Warum und wie ich aufgehört habe, neue Laptops zu kaufen
(solar.lowtechmagazine.com)- Nachdem ich von 2000 bis 2017 rund 5.000 Euro für drei neue Laptops ausgegeben hatte, stieg ich 2017 auf ein gebrauchtes ThinkPad X60s von 2006 um und reduzierte so zugleich Kosten und Ressourcenverbrauch.
- Für die Produktion eines einzelnen Laptops werden 3.010–4.340 MJ Primärenergie benötigt; bei jährlich 160 bis 200 Millionen verkauften Geräten entsteht allein in der Herstellungsphase ein enormer Energiebedarf.
- Auch wenn neue Laptops bei Leistung und Effizienz besser geworden sind, gleichen Funktionssteigerungen die Effizienzgewinne in der Herstellung wieder aus, weshalb sie sich kaum als nachhaltiger bezeichnen lassen.
- Wer einen alten Laptop weiter nutzen will, muss neben dem Kauf leichter Linux-Distributionen, dem Tausch auf SSDs, Ersatzteilen und einer datenbasierten Nutzung per SD-Karte auch Software und Betriebsweise anpassen.
- Die Nutzung gebrauchter Laptops auf individueller Ebene ist eher ein Hack, um dem Konsumdruck zu entgehen; für nachhaltiges Computing braucht es reparierbare Hardware und Software, die immer schlanker statt schwerer wird.
Wie es dazu kam, dass ich keine neuen Laptops mehr kaufte
- Zwischen 2000 und 2017 kaufte ich drei neue Laptops, die insgesamt etwa 5.000 Euro kosteten.
- Über den gesamten Zeitraum entsprach das rund 300 Euro pro Jahr.
- Die durchschnittliche Nutzungsdauer der drei Laptops lag bei 5,7 Jahren.
- 2017 kaufte ich statt eines neuen Laptops online ein gebrauchtes Modell aus dem Jahr 2006 für 50 Euro.
- Einschließlich neuem Akku und einfachen Hardware-Upgrades lag die Gesamtinvestition bei unter 150 Euro.
- Wenn dieser Laptop dieselbe Nutzungsdauer wie die vorherigen Geräte erreicht, betragen die jährlichen Kosten 26 Euro.
- Das ist mehr als zehnmal weniger als bei den früheren Laptops.
Energie- und Ressourcenaufwand der Laptop-Produktion
- Nach aktuellen Lebenszyklusanalysen braucht die Herstellung eines einzelnen Laptops 3.010–4.340 MJ Primärenergie.
- Darin enthalten sind Rohstoffabbau, Fertigung und Vertrieb bis zum Markt.
- Jährlich werden 160 bis 200 Millionen Laptops verkauft.
- Hochgerechnet erfordert ihre Produktion pro Jahr 480–868 PJ Energie.
- Das entspricht etwa einem Viertel bis fast der Hälfte der weltweiten Solarstromerzeugung von 2.023 PJ im Jahr 2018.
- Laptops enthalten zahlreiche Mineralien, von denen einige aufgrund wirtschaftlicher, sozialer, geochemischer und geopolitischer Beschränkungen als knappe Ressourcen gelten können.
- Die Herstellung von Mikrochips ist energie- und materialintensiv, und das Ressourcenproblem von Laptops hängt auch mit ihrer kurzen Lebensdauer zusammen.
- Die meisten Laptops werden als Ersatzkäufe verkauft.
- Der durchschnittliche Austauschzyklus liegt in Unternehmen bei drei Jahren und in anderen Nutzungskontexten bei fünf Jahren.
Warum neue Laptops kaum als nachhaltiger gelten können
- Eine Lebenszyklusanalyse von 2011 behandelte den Dell Inspiron 2500 aus dem Jahr 2001, und eine Studie von 2015 kam zu dem Schluss, dass die graue Energie von Laptops im Zeitverlauf nicht stark sinkt.
- Die Forschenden zerlegten elf ähnlich große Laptops aus den Baujahren 1999 bis 2008 und maßen das Gewicht ihrer Komponenten.
- Zudem bestimmten sie die Fläche der Silizium-Dies auf den Mainboards und auf 30 DRAM-Karten, die bis 2011 produziert wurden.
