Wenn Kaufen kein Besitz ist, ist Piraterie auch kein Diebstahl
(pluralistic.net)„Wenn Kaufen kein Besitz ist, ist Piraterie auch kein Diebstahl“
- Vor 20 Jahren äußerte Cory Doctorow öffentlich seine Enttäuschung darüber, dass Wired unter Chefredakteur Chris Anderson digitale Geräte mit DRM (Digital Rights Management) in positiven Rezensionen besprach.
- Doctorow argumentierte, dass Wired in seinen Reviews zwar die Funktionen eines Produkts empfehle, aber den Verbraucherinnen und Verbrauchern auch klar mitteilen müsse, dass Hersteller diese Funktionen jederzeit ändern oder entfernen können.
- Anhand von Unternehmen wie HP erläutert er die Probleme von DRM: Über „Sicherheitsupdates“ werden internetverbundene Tintenstrahldrucker so verändert, dass sie von Kundinnen und Kunden gekaufte Tinte von Drittanbietern ablehnen.
Die Bedeutung von „Wenn Kaufen kein Besitz ist, ist Piraterie auch kein Diebstahl“
- Unternehmen geraten leicht in Versuchung, Funktionen, Preise und Nutzbarkeit von Produkten zu verändern, die bereits bezahlt wurden.
- Das Reverse Engineering von DRM-geschützten Produkten kann rechtlich als schweres Vergehen gelten und kriminalisiert damit Änderungen durch Nutzerinnen und Nutzer.
- Im Kern der Debatte um das Recht auf Reparatur stehen nicht technische, sondern rechtliche Hürden.
Produktverschlechterung durch externen und internen Druck
- Wenn Tech-Unternehmen Produkte so entwerfen, dass Funktionen aus der Ferne irreversibel herabgestuft werden können, schafft das Anreize für externe und interne Akteure, genau solche Downgrades zu verlangen.
- So erklärte Adobe, dass ein Vertrag zur Nutzung von Pantone-Farben in Photoshop ausgelaufen sei und Nutzerinnen und Nutzer zusätzlich zahlen müssten, um ihre eigenen Arbeiten ansehen zu können.
- Unternehmen wie Sony bauen Funktionen ein, mit denen Features aus der Ferne irreversibel herabgestuft werden können, und schicken etwa Playstation-Nutzerinnen und -Nutzern, die Warner-TV-Serien gekauft haben, die Nachricht, dass ihre gekauften Videos dauerhaft gelöscht werden.
Meinung von GN⁺
Der wichtigste Punkt dieses Textes ist, wie wichtig das Bewusstsein für moderne Probleme rund um Eigentum an Technologieprodukten ist. Interessant ist, dass Technologien wie DRM die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher einschränken und Unternehmen die Macht geben, Funktionen bereits verkaufter Produkte zu verändern, wodurch das Vertrauen der Kundschaft und das Verständnis von Eigentum untergraben werden. Diese Fragen sind wichtige Faktoren, die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf von Technologieprodukten berücksichtigen sollten, und sie verlangen ein tieferes Verständnis des Zusammenspiels von Technologie und Recht.
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