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  • Der neue Media Player in Windows 11 sorgt beim Übergang zur Standard-Medien-App zugleich wegen höherem Speicherverbrauch und kostenpflichtigen Codecs für Diskussionen
  • Laut Tests von Windows Latest liegt der RAM-Verbrauch im Leerlauf beim neuen Player bei etwa 377 MB, beim bisherigen Windows Media Player bei rund 103 MB — ein Unterschied um den Faktor 3,5
  • Auch die Startzeit lokaler Videodateien steigt von zuvor etwa 2 Sekunden auf rund 3 Sekunden mit dem neuen Player, was einer Zunahme von etwa 50 % entspricht
  • Microsoft bietet die Wiedergabe von HEVC(H.265) als kostenpflichtige „HEVC Video Extensions“ an, und in Windows 11 24H2 wurde zudem der integrierte AC-3(Dolby Digital)-Codec entfernt
  • Third-Party-Player mit eigenen Codecs wie VLC können eine Alternative sein, die weniger von Microsofts kostenpflichtigen Erweiterungen abhängt

Leistungsbedarf des neuen Media Players

  • Der neue Media Player in Windows 11 übernimmt die Rolle der Standard-App und ersetzt Groove Music sowie den klassischen Windows Media Player
  • In Tests von Windows Latest zeigte sich selbst im Leerlauf ohne laufende Aktionen ein deutlicher Unterschied beim Speicherverbrauch
    • Neuer Media Player: etwa 377 MB RAM
    • Bisheriger Windows Media Player: etwa 103 MB RAM
    • Der Unterschied beträgt etwa das 3,5-Fache

Langsameres Starten lokaler Videos

  • Auch das Öffnen lokaler Videodateien dauert im neuen Media Player länger
    • Bisheriger Player: etwa 2 Sekunden
    • Neuer Media Player: etwa 3 Sekunden
    • Die Startzeit ist damit um etwa 50 % gestiegen

Codec-Unterstützung und kostenpflichtige Erweiterungen

  • Microsoft bietet die Wiedergabe von HEVC(H.265) über die kostenpflichtige App „HEVC Video Extensions“ im Microsoft Store an
  • In Windows 11 Version 24H2 wurde der integrierte AC-3(Dolby Digital)-Codec entfernt
    • Der neue Media Player auf diesen Systemen kann AC-3-Audiospuren standardmäßig nicht wiedergeben

Umstellung der Standard-App und verbleibende Optionen

  • Der neue Media Player ersetzt auf allen Windows-11-PCs Groove Music und den klassischen Windows Media Player
  • Der klassische Windows Media Player bleibt zwar als optionale Komponente verfügbar, die Standardauswahl verschiebt sich jedoch zum neuen Media Player
  • Wer auch Third-Party-Player verwenden möchte, hat mit VLC eine Alternative
    • VLC bringt eigene Codecs mit und ist nicht auf Microsofts kostenpflichtige Zusatzfunktionen angewiesen

1 Kommentare

 
GN⁺ 4 시간 전
Hacker-News-Kommentare
  • Dass die HEVC-Unterstützung entfernt wurde, liegt vermutlich weniger an einer Entscheidung von Microsoft als an den erhöhten Preisen des Lizenzpools
    Heutzutage nutzen ohnehin nur noch wenige Windows Media Player, und noch weniger werden HEVC-Wiedergabe verwenden. Die meisten Inhalte werden per Streaming und im Browser abgespielt. Auch der höhere RAM-Verbrauch scheint eine Folge des Trends zu sein, Frontends mit JS/TS statt mit nativen Frontend-APIs des Betriebssystems zu bauen. Aus Sicht der App-Entwicklung lassen sich JS-UI-Entwickler viel leichter finden, und LLMs kommen vermutlich auch deutlich besser mit React-Apps zurecht als mit UML
    [1]: https://arstechnica.com/gadgets/2026/04/lawsuits-licensing-a...

