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Zusammenfassung

  • SpaceX verzeichnete nach dem Nasdaq-Börsengang einen Kursanstieg von mehr als 50 % und erreichte damit eine Unternehmensbewertung von rund 2,78 Billionen Dollar.
  • Damit überholte das Unternehmen Amazon, das mit rund 2,66 Billionen Dollar bewertet wird, und wurde zum fünftwertvollsten Unternehmen der Welt.
  • Der Kursanstieg wurde von Wachstumserwartungen in der Raumfahrtindustrie, bei Starlink, bei weltraumbasierten AI-Rechenzentren sowie von der Ankündigung der Übernahme des AI-Coding-Unternehmens Cursor getragen.
  • Allerdings liegen Umsatz und Profitabilität derzeit deutlich unter denen von Amazon, was Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen Bewertung aufkommen lässt.
  • Die Bewertung von SpaceX basiert derzeit stärker auf den Wachstumsaussichten künftiger Raumfahrt- und AI-Geschäfte als auf der aktuellen Geschäftsentwicklung.

Die Unternehmensbewertung von SpaceX schießt direkt nach dem Börsengang nach oben

  • Seit der Notierung an der Nasdaq in New York ist die Aktie von SpaceX schnell gestiegen.
  • Der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar je Aktie und stieg anschließend bis auf 209 Dollar, was einem Plus von über 50 % entspricht.
  • Dadurch wuchs die Marktkapitalisierung von SpaceX auf rund 2,78 Billionen Dollar.
  • Das Unternehmen übertraf damit Amazons Marktkapitalisierung von rund 2,66 Billionen Dollar und wurde zum fünftgrößten Unternehmen der Welt nach Börsenwert.
  • Im Zuge des Börsengangs wurden demnach rund 85,7 Milliarden Dollar eingesammelt.
  • Durch den Kursanstieg soll auch Elon Musks Vermögen deutlich zugelegt haben.

Erwartungen an Raumfahrt- und AI-Geschäfte treiben den Kursanstieg

  • Investoren bewerten bei SpaceX weniger die aktuelle Geschäftslage als vielmehr das langfristige Wachstumspotenzial.

  • Zu den wichtigsten erwarteten Wachstumstreibern gehören:

    • Herstellung und Starts wiederverwendbarer Raketen
    • Starlink-Satelliteninternetdienste
    • Marsmissionen und langfristige Projekte zur Besiedlung des Weltraums
    • Aufbau von AI-Rechenzentren im Weltraum
    • Entwicklung von AI-Modellen und zugehöriger Infrastruktur
  • SpaceX verfolgt eine Strategie, seinen Einfluss nicht nur im Raketen- und Satellitengeschäft, sondern auch in der AI-Industrie auszubauen.

  • Diese Geschäftsbereiche könnten bei Erfolg große Märkte schaffen, sind jedoch auch mit erheblichen technischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten verbunden.

Ausbau des Einstiegs in den AI-Coding-Markt durch die Übernahme von Cursor

  • SpaceX kündigte an, Anysphere, die Muttergesellschaft des AI-Coding-Tools Cursor, für 60 Milliarden Dollar zu übernehmen.
  • Der Kaufpreis soll nicht in bar, sondern in SpaceX-Aktien im Wert von rund 60 Milliarden Dollar gezahlt werden.
  • Als angestrebter Zeitpunkt für den Abschluss der Transaktion wurde Ende September genannt.
  • SpaceX und Cursor arbeiten bereits seit April zusammen.
  • Laut bestehendem Vertrag hatte SpaceX das Recht, Cursor für 60 Milliarden Dollar zu übernehmen oder alternativ 10 Milliarden Dollar als Gegenleistung für die Zusammenarbeit zu zahlen.
  • Cursor ist ein Dienst, der mithilfe von AI das Schreiben von Code und Aufgaben der Softwareentwicklung automatisiert.
  • Als wichtige Nutzerunternehmen werden Stripe, Adobe und Nvidia genannt.
  • Nvidia-CEO Jensen Huang hatte Cursor zuvor als bevorzugten Enterprise-AI-Dienst bezeichnet.

Kombination aus Computing-Infrastruktur und Software-Vertriebsnetz

  • SpaceX stellte eine Strategie vor, die Softwareprodukte und die Entwickler-User-Basis von Cursor mit der eigenen groß angelegten AI-Computing-Infrastruktur zu verbinden.

  • SpaceX betreibt mit xAI ein eigenes AI-Geschäft sowie mit Colossus einen Supercomputer für großskaliges Training.

  • Im Artikel wird beschrieben, dass Colossus über Rechenleistung auf dem Niveau von rund 1 Million GPUs der H100-Klasse verfügt.

  • Von der Übernahme von Cursor werden unter anderem folgende Effekte erwartet:

    • Aufbau eines Vertriebskanals für professionelle Softwareentwickler
    • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bei AI-Coding-Services
    • Höhere Effizienz bei Entwicklung und Training eigener AI-Modelle
    • Verringerung des Abstands zu Wettbewerbern wie OpenAI und Anthropic
  • SpaceX wirkt damit wie ein Unternehmen, das sich zu einem integrierten Technologiekonzern aus Raumfahrt-, Kommunikationsinfrastruktur und AI-Software entwickeln will.

