- Die Realität drastisch gesunkener Kosten für das Schreiben von Code erschüttert inzwischen die gesamten Engineering-Gewohnheiten
- Früher war die Produktion von Code teuer, daher entstand eine effiziente Entwicklungskultur mit Fokus auf Design, Schätzung und Planung
- Mit dem Aufkommen von Coding-Agenten kann ein einzelner Entwickler nun mehrere Aufgaben gleichzeitig ausführen (Implementierung, Refactoring, Testen, Dokumentation)
- Doch um weiterhin „guten Code“ zu schreiben, sind nach wie vor hohe Qualitätsmaßstäbe und das Urteilsvermögen von Entwicklern erforderlich
- Damit rückt die Aufgabe in den Vordergrund, neue persönliche und organisatorische Entwicklungsgewohnheiten aufzubauen
Der Wandel der Kosten des Codeschreibens
- Früher dauerte es mehr als einen Tag, mehrere hundert Zeilen sauberen und getesteten Codes zu schreiben
- Deshalb bewerteten Entwickler den Wert und die Priorität von Funktionen anhand begrenzter Zeit und Kosten
- Projektentwurf, Aufwandsschätzung und Feature-Planung waren allesamt auf die „effiziente Nutzung der Coding-Zeit“ ausgerichtet
- Mit der Einführung von Coding-Agenten sind die Eingabekosten für Code drastisch gesunken, wodurch bisherige Maßstäbe ins Wanken geraten
- Ein einzelner Engineer kann mehrere Agenten parallel laufen lassen und so gleichzeitige Entwicklungsarbeit an vielen Fronten leisten
- Diese Veränderung zwingt dazu, die bisherige Bewertungslogik von Wert im Verhältnis zur Zeit neu zu prüfen
„Guter Code“ bleibt teuer
- Die Produktion neuen Codes ist fast kostenlos geworden, aber „guten Code“ zu schaffen bleibt weiterhin aufwendig
- Guter Code zeichnet sich durch Folgendes aus
- Er funktioniert exakt und erfüllt seinen Zweck ohne Bugs
- Er durchläuft Validierungsprozesse, die seine Zuverlässigkeit belegen
- Er konzentriert sich auf die angemessene Lösung des Problems und behandelt Fehlersituationen vorhersehbar
- Er bleibt einfach und minimal strukturiert, um Wartbarkeit und Verständlichkeit zu erhöhen
- Tests und Dokumentation müssen auf dem aktuellen Stand gehalten werden
- Er berücksichtigt künftige Änderungen, ohne unnötige Komplexität hinzuzufügen
- Er erfüllt nichtfunktionale Qualitätsmerkmale wie Barrierefreiheit, Sicherheit, Skalierbarkeit und Wartbarkeit
- Coding-Agenten können Teile dieses Prozesses unterstützen, aber die Verantwortung für die endgültige Qualitätssicherung liegt weiterhin beim Entwickler
Die Notwendigkeit neuer Entwicklungsgewohnheiten
- In einer Umgebung des agentic engineering sind bisherige Entwicklungsgewohnheiten nicht länger ausreichend
- Sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen müssen neue Arbeitsweisen und Beurteilungsmaßstäbe entwickeln
- Derzeit werden solche Best Practices branchenweit erst noch herausgebildet
- Der vorgeschlagene Ansatz lautet, selbst in dem Moment, in dem es sich wie „Zeitverschwendung“ anfühlt, mit asynchronen Agenten-Sessions zu experimentieren
- Im schlimmsten Fall schaut man 10 Minuten später nach und es endet lediglich als verschwendete Tokens
Einordnung im Guide „Agentic Engineering Patterns“
- Dieser Text ist Teil von „Principles“, dem ersten Kapitel des Guides Agentic Engineering Patterns
- Im nächsten Kapitel folgt zum Thema Understanding code der Abschnitt Linear walkthroughs
- Im Abschnitt Testing and QA werden später Themen wie Red/green TDD und First run the tests behandelt
- Geplant ist, jede Woche ein bis zwei Kapitel hinzuzufügen; ähnlich wie ein Buch, aber in Form eines „Guides“ aufgebaut
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