3 Punkte von GN⁺ 2024-04-17 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Seit der Fusion von Live Nation und Ticketmaster im Jahr 2010 steht das Unternehmen wegen überhöhter Ticketgebühren, Mängeln beim Kundenservice und wettbewerbswidriger Praktiken in der Kritik
  • Gegner der Fusion argumentieren, dass Live Nation den Wettbewerb unterdrückt und eine Aufspaltung des Unternehmens notwendig ist
  • Das Justizministerium untersucht den Einfluss und die Verhandlungsmacht von Live Nation bei Konzertveranstaltung, Ticketverkauf und dem Betrieb von Veranstaltungsorten
  • Zusätzlichen Schwung bekam die Untersuchung durch den Systemausfall von Ticketmaster während des Fan-Presales für Taylor Swifts "Eras Tour" im November 2022

Position von Live Nation

  • Dan Wall, Leiter für Unternehmensangelegenheiten bei Live Nation, wies in einem auf der Website des Unternehmens veröffentlichten Beitrag die Vorwürfe zurück, es handle sich um ein Monopol
  • Wall argumentiert, dass Ticketmaster die Preise nicht festsetzt, sondern dass Künstler und ihre Teams diese auf Grundlage von Angebot und Nachfrage bestimmen
  • Außerdem erklärte er, dass der Großteil der Gebühren an die Veranstaltungsorte gehe

Maßnahmen des Justizministeriums

  • Das Justizministerium bereitet sich darauf vor, bereits im kommenden Monat eine Kartellklage gegen Live Nation einzureichen
  • Als Live Nation Ticketmaster 2010 übernahm, erzielte das Unternehmen zwar eine Einigung mit dem Justizministerium, doch diese könnte durch die neue Klage hinfällig werden
  • Die 2019 überarbeitete Einigung enthält eine Klausel, die Live Nation untersagt, Veranstaltungsorte zu bedrohen, die Sitzplätze über andere Unternehmen als Ticketmaster verkaufen
  • Bei Verstößen droht eine Geldstrafe von 1 Million US-Dollar pro Einzelfall
  • Gemäß der überarbeiteten Einigung überwacht die externe Kanzlei Kirkland & Ellis, ob Live Nation die Vorgaben einhält

Meinung von GN⁺

  • Die Fusion von Live Nation und Ticketmaster hat den Wettbewerb im Ticketverkaufsmarkt beeinträchtigt und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher eingeschränkt
  • Probleme wie hohe Gebühren und unzureichender Kundenservice werden seit Langem kritisiert, weshalb eine Trennung der beiden Unternehmen für eine gesunde Marktentwicklung notwendig erscheinen könnte
  • Allerdings wirken, wie Live Nation betont, bei der Ticketpreisbildung verschiedene Faktoren zusammen, sodass sich nicht alles einfach auf eine Monopolstruktur zurückführen lässt
  • Im weiteren Verlauf des Verfahrens wird darauf zu achten sein, ob konkrete Belege für wettbewerbswidriges Verhalten von Live Nation vorgelegt werden
  • Damit für Künstler und Fans gleichermaßen ein faires und nachvollziehbares Ticketverkaufssystem entsteht, scheinen mehr Transparenz im Verkaufsprozess und stärkere Verbraucherschutzmechanismen erforderlich zu sein

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-04-17
Hacker-News-Diskussion

Zusammenfassung der Hacker-News-Kommentare

  • Die hohen Ticketmaster-Gebühren sind in Wirklichkeit das Ergebnis einer Absprache zwischen Künstlern, Veranstaltungsorten, Promotern und Ticketmaster, um Fans so viel Geld wie möglich abzunehmen. Ticketmaster übernimmt bereitwillig die Rolle des „Bösewichts“ und nimmt die Kritik an den hohen Preisen auf sich, erhält dafür aber einen größeren Anteil, als es in einem stark umkämpften Markt möglich wäre.
  • Wenn diese Dynamik wegfällt, würden die sichtbaren Ticketpreise zwar steigen, der Gesamtpreis würde sich aber kaum verändern. Für eine transparente Preisgestaltung im Markt hätte das dennoch einen gesellschaftlichen Nutzen.
  • Angesichts der durch die Fusion von Live Nation und Ticketmaster entstandenen Marktmacht und der von ihnen erzwungenen Exklusivverträge sind sie ein besonders schlimmes Monopolunternehmen.
  • Vor 14 Jahren genehmigte das US-Justizministerium die Fusion von Live Nation und Ticketmaster unter der Annahme, dass sie sich anständig verhalten würden. In der Rechtswelt war man damals jedoch überzeugt, dass diese Fusion ein eindeutiger Fall eines Verstoßes gegen das Kartellrecht sei.
  • Die Gebühren von Ticketmaster sind nicht bloß „Gebühren“, sondern eher als eine Art „Steuer“ auf den Kaufpreis zu verstehen.
  • Der Hauptgrund für die steigenden Kosten sei, dass Schwarzhändler alles aufkaufen und bei StubHub einstellen; deshalb müsse der Sekundärmarkt abgeschafft werden. Wenn alle Verkäufe etwa durch Identitätsprüfung endgültig gemacht würden, ließe sich das lösen.
  • Ein Ticketmaster-Nutzer kaufte ein nicht erstattungsfähiges Stehplatzticket und wollte es später gegen ein Sitzplatzticket tauschen, konnte das Ticket wegen eines Systemfehlers jedoch nicht weiterverkaufen und erhielt auch vom Kundensupport keine angemessene Hilfe, wodurch er mehrere hundert Dollar verlor. Deshalb hoffe er auf eine Insolvenz von Ticketmaster.
  • Ein Betreiber eines Veranstaltungsorts in San Francisco äußerte sich in einem Blogbeitrag kritisch zu den Praktiken von Ticketmaster.