- IBM hat angekündigt, die Einstellung von Berufseinsteigern zu verdreifachen, und will auch in Bereichen wie der Softwareentwicklung, die als durch AI ersetzbar gelten, aktiv rekrutieren
- Ein erheblicher Teil bisheriger Einstiegsaufgaben lässt sich automatisieren, doch IBM reagiert darauf, indem das Unternehmen Stellenprofile unter Einbeziehung von AI-Kompetenz neu gestaltet
- Softwareingenieure sollen sich statt auf einfaches Coding stärker auf die Interaktion mit Kunden konzentrieren, und HR-Mitarbeitende übernehmen mehr Aufgaben rund um das Eingreifen bei Chatbots
- Es setzt sich zunehmend die Sichtweise durch, dass die Gen Z im Umgang mit AI stärker ist als frühere Generationen und die Einführung von AI dadurch sogar beschleunigen kann
- Auch andere Unternehmen wie Dropbox und Cognizant bauen Praktikums- und Einstiegsprogramme aus und beteiligen sich am Wettbewerb um junge Talente
Lage am Arbeitsmarkt für die Gen Z und der Einfluss von AI
- Die Arbeitslosenquote unter jungen Hochschulabsolventen in den USA liegt bei 5,6 % und damit nahe dem höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren, wenn man die Pandemie ausnimmt
- Führende Manager wie Anthropic-CEO Dario Amodei und Ford-CEO Jim Farley haben bereits vor einem Rückgang von Einstiegsstellen durch AI gewarnt
- Einige Unternehmen beginnen jedoch zu erkennen, dass es langfristig nicht tragfähig ist, junge Arbeitskräfte aus der Talentpipeline auszuschließen
IBMs Strategie zur Ausweitung der Einstellung von Berufseinsteigern
- IBM-CHRO Nickle LaMoreaux sagte: „Die Unternehmen, die in drei bis fünf Jahren am erfolgreichsten sein werden, sind diejenigen, die jetzt in Berufseinsteiger investieren“
- Auch in Bereichen wie der Softwareentwicklung, die als durch AI ersetzbar gelten, will IBM die Zahl der Einstellungen von Berufseinsteigern verdreifachen
- Viele bisherige Aufgaben von Berufseinsteigern lassen sich automatisieren, doch IBM schreibt Stellenprofile unter Berücksichtigung von AI-Fluency neu
- Softwareingenieure: weniger Routine-Coding, mehr Interaktion mit Kunden
- HR-Mitarbeitende: statt alle Fragen selbst zu beantworten, mehr Aufgaben beim Eingreifen bei Chatbots
- Dieser Wandel hilft Beschäftigten, nachhaltigere Fähigkeiten aufzubauen, und schafft zugleich langfristigen Wert für das Unternehmen
Langfristige Risiken eines Rückgangs bei Berufseinsteiger-Stellen
- Mit der Einführung von AI steigt der Druck zur Kostensenkung, und Einstiegsstellen gelten oft als der am leichtesten zu kürzende Bereich
- Laut einem Bericht von Korn Ferry planen 37 % der Organisationen, Einstiegsstellen durch AI zu ersetzen
- Kurzfristig kann das den Finanzen helfen, doch LaMoreaux warnt, dass es langfristig zu Verwerfungen führen könnte
- Wenn weniger Junior-Kräfte nachkommen, könnte künftig ein Mangel an mittleren Führungskräften entstehen
- Wenn Talente von Wettbewerbern abgeworben werden, steigen die Kosten, und extern Eingestellte brauchen länger, um sich an interne Systeme und die Unternehmenskultur anzupassen
- HR-Führungskräfte müssen aktiv einen Business Case für die Einstellung von Berufseinsteigern aufbauen
- „Wenn AI die Arbeit in drei Jahren leichter machen wird, dann muss man Führungskräften diese Begründung liefern, auch wenn sie ihnen heute noch nicht klar ist“
Die Position von IBM-CEO Arvind Krishna
- CEO Krishna sagte im Oktober gegenüber CNN, man gehe nicht in Richtung Entlassungen oder Einstellungsstopp, sondern in die entgegengesetzte Richtung
- „In den kommenden 12 Monaten werden wir mehr Hochschulabsolventen direkt nach dem Studium einstellen als in den vergangenen Jahren“
- Eine Woche nach dieser Aussage kündigte IBM jedoch bis Jahresende den Abbau von mehreren Tausend Stellen an, um sich stärker auf wachstumsstarke Software- und AI-Bereiche zu konzentrieren
- Laut Unternehmenssprecher betrifft der Stellenabbau einen niedrigen einstelligen Prozentsatz der globalen Belegschaft
- Einschließlich Neueinstellungen werde die Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA nahezu unverändert bleiben
Andere Unternehmen bauen ihre Gen-Z-Rekrutierung aus
- Dropbox-CPO Melanie Rosenwasser sagte, die Gen Z verfüge über deutlich stärkere AI-Kompetenzen als frühere Generationen
- „Sie fahren bei der Tour de France mit dem Fahrrad, und wir sind noch auf dem Niveau von Stützrädern“
- Dropbox will Praktikums- und Einstiegsprogramme um 25 % ausbauen, um die AI-Fluency junger Talente zu nutzen
- Cognizant-CEO Ravi Kumar S äußerte sich optimistisch zur Gen Z und signalisierte die Bereitschaft, mehr Einstiegsstellen zu schaffen
- „Wenn man Hochschulabsolventen einstellt und ihnen die richtigen Werkzeuge gibt, können sie Leistungen über ihr bisheriges Niveau hinaus erbringen“
- „AI ist ein Verstärker (amplifier) menschlichen Potenzials und keine Strategie des Ersatzes“
- Er erwartet, dass Unternehmensstrukturen breiter und flacher werden und der Weg zur Expertise kürzer wird
Ausblick auf den Arbeitsmarkt 2026
- Auch 2026 dürfte der Arbeitsmarkt für junge Arbeitssuchende angespannt bleiben
- Bewerber, die AI-Kompetenz und Eigeninitiative zeigen, könnten bei Unternehmen wie IBM eher den Durchbruch schaffen
- Laut LinkedIn ist AI Literacy die am schnellsten wachsende Fähigkeit in den USA
Noch keine Kommentare.