- Masse und Materialzusammensetzung zentraler Komponenten wie Akku, Mainboard, HDD und Speicher hatten sich kaum verändert.
- Zwar wurden Energie- und Materialeffizienz in der Fertigung verbessert, doch Funktionssteigerungen machten diese Gewinne wieder zunichte.
- Akkugewicht, Speicher und HDD-Masse gingen pro Funktionseinheit zurück, in der Summe blieben sie aber weitgehend konstant.
- Auch beim Stromverbrauch im Betrieb lässt sich nicht eindeutig sagen, dass neue Laptops besser sind als alte.
- Die Energieeffizienz pro Recheneinheit stieg zwar, doch die zusätzliche Rechenleistung neutralisiert diesen Vorteil.
- Im Computing zeige sich das Jevons-Paradoxon besonders deutlich.
Qualitätsprobleme bei früheren Laptops
- Mein erster Laptop war ein Apple iBook, gekauft im Jahr 2000.
- Nach zwei bis drei Jahren begann das Ladegerät auszufallen.
- Weil ich ein neues Ladegerät als zu teuer empfand, beschwerte ich es zunächst mit Büchern und Möbeln und später mit einer Klemme, um es noch einige Jahre weiterzuverwenden.
- 2005 kaufte ich ein IBM ThinkPad R52.
- Ich wollte einen Laptop, dessen Ladegerät lange hält oder günstig ersetzt werden kann.
- Ich bewertete es als langlebig, zuverlässig und reparierbar gebaut.
- Selbst als ich auf Reisen das Ladegerät verlor, konnte ich zu einem angemessenen Preis ein neues kaufen.
- 2013 kaufte ich ein Lenovo ThinkPad T430.
- Wegen des Support-Endes von Windows XP und nachlassender Leistung hielt ich einen neuen Laptop für nötig.
- Anfangs schickte ich das Gerät wegen Gehäuseverformungen zweimal zurück.
- Danach begannen Tasten abzubrechen, und eine einzelne Ersatztaste kostete 15 Euro.
- Nachdem ich über 100 Euro für den Austausch von Plastiktasten ausgegeben hatte, rechnete ich aus, dass der einmalige Ersatz aller 90 Tasten 1.350 Euro kosten würde.
Umstieg auf ein ThinkPad X60s von 2006
- 2017 begann ich nach ThinkPads von vor 2011 zu suchen.
- Da Lenovo die Tastatur um 2011 geändert hatte, suchte ich auf Auktionsseiten nach Modellen von davor.
- Im April 2017 kaufte ich ein ThinkPad X60s von 2006.
- Stand Dezember 2020 nutzte ich es seit fast vier Jahren, obwohl das Gerät bereits 14 Jahre alt war.
- Damit ist es drei- bis fünfmal älter als ein durchschnittlicher Laptop.
- Das X60s ist wie das ThinkPad R52 robust und überstand sogar einen Sturz vom Schreibtisch auf einen Betonboden.
- Mit 1,43 kg ist es zudem deutlich leichter als das 3,2 kg schwere R52.
- Ich nutze den Laptop zum Schreiben, Recherchieren, Pflegen von Websites und zum Projizieren von Bildern bei Vorträgen.
- Ein Nachteil ist das fehlende Webcam-Modul.
- Wenn ich eine Webcam brauche, nutze ich den Laptop von 2013 mit defekter Tastatur.
- Das ThinkPad X200 von 2008 ist ein neueres Modell derselben Reihe und besitzt eine Webcam.
Wie man alte Laptops wie neue nutzt
- Um alte Laptops weiterzuverwenden, reicht es nicht, nur ein Gebrauchtgerät zu kaufen.
- Hardware-Upgrades sind empfehlenswert.
- Auch die Software muss auf Varianten mit geringeren Anforderungen umgestellt werden.
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Leichte Software verwenden
- Das verwendete Betriebssystem ist Linux Lite.
- Es ist eines der Open-Source-Betriebssysteme, die für den Betrieb auf älteren Computern entwickelt wurden.
- Wer einen alten Laptop wiederbeleben will, kann Microsoft Windows oder Apple OS kaum weiterverwenden.
