15 Punkte von GN⁺ 2026-02-26 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Die Realität drastisch gesunkener Kosten für das Schreiben von Code erschüttert inzwischen die gesamten Engineering-Gewohnheiten
  • Früher war die Produktion von Code teuer, daher entstand eine effiziente Entwicklungskultur mit Fokus auf Design, Schätzung und Planung
  • Mit dem Aufkommen von Coding-Agenten kann ein einzelner Entwickler nun mehrere Aufgaben gleichzeitig ausführen (Implementierung, Refactoring, Testen, Dokumentation)
  • Doch um weiterhin „guten Code“ zu schreiben, sind nach wie vor hohe Qualitätsmaßstäbe und das Urteilsvermögen von Entwicklern erforderlich
  • Damit rückt die Aufgabe in den Vordergrund, neue persönliche und organisatorische Entwicklungsgewohnheiten aufzubauen

Der Wandel der Kosten des Codeschreibens

  • Früher dauerte es mehr als einen Tag, mehrere hundert Zeilen sauberen und getesteten Codes zu schreiben
    • Deshalb bewerteten Entwickler den Wert und die Priorität von Funktionen anhand begrenzter Zeit und Kosten
    • Projektentwurf, Aufwandsschätzung und Feature-Planung waren allesamt auf die „effiziente Nutzung der Coding-Zeit“ ausgerichtet
  • Mit der Einführung von Coding-Agenten sind die Eingabekosten für Code drastisch gesunken, wodurch bisherige Maßstäbe ins Wanken geraten
    • Ein einzelner Engineer kann mehrere Agenten parallel laufen lassen und so gleichzeitige Entwicklungsarbeit an vielen Fronten leisten
    • Diese Veränderung zwingt dazu, die bisherige Bewertungslogik von Wert im Verhältnis zur Zeit neu zu prüfen

„Guter Code“ bleibt teuer

  • Die Produktion neuen Codes ist fast kostenlos geworden, aber „guten Code“ zu schaffen bleibt weiterhin aufwendig
  • Guter Code zeichnet sich durch Folgendes aus
    • Er funktioniert exakt und erfüllt seinen Zweck ohne Bugs
    • Er durchläuft Validierungsprozesse, die seine Zuverlässigkeit belegen
    • Er konzentriert sich auf die angemessene Lösung des Problems und behandelt Fehlersituationen vorhersehbar
    • Er bleibt einfach und minimal strukturiert, um Wartbarkeit und Verständlichkeit zu erhöhen
    • Tests und Dokumentation müssen auf dem aktuellen Stand gehalten werden
    • Er berücksichtigt künftige Änderungen, ohne unnötige Komplexität hinzuzufügen
    • Er erfüllt nichtfunktionale Qualitätsmerkmale wie Barrierefreiheit, Sicherheit, Skalierbarkeit und Wartbarkeit
  • Coding-Agenten können Teile dieses Prozesses unterstützen, aber die Verantwortung für die endgültige Qualitätssicherung liegt weiterhin beim Entwickler

Die Notwendigkeit neuer Entwicklungsgewohnheiten

  • In einer Umgebung des agentic engineering sind bisherige Entwicklungsgewohnheiten nicht länger ausreichend
  • Sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen müssen neue Arbeitsweisen und Beurteilungsmaßstäbe entwickeln
  • Derzeit werden solche Best Practices branchenweit erst noch herausgebildet
  • Der vorgeschlagene Ansatz lautet, selbst in dem Moment, in dem es sich wie „Zeitverschwendung“ anfühlt, mit asynchronen Agenten-Sessions zu experimentieren
    • Im schlimmsten Fall schaut man 10 Minuten später nach und es endet lediglich als verschwendete Tokens

Einordnung im Guide „Agentic Engineering Patterns“

  • Dieser Text ist Teil von „Principles“, dem ersten Kapitel des Guides Agentic Engineering Patterns
  • Im nächsten Kapitel folgt zum Thema Understanding code der Abschnitt Linear walkthroughs
  • Im Abschnitt Testing and QA werden später Themen wie Red/green TDD und First run the tests behandelt
  • Geplant ist, jede Woche ein bis zwei Kapitel hinzuzufügen; ähnlich wie ein Buch, aber in Form eines „Guides“ aufgebaut

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