Die Psychologie des Betrügers
- Der Autor begegnete in seiner Arbeit als Anwalt zahlreichen Veruntreuern. Die meisten waren kluge und charismatische Menschen.
- Er fragte sich, warum sie das Risiko einer Veruntreuung eingingen, obwohl sie mit ehrlicher Arbeit vermutlich noch mehr Geld hätten verdienen können.
- Der Autor trug diese Frage eine Zeit lang mit sich herum und begriff schließlich, warum sie veruntreuten.
- Sie genießen die Veruntreuung selbst.
- Sie brauchen das Geld sofort.
- Sie halten sich für klüger als die Menschen um sie herum.
- Es gibt auch eine psychologische Neigung, irgendwann entdeckt werden zu wollen.
Begegnung mit Eddie Chan
- Nachdem der Autor einen Veruntreuer namens Eddie Chan angezeigt und den Fall gewonnen hatte, erhielt er von Eddie eine Einladung zum Mittagessen.
- Beim Essen gestand Eddie, dass er das veruntreute Geld vollständig ausgegeben habe.
- Er sagte, das Geld sei für kleine, aber elegante Dinge draufgegangen.
- Eddie schlug stattdessen sogar eine neue Geschäftsmöglichkeit vor und empfahl eine Investition.
- Er behauptete, gerade weil man seine Vergangenheit kenne, sei es sogar sicherer.
- Der Autor lehnte ab und sagte, er wolle mit ehrlichen Menschen arbeiten.
- Eddie hingegen meinte, man könne ohnehin niemandem trauen; wenn man nur ein gutes Kontrollsystem habe, sei das kein Problem.
Meinung von GN⁺
- Veruntreuer wie Eddie neigen dazu, im Geschäft Geld über Ethik zu stellen. Außerdem besitzen sie die Gewandtheit, Schlupflöcher im Gesetz geschickt auszunutzen.
- Ein echter Unternehmer hingegen legt nicht nur Wert auf Geld, sondern auch auf die Freude, etwas Wertvolles zu schaffen, auf Teamwork und auf den Genuss des Erfolgs.
- Ehrlichkeit und Vertrauen sind im Geschäftsleben weiterhin wichtige Tugenden. Wer sie für kurzfristigen Gewinn opfert, kann langfristig großen Schaden erleiden.
- Die von Eddie gezeigte Ehrlichkeit (?) ist nur eine Form von Heuchelei. Wahre Ehrlichkeit zeigt sich nicht in Worten, sondern in Taten.
- Um das Korruptionsproblem in gesellschaftlichen Führungsschichten zu lösen, scheinen neben besseren Systemen auch ein stärkeres ethisches Bewusstsein nötig zu sein.
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