- Linux Lite bietet zwar nicht die spektakulären visuellen Effekte aktueller Apple- oder Windows-Oberflächen, aber eine vertraute grafische Benutzeroberfläche.
- Weil Anforderungen an Speicherplatz und Rechenleistung niedrig sind, läuft ein alter Laptop damit flüssig.
- Auch beim Browser setze ich auf leichte Varianten wie Vivaldi und Midori.
- Linux-Betriebssysteme lassen sich kostenlos herunterladen und installieren und versuchen nach dieser Einschätzung weder persönliche Daten zu stehlen noch Nutzer in ein bestimmtes Ökosystem einzusperren.
- Auch unter Linux lässt sich Alterung nicht vermeiden.
- Linux Lite plante, 2021 die Unterstützung für 32-Bit-Computer einzustellen.
- In diesem Fall müsste man ein anderes Betriebssystem finden oder einen jüngeren 64-Bit-Laptop kaufen.
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HDD durch SSD ersetzen
- SSDs sind in den letzten Jahren zugänglich und günstig geworden und deutlich schneller als HDDs.
- Ein altes Notebook lässt sich schon mit einem leichten Betriebssystem wiederbeleben, aber mit dem Austausch der HDD gegen eine SSD könne man ein Gerät erhalten, das sich so schnell anfühlt wie ein neuer Laptop.
- Je nach Speicherkapazität liegen die Preise für SSDs bei etwa 20 Euro für 120 GB und 100 Euro für 960 GB.
- Der Einbau einer SSD ist relativ einfach, und online gibt es gute Dokumentation dazu.
- SSDs sind leise und stoßfest, haben aber eine geringere erwartete Lebensdauer als HDDs.
- Die verwendete SSD läuft inzwischen seit fast vier Jahren.
- Selbst wenn SSDs gelegentlich ersetzt werden müssen, gilt die Kombination aus altem Laptop und SSD hier als besser für Umwelt und Kosten als ein neuer Laptop.
Ersatzlaptops und Arbeiten mit SD-Karten
- Die Strategie entwickelte sich später zur Beschaffung von Ersatzlaptops weiter.
- 2018 und Anfang 2020 kaufte ich zwei weitere Geräte desselben Modells zu ähnlichen Preisen.
- Ziel ist es, genügend Ersatzteile zu haben, um die Geräte so lange wie möglich weiter zu nutzen.
- Das X60s hatte zwei technische Probleme.
- Nach etwa einem Jahr fiel der Lüfter aus und wurde in einem kleinen IT-Reparaturgeschäft in Antwerpen in Belgien über Nacht repariert.
- Man sagte mir, der reparierte Lüfter würde noch sechs Monate halten, aber er läuft inzwischen seit über zwei Jahren.
- Später trat ein Problem beim Laden des Akkus auf, sodass ich einen Ersatzlaptop für die Arbeit im Freien nutze.
- Alle Daten speichere ich auf einer 128-GB-SD-Karte.
- Diese SD-Karte lässt sich in jedes meiner ThinkPads einstecken.
- Einmal im Monat wird die SD-Karte auf ein externes Speichermedium gesichert.
- Dokumente, an denen ich gerade arbeite, sichere ich zusätzlich temporär auf dem Laufwerk des jeweils verwendeten Laptops.
- So kann ich weiterarbeiten, ohne an ein bestimmtes Notebook gebunden zu sein.
- Die Cloud bietet ähnliche Vorteile, aber eine SD-Karte ist die nachhaltigere Wahl und funktioniert ohne Internet.
- Selbst wenn an einem Tag zwei Festplatten ausfallen würden, könnte ich weiterarbeiten.
- Die SD-Karte verbessert auch die gefühlte Leistung der Ersatzlaptops, die nur HDDs haben.
- Das Surfen auf schweren Websites kann langsam sein.
- Karten oder Dokumente zu öffnen sowie durch Dokumente zu scrollen und sie zu speichern, funktioniert aber fast sofort.
- Auch die weitgehend leere Festplatte trägt dazu bei, dass alles flüssig läuft.
Gesamtkosten
- Rechnet man die gesamte Konfiguration zu aktuellen Preisen zusammen, ergibt sich ein Gesamtbetrag von 285 Euro.
