5 Punkte von darjeeling 2026-03-01 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

Die koreanische Übersetzung finden Sie hier.

Da auch Guido inzwischen älter ist, wirkt es fast wie eine Art Memoiren.
Es scheint, als würden noch weitere Teile der Serie folgen.

Frühgeschichte der Python-Community: Zusammenfassung des Interviews mit Thomas Wouters

Dieses Dokument ist eine Zusammenfassung eines Interviews, das Guido van Rossum mit Thomas Wouters geführt hat, um die Beiträge früher Mitglieder der Python-Community vor 2015 festzuhalten.

1. Wie er zu Python kam

  • Thomas Wouters begann Anfang der 1990er Jahre mit dem Programmieren über LambdaMOO, eine textbasierte Mehrbenutzerumgebung mit einem Python-ähnlichen Objektmodell.
  • Um 1998–1999 kam er auf Empfehlung eines Bekannten erstmals mit Python in Kontakt. Die intuitive Sprache und ihre zu seiner Denkweise passende Struktur begeisterten ihn so sehr, dass er sich in der Usenet-Community Python-List engagierte.

2. Wichtige Beiträge zur Python-Core-Entwicklung

  • Zusammengesetzte Zuweisungsoperatoren (+=, -= usw.): Er übernahm einen frühen Proof-of-Concept-Patch von Michael Hudson und führte ihn zu Ende. Dieser wurde in Python 2.0 aufgenommen (PEP 203). Dabei gab es intensive Diskussionen über Design-Edge-Cases, etwa Ausnahmen beim Ändern von Listen innerhalb von Tupeln.
  • Vorschlag für Range-Literale: Er schlug eine Syntax für Range-Literale in der Form [start:end] vor. Der Vorschlag wurde letztlich verworfen, weil die Syntax mit Listen verwechselt werden konnte und Optimierungen nur begrenzt möglich gewesen wären. Den Prozess, die Idee auszuarbeiten und zu diskutieren, bewertet er jedoch positiv.

3. Entwicklung von Sprachfeatures und Release-Prozess

  • Nested Scopes und das Modul __future__: Als Jeremy Hylton Nested Scopes einführte, gab es lange Debatten über die dadurch entstehende Inkompatibilität zu bestehendem Code. Im Verlauf dieser Diskussion schlug Tim Peters den Ansatz from __future__ import ... vor, der dann eingeführt wurde.
  • Änderungen an der Release-Politik: In der Anfangszeit wurden auch in Minor-Releases häufig Features aufgenommen, die die Kompatibilität brachen. Nach Kritik unter anderem von Steve Holden wurde ein 18-Monats-Release-Zyklus eingeführt. Dieser bildete die Grundlage für den heutigen jährlichen Release-Zyklus.

4. Wichtige Personen und Projekte der frühen Community

  • Frederik Lundh (Effbot): Er war ein zentraler Mitwirkender an der Regular-Expression-Engine, Tkinter und den XML-Modulen (ElementTree).
  • Twisted-Team: Noch vor dem heutigen asyncio legte es mit Callbacks und dem Konzept von Deferred die Grundlage für asynchrones Programmieren.
  • Weitere Personen: Erwähnt werden auch Aktivitäten früher Core-Entwickler wie Tim Peters, Jeremy Hylton und Marc-André Lemburg (Unicode-Beiträge).

5. Persönlicher Hintergrund und die Gründung der PSF (Python Software Foundation)

  • Ausbildung und Karriere: Thomas Wouters brach die Schule nach der Oberstufe ab, konnte aber dank der damaligen, stark auf Können ausgerichteten IT-Branche eine erfolgreiche Karriere bei XS4ALL, Google und anderen aufbauen.
  • Wahl zum PSF-Vorstand: Auf der ersten International Python Conference (IPC) im Jahr 2001 wurde die PSF offiziell gegründet. Bei der Vorstandswahl lagen Thomas Wouters und Eric Raymond zunächst gleichauf; nach einer Stichwahl wurde Thomas gewählt.
  • Frühe PyCon und Anerkennung als Non-Profit-Organisation: Um den Status als gemeinnützige 501(c)(3)-Organisation zu behalten, musste die PSF zahlreiche Sponsoren gewinnen und hatte mit finanziellen sowie administrativen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die erste PyCon an der George Washington University wurde später trotz begrenztem Budget und knapper personeller Ressourcen durchgeführt und war von einigen Anlaufschwierigkeiten geprägt, etwa bei Verpflegung und Registrierungssystem.

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