    • Ein Kompromiss, der es für Nutzer schlechter und für Entwickler einfacher macht, ist nicht akzeptabel und verdient Kritik
    • Bei Google und Apple hätte ich vielleicht noch ein wenig Verständnis gehabt, wenn sie statt leicht gestiegener Lizenzkosten die Unterstützung für gängige Videoformate entfernt hätten
      Microsoft gibt bei erfolglosen Übernahmen oft Geld aus, als hätte es unendlich viel davon. Ein Teil dieses Geldes sollte in den Erhalt der Nutzererfahrung fließen. In einer Situation, in der Firmen wie Dell neue Windows-Laptops mit 8 GB RAM auf den Markt bringen, ist unnötiger Speicherverbrauch schwer hinnehmbar
    • Inzwischen könnte man einer KI wohl den gesamten seit 2010 geschriebenen UI-Code grob in Win32 und MFC umschreiben lassen, und das Ergebnis wäre wahrscheinlich deutlich besser als der Müll, der heute durchgedrückt wird
    • Wenn der gestiegene RAM-Verbrauch an dem Trend liegt, Frontend-Engineering mit JS/TS statt mit nativen Frontend-APIs des Betriebssystems zu betreiben, frage ich mich, warum diese App-Build-Tools für mehrere Betriebssysteme nicht in nativen Code kompilieren und native APIs nutzen
      Gibt es solche Tools überhaupt nicht?
    • Diese App verwendet kein JS/TS. Es ist Groove Music mit verändertem Skin und dürfte vollständig in C++ oder C# geschrieben sein, vermutlich auf Basis von C# + UWP/WinUI2 XAML
      Xbox Music unter Windows 8.x basierte tatsächlich auf Webtechnologien, wurde aber mit dem Wechsel zu Groove Music unter Windows 10 wieder in C# und XAML neu geschrieben
  • Man muss Microsoft wohl zugestehen, dass es Vibe Coding mit Copilot intern in diesem Ausmaß durchzieht
    Sie können schlecht Kunden empfehlen, eine schlechte Lösung zu nutzen, während sie intern etwas anderes verwenden

    • Diese App ist Groove Music mit verändertem Skin, und der Großteil wurde in den frühen Windows-10-Jahren 2014–2017 geschrieben, also lange vor Copilot
      Auch das Rebranding zu Media Player unter Windows 11 geschah etwa 2022 und lag damit vor diesem Trend; seitdem wurde kaum noch etwas daran verändert
  • Interessant ist, dass man sich entschieden hat, dies mit HTML/JS zu schreiben, obwohl es nicht einmal eine Webversion gibt, sondern eine native App ist
    Noch seltsamer wirkt das, weil Microsoft zuvor angekündigt hatte, es mit WinUI neu aufzubauen. Dass Native-Entwicklung mehr Reibung als HTML/JS hat, ist nachvollziehbar, aber mit dem Aufkommen agentischer Entwicklung ist diese Hürde deutlich kleiner geworden. Das wirkt nicht besonders durchdacht

    • Es verwendet kein HTML/JS. Wenn man C# als nativ gelten lässt, ist es zumindest eine vollständig native App, geschrieben in C# und UWP/WinUI2 XAML
      Die UI von Xbox Music unter Windows 8.x basierte auf Webtechnologien, wurde aber beim Rebranding zu Groove Music unter Windows 10 neu geschrieben. Xbox Music selbst war wiederum nur eine umgestylte bzw. neu geschriebene UI-Schicht von Zune, und Zune war in C++, also hat man bereits einmal den Zyklus nativ → Web → nativ durchlaufen. Der „neue“ Media Player wird in den Paketmetadaten außerdem immer noch als „ZuneMusic“ geführt. Groove Music wurde zudem überwiegend in den frühen Windows-10-Jahren 2014–2017 geschrieben, das Rebranding zu Media Player unter Windows 11 erfolgte 2022, und seitdem hat sich kaum etwas geändert
    • Tatsächlich gibt es dabei kaum von einer Hürde zu sprechen. In WinForms oder WPF ein UI zu bauen ist in der Praxis nicht schwierig, und bei WinUI dürfte es ähnlich sein
      Das Problem ist nicht, dass es schwer wäre, sondern dass viele schlicht zu bequem sind, überhaupt zu versuchen, ihre HTML/JS-Komfortzone zu verlassen
  • Seit der klassischen Version habe ich wohl nie mehr freiwillig einen der schlechten Media Player von Microsoft benutzt
    Meistens nutze ich MPC-BE, und wenn einige Codecs nicht gut funktionieren, halte ich VLC als Reserve bereit. Beide können auch nVidias Super-Resolution-Funktion nutzen

  • Gibt es heute noch Leute, die mit dem K-Lite Codec Pack alle Codecs für ihren Player installieren? Oder nutzt man einfach VLC?