- ThinkPad X60s: 50 Euro
- Ersatz-ThinkPad X60s: 60 Euro
- Ersatz-ThinkPad X60: 75 Euro
- 2 Ersatzakkus: 50 Euro
- 240-GB-SSD: 30 Euro
- 128-GB-SD-Karte: 20 Euro
- 285 Euro sind möglicherweise gerade genug, um den günstigsten neuen Laptop zu kaufen, aber zwei Ersatzlaptops wären darin nicht enthalten.
- Wenn diese Konfiguration zehn Jahre hält, betragen die Laptop-Kosten 28,5 Euro pro Jahr.
- SSD und SD-Karte müssen vielleicht ein paarmal ersetzt werden, doch an den Gesamtkosten ändert das nach dieser Einschätzung wenig.
- Zugleich lässt sich der ökologische Schaden vermeiden, der entstünde, wenn alle 5,7 Jahre ein neuer Laptop produziert wird.
Man muss nicht auf extrem alte Geräte bestehen
- Dieselbe Strategie lässt sich auch auf andere ThinkPad-Modelle oder Laptops anderer Marken anwenden.
- Wer keine Auktionsseiten nutzen möchte, kann gebrauchte Laptops mit Garantie im Pfandhaus kaufen.
- Viele Menschen haben alte Laptops zu Hause liegen, sodass ein Kauf vielleicht gar nicht nötig ist.
- Es ist nicht notwendig, bis zu einem Modell von 2006 zurückzugehen.
- Ein ThinkPad X30 von 2002 wurde ebenfalls ausprobiert, erwies sich aber als zu alt, weil es einen anderen Ladegerätetyp hatte, keinen SD-Karten-Slot besaß und sich die drahtlose Internetverbindung nicht zum Laufen bringen ließ.
- Wer einen jüngeren Laptop wählt, erhält leichter eine Webcam und eine 64-Bit-Architektur.
- Bei Geräten aus den 1990er-Jahren müsste man sogar ohne USB und drahtloses Internet auskommen.
- Die Wahl hängt von der Art der Arbeit ab.
- Schreiben, Websurfen, Kommunikation und Unterhaltung sind sehr günstig möglich.
- Grafik- und audiovisuelle Arbeit ist komplexer; in diesem Bereich nutzen nach dieser Einschätzung viele Apple.
- Bei Office-Anwendungen wird Linux als klar besser als kommerzielle Alternativen bewertet.
- Ob das auch für andere Softwarebereiche gilt, lässt sich mangels eigener Erfahrung nicht sagen.
Persönlicher Hack und das nötige Wirtschaftsmodell
- Diese Strategie nutzt zwar gebrauchte Laptops, die der Kapitalismus bereitstellt, ist aber kein neues Wirtschaftsmodell.
- Sie ist eher ein Hack, um mit einem Wirtschaftssystem umzugehen oder ihm zu entkommen, das auf maximale Konsumanreize ausgerichtet ist.
- Es ist ein Versuch, das System zu unterlaufen, aber keine Lösung an sich.
- Das nötige Modell wäre, alle Laptops wie pre-2011 ThinkPad zu bauen.
- Dann würden zwar weniger Laptops verkauft, aber genau das sei nötig.
- Wenn man die heutige Computing-Effizienz nutzt, könnte man Betriebsenergie und graue Energie von Laptops stark senken, indem man den Trend zu immer mehr Funktionen umkehrt.
- Die schnelle Alterung von Computern entsteht durch das Zusammenspiel von Hardware- und Softwareveränderungen, doch derzeit ist Software der entscheidendere Faktor.
- Selbst ein 15 Jahre alter Computer hat die benötigte Hardware, ist aber mit aktueller kommerzieller Software nicht kompatibel.
- Das gilt für Betriebssysteme, Spiele, Office-Apps und Websites gleichermaßen.
- Für eine nachhaltige Laptop-Nutzung muss die Softwareindustrie neue Versionen nicht immer schwerer, sondern leichter machen.
- Je leichter Software ist, desto länger ist die Lebensdauer von Laptops.
