13 Punkte von roxie 2021-07-27 | 4 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Worum geht es? Ich denke, wir leben in einer Zeit, in der es sehr schwierig geworden ist, dass jemand jemand anderem „Ratschläge“ gibt – und das gilt nicht nur für die Beziehung zwischen Junior und Senior. Denn heute kann alles schnell als bevormundendes Verhalten wahrgenommen werden. Trotzdem gibt es auch in so einer Zeit Menschen, die aufrichtige Ratschläge geben möchten, und andere, die solche Ratschläge brauchen, selbst wenn sie etwas unangenehm sind. Ich gehöre zur zweiten Gruppe und suche nach Menschen aus der ersten.


Wer? Seniors.

*Senior: Der Einfachheit halber nenne ich Menschen mit mehr als 10 Jahren Berufserfahrung Senior. Aber auch wenn ihr diese Bedingung nicht erfüllt und euch selbst als Senior seht, könnt ihr euch kurz vorstellen und schreiben. Wenn ihr allerdings mehr als 10 Jahre Berufserfahrung habt, dann seid ihr Senior – auch wenn ihr euch selbst für Junior haltet! (lacht)

An wen? An Juniors.

*Junior: Menschen, die bereits im Beruf stehen, aber subjektiv wie objektiv noch als Junior bezeichnet werden müssen. Die Seniors werden schon verstehen, was gemeint ist.


Q. Wenn du als Senior Juniors heute etwas sagen möchtest: Was wäre das?

4 Kommentare

 
bichi 2021-07-28

Wenn man sich bei GitHub einen Account anlegt und bei einem interessanten Open-Source-Projekt jeden Tag nur eine Stunde lang den Code anderer liest und nachimplementiert, ist man auch mit 2 Jahren Berufserfahrung schon Senior.

 
dua804 2021-07-28

Auch ohne mich muss die Arbeit weiterlaufen.

Heißt das dann nicht, dass man mich gar nicht braucht?

Man sollte jemand sein, mit dem die Arbeit besser wird.

 
majorika 2021-07-27

Ich fühle mich innerlich immer noch wie ein Junior, aber mit über 10 Jahren Berufserfahrung merke ich, dass ich körperlich zunehmend zum Senior werde.

Worauf ihr unbedingt achten solltet, ist eure Gesundheit. Ausgerechnet das bekomme ich selbst auch nicht besonders gut hin.

Wenn man sich nicht gut darum kümmert, können Handgelenke, Finger, Wirbelsäule, Nacken, Kiefergelenk und vieles mehr Schaden nehmen.

Wenn Symptome auftreten, ist es in vielen Fällen schon ziemlich weit fortgeschritten. Ihr müsst euch gut darum kümmern, bevor die Warnsignale kommen.

Achtet bewusst auf eine gute Haltung, trinkt lieber viel Wasser statt zu viel Kaffee oder Softdrinks und sorgt für ausreichend Bewegung.

Während ich das schreibe, denke ich selbst wieder einmal darüber nach.

 
xguru 2021-07-27

Ich bin seit über 20 Jahren im Beruf und habe alles erlebt: Venture-/Mittelstands-/Großunternehmen bis hin zur Gründung eines Startups.

Mein Rat, den ich anderen Entwicklerinnen und Entwicklern in letzter Zeit gebe, lautet: „Eigene Kanäle zur Informationsbeschaffung aufbauen und Gewohnheiten für den Konsum entwickeln.“

Wenn Entwicklerinnen und Entwickler tief in ihrer Arbeit stecken, entfernen sie sich in der Praxis oft von anderen Dingen.

Das scheint unabhängig von der Unternehmensgröße überall so zu sein. Man ist einfach ständig mit irgendetwas beschäftigt.

Wenn dieses hektische Leben aber länger als sechs Monate anhält, passiert es oft, dass man vom Lauf der Welt abgeschnitten wird und das Gefühl hat, nur man selbst sei stehen geblieben.

Selbst wenn es nicht das Feld ist, in dem man gerade arbeitet, und selbst wenn es keine Technologie ist, die man sofort einsetzen kann, muss man sie trotzdem weiter im Blick behalten, um nicht zurückzufallen.

Deshalb ist es wichtig, sich nach Möglichkeit eigene Kanäle zur Informationsbeschaffung aufzubauen.

  • GeekNews zu lesen ist natürlich gut,

  • aber auch technische Newsletter zu abonnieren,

  • Blogs zu verfolgen [1],

  • und in internationalen Communities vorbeizuschauen,

und sich so eigene Kanäle aufzubauen, um ein „Umfeld zu schaffen, in dem man kontinuierlich Informationen aufnehmen kann“.

Und danach sollte man „sein eigenes Konsummuster“ entwickeln. Nur zu abonnieren bringt gar nichts.

Man braucht eine Gewohnheit, Nachrichten täglich zu konsumieren, und ein eigenes Muster, um das Gelesene im Kopf zu verankern, später wiederzufinden oder selbst auszuprobieren.

Zum Beispiel so:

  • Auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit die Nachrichten überfliegen und Dinge, die es wert sind, festgehalten zu werden, in Pocket oder Ähnlichem speichern.

  • Am Wochenende die gespeicherten Inhalte aus Pocket hervorholen, richtig lesen, den Code ausführen oder eigene Beispiele bauen.

  • Das, was man auf diese Weise ausprobiert hat, möglichst wieder irgendwo so speichern, dass eine Aufzeichnung bleibt.

→ Ein GitHub-Repo wie TIL (Today I Learned) anlegen und dort dokumentieren

→ Oder es kurz im Blog zusammenfassen und ordnen

Wenn man das eine Zeit lang so macht, nimmt man nicht nur kontinuierlich neue Informationen auf,

sondern entwickelt daraus auch ein Konsummuster, das man anderen zeigen kann und das hilfreich sein wird.

[1] Sammlung von Tech- & Startup-Newslettern und Blogs https://de.news.hada.io/topic?id=2505

[2] Ein Jahr TIL(Today I Learned)-Aufzeichnungen https://de.news.hada.io/topic?id=4189