Review von Apples Self-Service-Reparaturkit für das iPhone
(theverge.com)"Für den Austausch eines 31-Gramm-Akkus haben sie ein 35 kg schweres Reparaturkit geschickt."
"Apple scheint ganz offensichtlich nicht zu wollen, dass wir selbst reparieren."
- Erwartet wurde eine kleine Werkzeugkiste, geliefert wurden aber zwei riesige Kartons
→ Darin befanden sich Pelican-Koffer aus schützendem Kunststoff für den Transport
Austauschprozess
- Zum Öffnen des iPhones kam eine industrielle Heizstation mit, die wie Laborausrüstung aussieht, und genau diese wurde verwendet
- Das Gerät wird in eine Heiztasche gelegt, die die Versiegelung um das Display herum aufweicht, anschließend wird das Display mit einem Saugnapf angezogen
- Mit einem kleinen Schneider wird der Kleber durchtrennt und das Display angehoben
- Es liegt zwar ein schicker Drehmomentschraubendreher bei, aber man braucht drei verschiedene Bits, und da nichts magnetisiert ist, fallen die Schrauben ständig herunter
- Der Akku wird ausgetauscht und mit Klebestreifen wieder befestigt
- Danach wird alles mit einer riesigen Federpresse fest verschlossen
- Der Akku wurde ungeladen geliefert und musste sofort aufgeladen werden
- Außerdem wurde selbst der Originalakku nicht als Original erkannt, sondern als „Unbekanntes Bauteil“ angezeigt
- Das heißt: Nach der Selbstreparatur muss man Apples Drittanbieter kontaktieren, damit das Teil verifiziert wird
- Dafür muss das iPhone in den Diagnosemodus neu gestartet und dem Unternehmen Fernzugriff gewährt werden, damit die Verifizierung möglich ist
Fazit
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Um überhaupt selbst zu reparieren, muss man bei der Bestellung die IMEI eingeben
und zusätzlich einen 6-stelligen Code eingeben, um zu bestätigen, dass man die Reparaturanleitung gelesen hat -
Am erstaunlichsten ist der Preis
- Ein neuer Akku kostet 69 US-Dollar und damit genauso viel wie ein Austausch im Apple Store
- Für 49 US-Dollar kann man die Werkzeuge eine Woche lang mieten
- Für dieses Werkzeugset ist eine Kreditkartenautorisierung über 1200 US-Dollar als Kaution nötig. Wird es nicht innerhalb von 7 Tagen zurückgeschickt, wird der Betrag tatsächlich abgebucht
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Das ist in Wahrheit die perfekte Methode, um so zu wirken, als unterstütze man eine Self-Service-Reparaturpolitik, ohne Selbstreparaturen tatsächlich zu fördern
- Der 35 kg schwere Pelican-Koffer ist der Beweis dafür. Ihn tatsächlich quer durch die USA zu verschicken, dürfte enorme Kosten verursachen, trotzdem ermöglicht Apple Versand und Rückholung für nur 49 US-Dollar und betreibt zusätzlich ein Team für Teileverifizierung und Rücknahme
- Damit wird nur gezeigt, dass es möglich ist, während man in der Praxis sagt: In den Apple Store zu gehen ist einfach bequemer
- Apple kann gegenüber Right-to-Repair-Befürwortern nun immerhin sagen, dass man es wenigstens versucht hat
2 Kommentare
Wirklich eine sehr sorgfältige Art zu sagen: „Ich habe keine Lust, das zu tun.“
Apple kündigt Self Service Repair-Programm an