- Auch der Energiebedarf für Nutzung und Produktion von Laptops sinkt dadurch.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Wenn man bedenkt, dass von den jährlich verkauften 160 bis 200 Millionen Laptops die meisten Ersatzkäufe sind und Geräte im Arbeitsumfeld im Schnitt alle 3 Jahre, sonst alle 5 Jahre ersetzt werden, dann sind 5,7 Jahre Nutzung pro Laptop meinerseits nichts besonders Außergewöhnliches.
Genau das gefällt mir an heutigen Laptop-Designs nicht. Selbst OEM-Desktops wie ein Dell Precision T1700 lassen sich noch immer ohne großen Aufwand reparieren und warten, und Dell- sowie Supermicro-Workstations halten über 10 Jahre durch, wobei es viele Wege gibt, sie weiter am Leben zu halten.
Ich wünschte, das wäre bei Laptops genauso. Es wäre schön, wenn man in ein altes Dell Latitude E6530 ein neues 2K-Display einbauen könnte; gebaut ist es jedenfalls deutlich robuster als neue Latitude-Modelle. So wie die EU wechselbare Akkus vorgeschrieben hat, sollte der Staat meiner Meinung nach auch vom Nutzer austauschbare Teile vorschreiben. Alte Designs wie ThinkPads aus der IBM-Zeit oder robuste Latitude-Modelle laufen mit ein paar Reparaturen einfach weiter. Lenovo hat sich zuletzt in eine schlechte Richtung entwickelt, und nachdem zwei vorsichtig behandelte P1 sowie ein P53 keine 2 Jahre überlebt haben, kaufe ich dort nichts mehr.
Es gibt einen Marktplatz, auf dem man Ersatzteile inklusive Displays kaufen kann, und Upgrades wie ein Akku mit größerer Kapazität, bessere Lautsprecher oder ein mattes Display lassen sich auch in bestehende Framework-Geräte einbauen. Das Versprechen, Upgrades ab dem Notebook der 1. Generation zu unterstützen, wurde bisher ebenfalls eingehalten. Ich hoffe, viele Leute, denen Aufrüstbarkeit und Reparierbarkeit wichtig sind, kaufen Framework, damit andere Firmen sehen, dass das einen Wert hat. Ich habe keine Beziehung zu Framework, ich bin einfach nur Kunde.
Dann braucht das neue Panel zusätzlich drei Dinge: Stromversorgung, Display-Anbindung und GPU-Leistung. Diese Faktoren verlangen wiederum mehr oder anderen Platz und passen womöglich nicht in das vorhandene Gehäuse. Und selbst wenn doch, bietet das Gehäuse möglicherweise an den nötigen Stellen nicht genug Luftstrom oder das Kühlkonzept kommt nicht damit zurecht.
Unlösbar ist das nicht, aber es ist nicht so einfach wie „schraub einfach ein anderes Panel rein“. Fast nie ist nur ein einzelnes Bauteil das Problem.
Früher war die Teilekompatibilität innerhalb derselben Produktfamilie, oft von Compal, Foxconn usw. entwickelt, häufig gut, und das Basismodell war praktisch eine abgespeckte Version des höherwertigen Modells, sodass Upgrades innerhalb derselben Reihe möglich waren.
Framework macht großartige Arbeit dabei, Dinge am Leben zu halten, die noch innerhalb derselben Grenzen funktionieren. Aber wenn irgendwann für mehr Bandbreite die aktuelle eDP-Schnittstelle ersetzt werden muss, wird die Kombination aus Panel, Kabel und Mainboard deutlich komplizierter. Manche Panels funktionieren dann vielleicht nur mit bestimmten Mainboards, und es könnte nötig sein, beides gleichzeitig zu tauschen, wodurch übrig bleibende Teile viel weniger nützlich wären. Noch ist der Abstand zwischen den Generationen nicht so groß, aber ich frage mich, wie das beim nächsten großen Sprung aussehen wird.
Es wirkt, als würden Laptop-Hersteller wie die Autoindustrie inzwischen geplante Obsoleszenz einbauen. Bei Smartphone-Herstellern ist es genauso.
Für die meisten Dinge, die ich tue, reicht selbst die CPU eines alten Laptops völlig aus, deshalb nutze ich auch selbst sehr alte Laptops.
