willst doch nur Kurse verkaufen!!!
- Der Autor verkauft das Gegenteil von YC, aber auch YC verkauft Gründer:innen etwas
- YC ähnelt der Rekrutierung fürs Militär: Junge Gründer:innen werden angeworben und sollen Opfer in Kauf nehmen
- Die erfolgreichsten Unternehmer:innen sind meist in ihren 40ern oder 50ern, YC ist dagegen voll von Menschen in ihren 20ern
Gelerntes zu verlernen ist schwer
- Im Geschäft ist es wichtig, nicht vorhersagen zu wollen, was funktionieren wird
- Ein Geschäft sollte nicht wie ein planbares Projekt, sondern eher wie ein Finanzinvestment behandelt werden
- Um erfolgreich zu sein, sollte man viele kleine Dinge ausprobieren, experimentieren und verschiedene Einkommensquellen aufbauen
- YC lehrt das Gegenteil, daher muss man das Gelernte wieder verlernen, und das ist sehr schwer
Meinung von GN⁺
- Wenn man mit übergroßen Ambitionen alles auf eine Karte setzt, kann das am Ende wie ein Bumerang zurückschlagen. Für Einzelne ist es oft vorteilhafter, ein diverses Portfolio aufzubauen.
- Der Text kritisiert YC stark, aber aus Sicht von YC könnte dies die beste Strategie sein, um die Gesamtrendite zu maximieren. Es gibt lediglich eine Diskrepanz zwischen dem Interesse des Einzelnen und dem des Gesamtsystems.
- Andererseits können frühe Finanzierung und Mentoring auch für Einzelne sehr hilfreich sein, daher sollte man die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen.
- Die Strategie von YC, sich auf junge Gründer:innen mit Vision zu konzentrieren, hat eindeutig auch Vorteile. So könnte disruptive Innovation entstehen, die sich von etablierten Unternehmen unterscheidet.
- Aus Sicht eines Startups gibt es neben dem Investment auch Unterstützung bei Networking, PR und vielem mehr, doch Risiken wie Verwässerung der Anteile oder der Verlust von Kontrolle sollten ebenfalls berücksichtigt werden.
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