KDE-Desktop umfassend überarbeitet mit Plasma 6
- Fast zehn Jahre nach KDE Plasma 5 hat das KDE-Projekt die „Mega-Release“ von KDE Plasma 6, KDE Frameworks 6 und KDE Gear 24.02 angekündigt, basierend auf dem Entwicklungs-Framework Qt 6.
- Diese Veröffentlichung konzentriert sich auf den Wechsel zu Wayland und verbessert Leistung, Sicherheit und Unterstützung für neue Hardware, während für Nutzer ein reibungsloses Upgrade angestrebt wird.
- Für Entwickler erleichtert sie das Schreiben von Anwendungen für KDE, indem ungenutzte Frameworks entfernt und Abhängigkeiten reduziert werden.
Was ist neu in Plasma 6?
- Plasma 6 weist im Vergleich zu Plasma 5 sichtbare Änderungen auf, unterscheidet sich insgesamt aber nicht grundlegend.
- Plasma 6 bringt viele Änderungen an den Standardeinstellungen mit sich; die größte davon ist die Einführung von Wayland als Standardsitzung für die Grafik.
- Die Standardmethode zum Öffnen von Dateien oder Ordnern wurde von Einzelklick auf Doppelklick geändert.
- Die Standardoption zur Verwendung des Mausrads für den Wechsel virtueller Desktops wurde entfernt, kann bei Bedarf aber wieder aktiviert werden.
- Beim Klicken auf die Scrollbar springt die Ansicht nun direkt an die angeklickte Position statt seitenweise zu blättern.
Änderungen bei Design und Einstellungen
- Das Breeze-Theme wurde für Plasma 6 aktualisiert, die Änderungen sind jedoch dezent.
- Die Anwendung für Systemeinstellungen wurde überarbeitet, wobei einige Einstellungen an neue Positionen verschoben wurden.
- Die Einstellungen des Dateimanagers Dolphin wurden neu gestaltet; Navigations- und Startoptionen wurden in einem neuen Reiter für die Oberfläche zusammengeführt.
- Ein neuer Reiter für Nutzerfeedback wurde hinzugefügt, in dem Anwender den Umfang der Datenfreigabe wählen können.
Kompatibilität mit Wayland
- Plasma 6 unterstützt HDR und Farbmanagement; zudem lässt sich die Skalierung für Laptops und externe Monitore unabhängig voneinander festlegen.
- Die Plasma-Suche wurde refaktoriert, wodurch sie schneller arbeitet und weniger CPU verbraucht.
- Das Screenshot-Tool Spectacle kann den gesamten Desktop, ein Anwendungsfenster oder einen Teil des Bildschirms aufnehmen oder aufzeichnen.
Entfernte Funktionen
- Die GUI-Konfiguration für Synaptics-Touchpads und evdev-Eingabegeräte wurde entfernt.
- Nicht mehr gepflegte Funktionen wie das Air-Theme, die Symbolansicht in den Systemeinstellungen und KHotkeys wurden in dieser Veröffentlichung entfernt.
- Die Funktion zum Abrufen von Hintergrundbildern von Unsplash und das QuickShare-Applet wurden aufgrund von API-Änderungen und nicht funktionierender Features entfernt.
Änderungen für Entwickler
- KDE Frameworks 6 konzentriert sich stärker auf das Entfernen als auf das Hinzufügen von Funktionen.
- APIs, die nicht genutzt werden oder für die es bessere Alternativen gibt, wurden entfernt.
- Qt 6 fügt eine Abstraktionsschicht für Grafik-APIs wie Metal, Vulkan, OpenGL und DirectX hinzu.
- Qt ist vom Build-System
qmake auf CMake umgestiegen, was zur Verbesserung der Entwicklerwerkzeuge beiträgt.
Unterstützung für KDE 5 und X11
- Plasma 6 kann anfangs noch kleinere Probleme haben; es ist ratsam, vor dem Upgrade die bekannten Probleme zu prüfen.
- KDE 5 ist noch nicht vollständig verschwunden, und KDE plant, die Unterstützung für X11 kurzfristig fortzusetzen.
Meinung von GN⁺
- Die Ankündigung von KDE Plasma 6 markiert eine wichtige Weiterentwicklung der Linux-Desktop-Umgebung. Besonders hervorzuheben ist das Bestreben der KDE-Community, sowohl das Nutzererlebnis als auch die Entwicklerfreundlichkeit zu verbessern.
- Der Wechsel zu Wayland weist die künftige Richtung des Linux-Desktops und ist ein wichtiger Schritt, um die Abhängigkeit von X11 zu verringern.
- Die Veröffentlichung von Plasma 6 dürfte bestehenden KDE-Nutzern einen relativ sanften Übergang bieten, während neue Nutzer wegen der weiterhin hohen Anpassbarkeit von KDE noch mit einer gewissen Lernkurve rechnen müssen.
- Im Vergleich zu anderen Linux-Desktop-Umgebungen wie GNOME, XFCE und LXQt bietet KDE Plasma ein hohes Maß an Anpassbarkeit und gute Leistung.
- Vor der Einführung von Plasma 6 sollten Kompatibilität und Stabilität berücksichtigt werden, insbesondere der Supportstatus von Treibern und Anwendungen im Zusammenhang mit der neuen Wayland-Sitzung.
- Wer sich für diese Technik entscheidet, erhält aktuelle Funktionen und bessere Leistung, muss aber auch damit rechnen, dass einige bestehende Einstellungen und Widgets nicht mehr unterstützt werden.
1 Kommentare
Hacker-News-Meinungen
Positives Feedback zu Plasma 6 und der Wayland-Unterstützung
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