Allerdings rüste ich Laptops, die ursprünglich mit 2–4 GB RAM verkauft wurden, oft auf 16 GB, mindestens aber auf 8 GB auf, und ersetze langsame 5400-RPM-HDDs durch schnelle SSDs. SSDs helfen auch bei der Akkulaufzeit. Deshalb ist das Gerät, das ich jetzt nutze, in einem deutlich besseren Zustand als zu der Zeit, als der ursprüngliche Besitzer es verwendet hat.
Heutige Laptops werden in 10 Jahren wahrscheinlich nicht mehr so gut altern wie früher, wenn sich herausstellt, dass fest verlötete 8 GB RAM dann wirklich schmerzlich wenig sind.
Dass ich viel Linux nutze, macht ebenfalls einen Unterschied. Linux ist auf alter Hardware hervorragend, und die Software bleibt aktuell. Ich nutze auch recht oft alte Mac-Laptops, aber die unterstützten macOS-Versionen und die Apps, die darauf laufen, sind praktisch kaum noch brauchbar. Bei Windows entwickelt es sich zunehmend genauso.
Als der Speicherverbrauch dieser Software und der macOS-Updates einen bestimmten Schwellenwert überschritt, wurde es unerträglich langsam, und jetzt wird stattdessen ein anderer alter Windows-Laptop genutzt, dessen CPU zwar langsamer ist, der aber 8 GB RAM hat. Der ist noch in Ordnung.
Auch wenn Apple über Nachhaltigkeit spricht, bleibt das bloß Gerede, solange solche Gifte wie verlöteter RAM und verlöteter Speicher eingebaut werden. Solche Maschinen lassen sich weder aufrüsten noch reparieren.
Im Markt für dünne und leichte Laptops ist inzwischen fast überall verlöteter RAM üblich, deshalb rechne ich bei solchen Produkten das 16-GB-Upgrade direkt in den Grundpreis mit ein.
Mein Hauptgerät ist derzeit ein T420 von etwa 2011, das ich mit 6 GB RAM und fast neuwertigem Zustand für 100 Dollar gekauft habe. Ich habe die HDD durch eine SSD ersetzt und Linux Mint installiert; die Swap-Datei habe ich deaktiviert, damit das Laufwerk nicht unnötig belastet wird. Deshalb stehen nur 6 GB RAM zur Verfügung, aber das war nie ein Problem.
Auf der ursprünglichen HDD war Windows 7 installiert, und die Menge an vorinstallierter Zusatzsoftware war wirklich übel. Diese arme Maschine hat unter diesem Müll gelitten. Ich habe viele alte Laptops gesehen, die unbenutzbar wurden, weil das OS das System auf eine bestimmte Weise behandelt und der Nutzer immer weiter Dinge daraufstapelt. Aber wenn man nur die Festplatte und das OS austauscht, wirkt es manchmal wie ein völlig anderes Gerät.
Früher habe ich einmal so ein Netbook von Toshiba oder Presario gesehen. Es hatte einen 1,4-GHz-Core-Duo, 3 GB RAM und Windows Vista und war wirklich bemitleidenswert. Aber nach einem Austausch von Laufwerk und OS wurde daraus eine hervorragende kleine Maschine zum Schreiben, und der Akku hielt sogar 6–7 Stunden.
Wobei „alt“ nach meinem Maßstab Geräte von Pentium bis Pentium 4 meint. Wenn „alt“ heute eher so etwas wie Sandy Bridge bedeutet, dann lautet die Lehre dieser kleinen Geschichte wohl, dass ich ein alter Mann bin, der Kinder anschimpft, die seinen Rasen betreten.
Aus demselben Grund kaufe ich oft Smartphones, die etwa eine Generation alt sind. Ein gebrauchtes Smartphone zu kaufen hat ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Leute, die ständig Geräte der neuesten Generation kaufen, scheinen ihre Geräte oft ziemlich gut zu pflegen, vielleicht weil sie sie später wieder verkaufen wollen.
Laptops nutze ich eher lange, sodass ich eine größere Investition auf mehr als 5 Jahre verteilen kann; deshalb habe ich dort nicht so oft gebraucht gekauft.
