2 Punkte von GN⁺ 2023-06-30 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Ein Indie-Entwickler schilderte, dass ein bei Steam eingereichtes Spiel mit KI-generierten Art-Assets zweimal abgelehnt wurde, wodurch Valves Richtlinie zu KI-Inhalten ins Rampenlicht rückte
  • Valve nannte als Ablehnungsgrund ausdrücklich die Möglichkeit, dass die Trainingsdaten der KI-generierten Grafiken urheberrechtlich geschütztes Material Dritter enthalten, und teilte mit, dass ohne Nachweis der Rechte an diesem IP keine Veröffentlichung möglich sei
  • Obwohl der Entwickler die KI-generierten Assets manuell überarbeitet und erneut eingereicht hatte, wurde die Einreichung letztlich mit der Begründung abgelehnt, dass die Rechtslage der Trainingsdaten der zugrunde liegenden KI-Technologie unklar sei
  • Valve bot ungewöhnlicherweise eine Rückerstattung des App-Registrierungsguthabens an; außerdem fehlte es an konsistenten Maßstäben, da die Prüfung im Vergleich zu zuvor genehmigten Spielen mehr als eine Woche dauerte
  • Für Indie-Entwickler, die KI-Tools einsetzen, wirkt dieser Fall als konkrete Warnung vor dem Einsatz von KI-Assets bei der Distribution über Steam

Die erste Einreichung und Ablehnung

  • Das Spiel wurde vor etwa einem Monat bei Steam eingereicht und enthielt 2 bis 3 Sprites/Assets, bei denen an Darstellungen wie Händen klar erkennbar war, dass sie KI-generiert waren
  • Der Plan war, diese Assets vor dem offiziellen Release noch zu verbessern; dass Steam ein Problem mit KI-generierter Grafik haben könnte, war dem Entwickler im Vorfeld nicht bewusst
  • Kernaussagen aus Valves erster Ablehnungsnachricht:
    • Spiele, bei denen der Entwickler nicht über alle erforderlichen Rechte verfügt, können nicht veröffentlicht werden
    • Die im Spiel enthaltenen KI-generierten Art-Assets scheinen auf urheberrechtlich geschütztem Material im Eigentum Dritter zu beruhen
    • Da die rechtliche Eigentumslage bei KI-generierter Grafik unklar sei, könne das Spiel nicht veröffentlicht werden, solange nicht die Rechte an sämtlichem in den Trainingsdatensätzen verwendeten IP bestätigt würden
    • Der Build werde als fehlgeschlagen markiert, und es werde nur eine einzige Gelegenheit eingeräumt, Inhalte ohne Rechte zu entfernen
    • Andernfalls könne das Spiel nicht auf Steam erscheinen, und die betreffende App werde gebannt

Überarbeitung, erneute Einreichung und endgültige Ablehnung

  • Die KI-generierten Assets wurden manuell verbessert, um offensichtliche KI-Spuren zu entfernen, und anschließend erneut eingereicht
  • Es wird jedoch vermutet, dass die App bereits als mit KI-generierten Inhalten gekennzeichnet war und deshalb auch nach der erneuten Einreichung abgelehnt wurde
  • Kernaussagen aus Valves zweiter Ablehnungsnachricht:
    • Das Spiel und die dabei verwendete KI-Technologie wurden mit zusätzlichem Zeitaufwand geprüft, um sie besser zu verstehen
    • Es sei unklar, ob die zugrunde liegende KI-Technologie, die zur Generierung der Assets verwendet wurde, über ausreichende Rechte an den Trainingsdaten verfügt
    • Daher werde der Vertrieb des Spiels abgelehnt
    • App-Guthaben seien normalerweise nicht erstattungsfähig, in diesem Fall werde jedoch ausnahmsweise eine Rückerstattung angeboten

Kritik an fehlender Konsistenz

  • Frühere veröffentlichte Spiele wurden innerhalb von 1 bis 2 Tagen genehmigt, diesmal dauerte es jedoch mehr als eine Woche bis zur Entscheidung
  • Es wirkt so, als habe Valve für KI-generierte Spiele noch keinen standardisierten Ansatz
  • Auf Steam sind bereits Spiele verfügbar, die den Einsatz von KI ausdrücklich erwähnen, was auf eine inkonsistente Anwendung der Maßstäbe hindeutet
  • Andere Entwickler werden dazu aufgefordert, beim Einreichen von KI-generierten Inhalten bei Steam vorsichtig vorzugehen
  • Als Alternative wurde angekündigt, eine Veröffentlichung auf anderen Plattformen wie itch.io zu versuchen

1 Kommentare

 
GN⁺ 2023-06-30
Hacker-News-Kommentare
  • Valve verbietet KI-generierte Inhalte nicht, ist aber über die rechtlichen Eigentumsverhältnisse solcher Inhalte besorgt.
  • KI-generierte Kunst hat einen unklaren Urheberrechtsstatus, und Valve versucht, mögliche Klagen zu vermeiden.
  • Diese Entscheidung schafft ein moralisches Risiko, wenn die Nutzung KI-generierter Assets nicht offengelegt wird.
  • Generative Kunst ist für Entwickler nützlich, da sie Arbeit reduziert und Experimente ermöglicht.
  • Es gibt Bedenken wegen einer Krise durch eingeschleuste Inhalte und der Möglichkeit einer Automatisierung, die Faulheit und Ausbeutung über Kreativität stellt.
  • Es ist wichtig, auf mehr Informationen zu warten, bevor man Annahmen über Valves Vorgehen trifft.
  • Valves Richtlinie kann als rechtlicher Schutz dienen, auch wenn sie sich nicht effektiv durchsetzen lässt.
  • Die Erkennung von KI-Bildern bleibt eine anhaltende Herausforderung, und automatisierte Tools zur Erkennung sind fehlerhaft.
  • Die Überschrift dieses Artikels ist irreführend, da sie auf einer Anekdote aus Reddit basiert.
  • Es braucht eine klare Auslegung dazu, ob die Verwendung urheberrechtlich geschützten Materials in KI-generierten Inhalten unter Fair Use fällt.
  • Die Auswirkungen KI-generierter Inhalte auf den Wert bestehender Werke sind ein wichtiger Gesichtspunkt.
  • Es braucht einen Fall vor dem Obersten Gerichtshof, um die rechtlichen Fragen rund um KI-generierte Inhalte zügig zu klären.