    • Zu XP-Zeiten mochte ich das K-Lite Codec Pack und CCCP (Combined Community Codec Pack). Gerade als ich viele MKV- und Anime-Dateien aller Art geschaut habe, war das sehr nützlich
      Heute begegne ich aber fast keinen Mediendateien mehr, die VLC oder MPC-HC nicht standardmäßig abspielen können. Man wirft sie einfach hinein und sie laufen
    • Heute reicht oft schon die Installation von SMPlayer, weil die Codecs dort direkt im Player enthalten sind
    • Diese Art von Vorgehen ist vor etwa 10 Jahren praktisch verschwunden
      Die meisten Formate sind ohnehin H.264, H.265, VP9, AV1, MP3 und AAC
    • mpv
  • Dass der aktuelle Media Player im Leerlauf etwa 377 MB RAM nutzt und der alte etwa 103 MB, heißt auch, dass 103 MB fürs Nichtstun schon viel wirken

    • Bei einem Media Player ist es nicht ungewöhnlich, viele Albumcover-Bilder und kurze Audiostücke im Speicher zu halten, damit sie sofort abgespielt werden können
      Dazu kommen vermutlich die Metadaten der gesamten Bibliothek und verschiedene Indizes. Da SSDs schneller geworden sind, könnte man erwarten, dass neue Player weniger cachen, aber die stärkere Nutzung von Netzwerkspeicher — ob internetbasiert oder als lokales HDD-NAS — könnte das wieder ausgleichen
    • Ich habe mit derselben Datei nachgemessen: mpv kommt auch auf 144 MB, VLC ebenfalls auf 144 MB
      Gibt es noch andere Optionen mit geringerem RAM-Verbrauch?
  • Artikel darüber, dass HEVC kostenpflichtig ist, ließen sich schon 2018 finden.
    Und es ist auch unklar, was mit dem „neuen“ Media Player hier gemeint ist. Die App wurde 2022 veröffentlicht. Dieser Artikel ist schlampig, der ursprüngliche Quellartikel ist okay.
    [0]: https://www.windowscentral.com/microsoft-now-charging-hevc-v...
    [1]: https://en.wikipedia.org/wiki/Windows_Media_Player_(2022)
    [2]: https://www.windowslatest.com/2026/06/16/microsoft-reveals-w...

    • Wenn das heißt, dass es schon seit fast 10 Jahren mies ist, passt das auch zu meiner Erfahrung.
  • Fast schade, dass der Ausdruck „Fraktal aus schlechtem Design“ schon für PHP verwendet wurde, denn er passt auf vieles, was von Microsoft kommt, sehr gut.
    Ich benutze seit ein paar Wochen PowerBI, und manchmal nötigt es mir Bewunderung ab, auf welch neue Arten es kaputtgehen kann.

  • Ich bin ein bekennender Microsoft-Antifan, aber zum Vergleich: Auch Apples Music.app belegt ungefähr 580 MiB RAM.

    • iTunes für Windows hat immer noch ein Memory Leak wie ein löchriger Wasserschlauch, und wenn man Online-Radio hört, kann es auf 4GB ansteigen.
  • Es wurde in Managed Code geschrieben — was erwartet man da schon? Früher waren die Kern-Apps von Windows pures C++.
    Wenn man lange genug nach „sicheren“ Sprachen verlangt hat, muss man wohl auch die RAM-Kosten in Kauf nehmen.

    • WinUI und WinAppSDK sind auf WinRT aufgebaut, das größtenteils aus C++ besteht.
      Das Witzige daran ist, dass die Windows-Abteilung nach Vistas Sieg über Longhorn .NET mit einer modernisierten Form von COM ablösen wollte und es wegen AddRef/Release langsamer als WPF-Apps wurde.
      https://arstechnica.com/features/2012/10/windows-8-and-winrt...