Ausgewählte Marktplätze wie Swappa sind eine gute Möglichkeit, gebrauchte Geräte zu kaufen. Aber im Grunde reicht meist jeder Ort mit Treuhandabwicklung oder Garantie.
Ich habe einmal einen Akkutauschservice genutzt, aber bei Smartphones, die von Anfang an versiegelt und schwer zu öffnen sind, hat mir das Ergebnis nicht gefallen.
Die Aussagen „Laptops verändern sich nicht“ und „Neue Laptops sind bezogen auf die Rechenleistung zwar möglicherweise energieeffizienter, aber dieser Vorteil wird durch die höhere Rechenleistung wieder aufgehoben“ scheinen vor M1 geschrieben worden zu sein.
Auch auf der Windows-/Linux-Seite fühlten sich die damaligen Zen-2-Laptop-Chips wie ein großer Fortschritt an. Sie waren pro Generation deutlich energieeffizienter als Intels beste Laptop-Chips, boten die gleiche Zahl an Kernen/Threads wie ihre Desktop-Pendants und waren günstig genug, um in vielen Einstiegs-Laptops verbaut zu werden.
Die meisten Menschen lassen ihren Computer nicht das ganze Jahr über jeden Tag unter Volllast laufen. Die meiste Zeit ist er im Leerlauf oder wird nur sehr wenig genutzt, daher sind Effizienzverbesserungen sehr wichtig.
Selbst für die kleine Zahl von Menschen, die ihren Computer unter Volllast laufen lassen, ergibt es wenig Sinn, weil die Arbeit schneller erledigt wird und sich damit die insgesamt benötigte Energie und Zeit für dieselbe Aufgabe verringern.
Ich halte mich nicht vollständig daran, aber ich arbeite gern mit leistungsschwächeren Laptops. Optimierung ist ein wichtiger Schritt im Entwicklungsprozess, aber selbst Leute, die sie für wichtig halten, überspringen sie oft aus Zeitdruck. Ich eingeschlossen
Wenn ich meinen Code aber so optimieren muss, dass er auf meinem eigenen Rechner läuft, achte ich viel stärker darauf. Wenn man für noch schwächere Hardware optimiert als für die Geräte, die die Nutzer vermutlich haben, entsteht viel Spielraum
Zur Einordnung: Ich meine hier vor allem private Projekte, und Spieleentwicklung ist ein Bereich, in dem Performance wichtiger ist als etwa bei Web-Apps
Entwicklung und Tests komplett auf einem einzigen langsamen Laptop zu machen ist weder die einzige Methode noch die beste
Zur Verteidigung des T430 vom T430 aus gesprochen: Als ich ihn gekauft habe und auch als der Autor ihn gekauft hat, war es ein schlechter Kauf, aber heute bekommt man ihn auf eBay für 100 Dollar pro Stück. Die Tastaturen könnte man wahrscheinlich auch gleich 20 Stück für je 50 Dollar kaufen
Er stammt aus der Zeit, in der ThinkPads anfingen, seltsam zu werden, daher wurden Hardware-Optionen für Upgrades in der Firmware fest verdrahtet. Furchtbar. Aber dann kam 1vyrain(https://1vyra.in/) und hat das behoben
Der T430 fühlt sich auch heute nicht wirklich zu langsam an und hat sogar eine Webcam, wenn auch eine miserable. Mit sorgfältiger Software-Nachbearbeitung kann man sie etwas verbessern. Mit einem Esstisch, einem Router mit OpenWRT, vier T430s und einem 5 bis 10 Jahre alten Gaming-PC als Server für Builds und Dienste kann man eine kleine Softwarefirma gründen, und der größte Kostenfaktor wäre wahrscheinlich der Esstisch
Ab dem T440 ist das Gerät mit 1080p-Display-Upgrade und Trackpad-Tausch deutlich angenehmer zu benutzen. Die Beine werden weniger gegart, der Bildschirm ist besser, es ist leichter und dünner und übersteht auch härtere Stürze weiterhin problemlos
