- Seit der Fusion von Live Nation und Ticketmaster im Jahr 2010 steht das Unternehmen wegen überhöhter Ticketgebühren, Mängeln beim Kundenservice und wettbewerbswidriger Praktiken in der Kritik
- Gegner der Fusion argumentieren, dass Live Nation den Wettbewerb unterdrückt und eine Aufspaltung des Unternehmens notwendig ist
- Das Justizministerium untersucht den Einfluss und die Verhandlungsmacht von Live Nation bei Konzertveranstaltung, Ticketverkauf und dem Betrieb von Veranstaltungsorten
- Zusätzlichen Schwung bekam die Untersuchung durch den Systemausfall von Ticketmaster während des Fan-Presales für Taylor Swifts "Eras Tour" im November 2022
Position von Live Nation
- Dan Wall, Leiter für Unternehmensangelegenheiten bei Live Nation, wies in einem auf der Website des Unternehmens veröffentlichten Beitrag die Vorwürfe zurück, es handle sich um ein Monopol
- Wall argumentiert, dass Ticketmaster die Preise nicht festsetzt, sondern dass Künstler und ihre Teams diese auf Grundlage von Angebot und Nachfrage bestimmen
- Außerdem erklärte er, dass der Großteil der Gebühren an die Veranstaltungsorte gehe
Maßnahmen des Justizministeriums
- Das Justizministerium bereitet sich darauf vor, bereits im kommenden Monat eine Kartellklage gegen Live Nation einzureichen
- Als Live Nation Ticketmaster 2010 übernahm, erzielte das Unternehmen zwar eine Einigung mit dem Justizministerium, doch diese könnte durch die neue Klage hinfällig werden
- Die 2019 überarbeitete Einigung enthält eine Klausel, die Live Nation untersagt, Veranstaltungsorte zu bedrohen, die Sitzplätze über andere Unternehmen als Ticketmaster verkaufen
- Bei Verstößen droht eine Geldstrafe von 1 Million US-Dollar pro Einzelfall
- Gemäß der überarbeiteten Einigung überwacht die externe Kanzlei Kirkland & Ellis, ob Live Nation die Vorgaben einhält
Meinung von GN⁺
- Die Fusion von Live Nation und Ticketmaster hat den Wettbewerb im Ticketverkaufsmarkt beeinträchtigt und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher eingeschränkt
- Probleme wie hohe Gebühren und unzureichender Kundenservice werden seit Langem kritisiert, weshalb eine Trennung der beiden Unternehmen für eine gesunde Marktentwicklung notwendig erscheinen könnte
- Allerdings wirken, wie Live Nation betont, bei der Ticketpreisbildung verschiedene Faktoren zusammen, sodass sich nicht alles einfach auf eine Monopolstruktur zurückführen lässt
- Im weiteren Verlauf des Verfahrens wird darauf zu achten sein, ob konkrete Belege für wettbewerbswidriges Verhalten von Live Nation vorgelegt werden
- Damit für Künstler und Fans gleichermaßen ein faires und nachvollziehbares Ticketverkaufssystem entsteht, scheinen mehr Transparenz im Verkaufsprozess und stärkere Verbraucherschutzmechanismen erforderlich zu sein
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