- Das Metropolitan Museum of Art in New York hat 140 Kunstwerke als hochauflösende 3D-Scans veröffentlicht, die nun von allen online detailliert betrachtet werden können
- Nutzer können die Werke mit Zoom-, Dreh-, AR- und VR-Funktionen aus verschiedenen Blickwinkeln erkunden
- Zu den wichtigsten veröffentlichten Objekten gehören ein Marmorsarkophag mit Reliefs eines Löwen und einer Antilope, die Statue des Horus und Nektanebos II., Kano Sansetsus „Old Plum“ und die Rüstung des französischen Königs Heinrich II.
- Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem japanischen NHK umgesetzt; NHK arbeitet an der Erstellung ultrahochauflösender 3D-Grafiken des eigenen Kulturerbes
- Die Veröffentlichung ist ein wichtiger Fortschritt beim Aufbau eines digitalen Archivs für Kunstforschung, Bildung und einen breiteren öffentlichen Zugang
Veröffentlichung des 3D-Scan-Archivs des Metropolitan Museum of Art
- Das Metropolitan Museum of Art besitzt weltberühmte Kunstwerke wie Van Goghs „Sonnenblumen“, Monets „Heuschober“ und den altägyptischen Tempel von Dendur
- Über das nun veröffentlichte Archiv hochauflösender 3D-Scans können diese Werke online präzise betrachtet werden
- Laut offizieller Ankündigung können Besucher die Werke mit Zoom- und Drehfunktionen im Detail untersuchen und sie über Smartphone-AR und VR-Headsets im realen Raum betrachten
- Das Archiv kann als digitale Ressource für Forschung, Erkundung und aus Neugier genutzt werden
Wichtigste veröffentlichte Werke
- Zu den herausragenden Objekten zählen der „Marmorsarkophag mit einem Löwen, der eine Antilope niederstreckt“ (3. Jahrhundert), die „Statue eines falkengestaltigen Horus, der Nektanebos II. schützt“ (360–343 v. Chr.), Kano Sansetsus „Old Plum“ (1646) und ein Hausmodell eines Künstlers aus Nayarit (200 v. Chr.–300 n. Chr.)
- Ebenfalls in 3D zu sehen sind ein Fliesenbild aus dem 18. Jahrhundert, das Mekka darstellt, die Marmorskulptur „Perseus mit dem Haupt der Medusa“ (19. Jahrhundert) und die Rüstung des französischen Königs Heinrich II.
- Mit einem Klick auf den „View in 3D“-Button auf der jeweiligen Werkseite lässt sich das Modell frei bedienen
Zusammenarbeit mit dem japanischen NHK
- Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem japanischen öffentlich-rechtlichen Sender NHK umgesetzt
- NHK treibt die Erstellung ultrahochauflösender 3D-Computergrafiken von Nationalschätzen und bedeutenden Kunstwerken voran
- Künftig sind Bildungsprogramme und weitere Inhalte geplant
- Das Archiv umfasst auch zahlreiche japanische Werke, darunter japanische Stellschirme aus dem 17. Jahrhundert von Kano Sansetsu und Suzuki Kiitsu
Digitale Zugänglichkeit und Nutzung
- Die 3D-Modelle sind für Forschende, Lehrende und allgemeine Besucher gleichermaßen zugänglich
- Durch AR- und VR-Technologien wird ein Erlebnis ermöglicht, das dem realen Ausstellungsraum ähnelt
- Sie bieten die Möglichkeit, Kunstwerke mit eingeschränkter physischer Zugänglichkeit im virtuellen Raum detailliert zu erkunden
Eine neue Art des Kunstgenusses
- Die Veröffentlichung ermöglicht ein Erlebnis, das dem Kunstwerk so nahe kommt wie möglich, ohne es direkt in die Hand zu nehmen
- Nutzer können die Werke aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und künstlerische Details und Texturen präzise erkennen
- Dies wird als Teil der digitalen Transformation des Metropolitan Museum of Art und seiner Bemühungen um globale Zugänglichkeit bewertet
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Es gibt einen Viewer, in dem man die ursprüngliche GLB-Datei direkt ansehen kann, wodurch sich das Modell viel detaillierter steuern lässt
Link zum glTF Sample Viewer
Jemand hat ein Skript erstellt, das alle 135 veröffentlichten Scans als GLB-Dateien herunterlädt und die Metadaten als JSON speichert
Alle Scans stehen unter CC0, sind also gemeinfrei
Link zum GitHub-Repository
Das MET hat einen großartigen Artikel veröffentlicht, der den Scan-Prozess zur Erhaltung der Farbgenauigkeit detailliert beschreibt
Link zum Artikel
Eine gute Ergänzung zu diesen 3D-Szenen
Der ursprüngliche Artikel steht bei This Is Colossal
Ich verstehe nicht, warum der Link fehlt und stattdessen durch eine KI-generierte SEO-Spam-Seite ersetzt wurde
Es ist etwas frustrierend, dass der 3D-Viewer auf der MET-Website nur einen Blick aus großer Entfernung zulässt
Es wirkt fast so, als wolle man eine „höfliche Distanz“ erzwingen, damit niemand im Geiste nach dem Werk greift
Auf großen Monitoren könnte man viel näher herangehen, deshalb ist diese Einschränkung schade
Ich freue mich sehr, dass dieses Werk gescannt wurde. In echt hat es eine überwältigende Schönheit
Link zum Werk
Schade, dass sie kein Fabergé-Ei gescannt haben
Wirklich großartig!
In letzter Zeit staune ich immer wieder darüber, wie viele Kunstwerke wir inzwischen in Online-Archiven sehen können
Beim British Museum, Rijksmuseum, dem MET und anderen sind enorme Mengen an Material öffentlich zugänglich
Ich überlege, diese Bilder für mein Side-Project zu nutzen
Link zum Projekt
Scott Geffert hat in einem OpenUSD-Working-Group-Meeting den Scan-Prozess des MET vorgestellt
In dem von ihm geteilten Link sind Ablauf und historischer Hintergrund gut zusammengefasst
Zugehöriger Link
Es wäre schön, wenn auch das Computer History Museum ein solches Scan-Projekt durchführen würde
Besonders wenn interne Bauteile in einer exploded view getrennt gescannt würden, könnten Schüler und Enthusiasten die Teile per 3D-Druck rekonstruieren
Es heißt zwar „hochauflösende 3D-Scans“, aber es wirkt eher wie das Niveau von vor 15 bis 20 Jahren
Der Glossy-Shader sieht zu sehr nach Spielgrafik aus und nicht nach realistischer Wiedergabe
Gaussian Splatting wäre dafür wohl besser geeignet gewesen