Letztes Jahr habe ich ihn wieder hervorgeholt und ein paar Teile aufgerüstet, aber ich habe es bereut, weil er zu heiß wurde und die Akkulaufzeit schlecht war. An einer Dockingstation war er okay, aber unterwegs, etwa wenn ich ihn im Bett oder auf dem Sofa nutzen wollte, war er nichts. Ich erinnerte mich wieder daran, wie sehr ich dieses Gerät gehasst hatte, kaufte ein gebrauchtes X280 und bin mit diesem Kauf sehr zufrieden
Ich habe mir ein neues MacBook Pro gekauft und benutze es seit etwa einer Woche
Selbst im Vergleich zu meinem vorherigen MacBook Pro von 2019 haben sich Verarbeitungsqualität und Geschwindigkeit stark verbessert
Wenn man beim Kompilieren von Code, Laden von Webseiten oder Installieren von Abhängigkeiten warten muss, würde ich sagen: Kauf den schnellsten Laptop, den du finden kannst. Diese neue Maschine hat mir offenbar jetzt schon rund 20 Minuten Wartezeit erspart. Bei diesem Tempo hat sie sich wohl in etwa 6 Monaten bezahlt gemacht
Wenn man mit dem Laptop nur schreibt und im Web surft, kann es sinnvoll sein, Geld zu sparen
Auch unabhängig von der Wirtschaftlichkeit schaue ich ungefähr 12 Stunden am Tag auf das Ding. Um das mental durchzustehen, ist ein hochwertiger Bildschirm wirklich wichtig
Und selbst wenn sie dort Geld ausgeben, läuft es meist nur auf einen Wettkampf bei Daten wie Auflösung und Bildwiederholrate hinaus, während Kontrast, Farbwiedergabe und Eigenschaften für Menschen, die empfindlich auf PWM reagieren, hinten anstehen. Es wäre interessant, wenn jemand mit Branchenwissen erklären könnte, wie groß der Unterschied bei den BOM-Kosten für hochwertige Displays wirklich ist
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Schön. Jetzt kann man dasselbe noch mit einigen Programmierern, 3D-Modellierern und Videoeditoren machen. Ein MacBook mit M2-Chip kompiliert und startet meine Projekte viel schneller als mein früherer Dell XPS Skylake i7 von 2015
Die GPU des M2 ist absurd leistungsstark, es fühlt sich an wie der Sprung von einer 3dfx Voodoo zu einer modernen GPU
Ich verstehe nicht, warum man einen Text über einen bestimmten Anwendungsfall und eine bestimmte Perspektive liest und dann sagt: „Ja, aber für etwas völlig anderes, das du gar nicht erwähnt hast, gilt das trotzdem nicht.“ Das ist nicht der schlagfertige Einwand, für den du ihn offenbar hältst
Aber er war auch ein großer Sprung, deshalb werde ich ihn wohl ziemlich lange nutzen können, und Freunden, die gerade erst anfangen, rate ich, wenn möglich ein gebrauchtes MacBook mit M1 oder M2 zu kaufen
Das gilt sogar schon für Entwickler, und für gewöhnliche Studierende oder Heimanwender erst recht nicht, dass sie die neueste High-End-Ausstattung brauchen. Ich habe mir zwar kürzlich selbst ein Gerät mit M2 32 GB gekauft, aber nur, um mein MacBook von 2015 zu ersetzen
Kurz angemerkt: Dieser Artikel sollte mit 2020 datiert sein
Bei meinem ThinkPad sind Tastatur und Touchpad zweimal ausgefallen, und ich habe sie jedes Mal für 30 Dollar ersetzt. Bei einem anderen Laptop hätte ich wahrscheinlich ein neues Gerät kaufen müssen. Ich hoffe, dass Framework Erfolg hat, weil ich zu dem Schluss gekommen bin, dass das eher einem Hack als einem neuen Wirtschaftsmodell nahekommt
Leider scheint mein ThinkPad nun endgültig das Ende seiner Lebensdauer zu erreichen, und ich plane, auf das Framework 16 umzusteigen, sobald es erscheint. Ich hoffe, dass es genauso lange durchhält wie das ThinkPad
Tatsächlich habe ich vor Kurzem den Akku ausgetauscht, nachdem er etwa 5–6 Jahre alt war. Für mich funktioniert diese Vorgehensweise gut