Die Lücke zwischen Unternehmensbewertung und tatsächlicher Geschäftsentwicklung

  • Die Marktkapitalisierung von SpaceX hat Amazon zwar übertroffen, bei Umsatz und Gewinn gibt es jedoch große Unterschiede zwischen beiden Unternehmen.
  • Für Amazon wird ein Umsatz von rund 716,9 Milliarden Dollar im Jahr 2025 genannt.
  • Für SpaceX werden im gleichen Zeitraum rund 18,67 Milliarden Dollar Umsatz angegeben.
  • Amazons Nettogewinn im ersten Quartal 2026 soll rund 30,3 Milliarden Dollar betragen haben.
  • SpaceX dagegen soll im selben Zeitraum einen Verlust von rund 4,3 Milliarden Dollar verzeichnet haben.
  • Die Bewertung von SpaceX hängt daher deutlich stärker vom möglichen Erfolg künftiger Geschäftsbereiche ab als von heutigen Umsätzen und Gewinnen.

Zweifel an der Nachhaltigkeit des hohen Aktienkurses

  • Einige Analysten weisen darauf hin, dass die SpaceX-Aktie im Verhältnis zu den erwarteten künftigen Gewinnen zu hoch bewertet sein könnte.
  • Sowohl Raumfahrt- als auch AI-Geschäfte erfordern hohe Investitionen, und es kann lange dauern, bis daraus Erträge entstehen.
  • Bei wiederverwendbaren Raketen, Marsmissionen und Weltraum-Rechenzentren sind technischer Erfolg und Zeitpunkt der Kommerzialisierung ungewiss.
  • Auch technologische Fortschritte von Konkurrenten, regulatorische Änderungen, Fehlstarts und steigende Kosten können Risikofaktoren sein.
  • Die Übernahme von Cursor könnte zwar beim Ausbau des AI-Geschäfts helfen, doch bleibt offen, ob ein Kaufpreis von 60 Milliarden Dollar angemessen ist.
  • Die Bezahlung mit SpaceX-Aktien kann die Cash-Belastung senken, birgt aber das Risiko einer Verwässerung für bestehende Aktionäre.

Unterschiede in der Struktur der Unternehmensbewertung von Amazon und SpaceX

  • Amazons Unternehmensbewertung basiert auf bereits profitablen Geschäftsfeldern wie E-Commerce, Cloud, Werbung und Medien.
  • Die Bewertung von SpaceX spiegelt neben dem bestehenden Raketenstart- und Starlink-Geschäft auch Erwartungen an künftige Raumfahrt- und AI-Geschäfte wider.
  • Amazon verfügt über ein Geschäftsmodell, das tief im Alltag von Verbrauchern und in Unternehmensprozessen verankert ist.
  • SpaceX hat vergleichsweise wenig direkten Kontakt zu Endverbrauchern und ist stärker auf Regierungen, Unternehmen und die Raumfahrtindustrie ausgerichtet.
  • Daher unterscheiden sich trotz ähnlicher Marktkapitalisierung die Ertragsbasis und die Risikostruktur beider Unternehmen deutlich.

Die Bewertung von SpaceX basiert auf Erwartungen an künftiges Wachstum

  • Dass SpaceX Amazon überholt hat, ist weniger ein Ergebnis aktueller Umsatz- oder Gewinnzahlen als vielmehr Ausdruck der hohen Markterwartungen an das zukünftige Geschäft.

  • Wiederverwendbare Raketen, Starlink, weltraumbasierte AI-Infrastruktur und die Übernahme von Cursor gelten als Faktoren, die das langfristige Wachstumspotenzial von SpaceX erhöhen.

  • Angesichts der derzeitigen Verluste und der Unsicherheiten der künftigen Geschäftsbereiche ist die hohe Marktkapitalisierung jedoch auch mit erheblichen Risiken verbunden.

  • Ob die Bewertung langfristig Bestand hat, dürfte maßgeblich von folgenden Faktoren abhängen:

    • Wachstum bei Starlink-Abonnenten und Profitabilität
    • Stabiles Umsatzwachstum im Raketenstartgeschäft
    • Konkrete Ergebnisse im AI-Geschäft nach der Übernahme von Cursor
    • Kommerzielle Nutzung von xAI und der Colossus-Infrastruktur
    • Technische Umsetzbarkeit von Weltraum-Rechenzentren und Marsprojekten
  • Insgesamt lässt sich der Anstieg der Marktkapitalisierung von SpaceX eher als vorweggenommene Bewertung der Investoren für ein langfristiges Wachstumsszenario aus Raumfahrt- und AI-Industrie verstehen als als leistungsbasierte Bewertung auf Basis aktueller Geschäftszahlen.

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