Parisbasierte Open-Source-Zahlungsplattform Lago erhält 22 Millionen US-Dollar Finanzierung
- Das in Paris ansässige Startup Lago hat nach einem Strategiewechsel von der Entwicklung von Marketing-Tools hin zu Zahlungssystemen erfolgreich 22 Millionen US-Dollar an Finanzierung eingesammelt.
- Lago, Entwickler einer Open-Source-Zahlungsplattform, sicherte sich rund um den offiziellen Start Kapital über zwei Finanzierungsrunden.
- Bereits während der Closed-Beta-Phase gewann das Unternehmen bemerkenswerte Startups wie Mistral.ai, Together.ai und Juni als erste Kunden.
Ein Partner für Entwickler
- Lago-CEO Anh-Tho Chuong erklärte, dass Entwickler nach maßgeschneiderten Zahlungslösungen für kreative neue Services suchen und man diese Marktlücke mit einem Open-Source-Ansatz schließen wolle.
- Das Unternehmen will Daten nutzen, um die Nutzung zu messen und Firmen dabei zu helfen, Abonnements oder andere Preispläne einfach zu verwalten.
Interesse der Investoren
- In der jüngsten Series-A-Runde nahm das Unternehmen 15 Millionen US-Dollar auf, nachdem es zuvor in einer Seed-Runde 7 Millionen US-Dollar eingesammelt hatte.
- Zu den Investoren zählen FirstMark, SignalFire, Y Combinator, New Wave und Script. Außerdem beteiligten sich Branchenvertreter wie Meghan Gill von MongoDB, der frühere Stripe-Manager Romain Huet und Hugging-Face-CEO Clément Delangue.
- Die Bewertung von Lago soll derzeit bei rund 100 Millionen US-Dollar liegen.
Probleme von Zahlungssystemen lösen
- Lago war ursprünglich nicht als Zahlungsplattform geplant, doch die Gründer änderten die Ausrichtung auf Basis ihrer Erfahrung bei Qonto, wo sie Produkte zur Lösung von Zahlungsproblemen entwickelt hatten.
- Ein auf Hacker News veröffentlichter Beitrag mit dem Titel „Billing systems for developers are a nightmare“ erhielt viel Aufmerksamkeit und zeigte eine Gelegenheit auf, die Zahlungsprobleme von Entwicklern zu lösen.
Chancen in einem umkämpften Markt
- Der Markt für Zahlungssysteme ist stark umkämpft, doch Lago glaubt, dass es in Bereichen wie KI, in denen Geschäftsmodelle noch im Aufbau sind, eine Nachfrage nach maßgeschneiderten Lösungen gibt.
- Da Lösungen für komplexes Billing-Management fehlen, entwickeln viele Unternehmen eigene Systeme, obwohl das teuer ist und Entwickler solche Probleme ungern selbst lösen.
- Lago sieht die Bereitstellung von Open-Source-Tools als besten Weg, um unterschiedliche Anforderungen und Ideen abzudecken.
Meinung von GN⁺
- Zahlungssysteme sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Unternehmensbetriebs, und besonders für Startups oder Unternehmen mit innovativen Services bieten maßgeschneiderte Zahlungslösungen einen wichtigen Mehrwert.
- Ein Open-Source-Ansatz kann die Beteiligung der Entwickler-Community fördern und die Weiterentwicklung von Software beschleunigen, indem er Nutzern die Flexibilität gibt, Funktionen direkt zu verbessern oder anzupassen.
- Plattformen wie Lago zeigen, dass sie trotz der Konkurrenz etablierter großer Zahlungsanbieter erfolgreich sein können, indem sie gezielt Nischenmärkte adressieren.
- Dennoch bleibt die Frage, ob ein Open-Source-Modell geschäftlich passend ist und ob sich damit ein nachhaltiges Erlösmodell aufbauen lässt.
- Bei der Wahl eines Zahlungssystems sollten Sicherheit, regulatorische Compliance und Skalierbarkeit berücksichtigt werden, und es ist wichtig zu bewerten, wie Lago diese Anforderungen erfüllt.
2 Kommentare
Lago hat den Vergleich mit Stripe ziemlich aggressiv betrieben … und wie erwartet auch viel Investment eingesammelt.
Sie haben auch Texte wie Was Stripe wirklich kostet: Ein Leitfaden für Einsteiger veröffentlicht.
Trotzdem wirkt es irgendwie nicht ganz passend, dass eine Billing-API Open Source ist.
Hacker-News-Kommentare