1 Punkte von GN⁺ 2026-01-29 | 2 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Apple verlangt, für Patreon-Zahlungen unter iOS die In-App-Käufe des App Store zu verwenden, und fordert die Umstellung auf das In-App-Kaufsystem bis zum 1. November 2026
  • Das Unternehmen behandelt Unterstützungszahlungen in der Patreon-App als digitale Güter und hält an einer Regelung mit bis zu 30 % Gebühren fest
  • Bei langfristigen Abonnements sinkt die Gebühr auf 15 %, zunächst entsteht jedoch eine hohe Kostenbelastung
  • Patreon bietet Kreativen die Wahl zwischen Preiserhöhungen nur für iOS oder der Übernahme der Gebühren aus eigener Tasche
  • Diese Richtlinie hat direkte Auswirkungen auf die Erlösstruktur der Plattform und die Rentabilität der Kreativen

Apples Forderung nach Umstellung auf iOS-In-App-Käufe

  • Apple verlangt von allen Patreon-Kreativen, bis zum 1. November 2026 auf das In-App-Kaufsystem umzustellen
  • Zuvor war der Termin auf November 2025 festgelegt, wurde später jedoch verschoben
  • Wird die Anforderung nicht erfüllt, droht der Patreon-App die Entfernung aus dem App Store

Gebührenstruktur und Anwendung

  • Apple erhebt für In-App-Käufe und Abonnements eine Standardgebühr von 30 %
  • Bleibt dasselbe Abonnement länger als ein Jahr bestehen, sinkt die Gebühr auf 15 %
  • Apple stuft Patreon-Unterstützungen als Transaktionen digitaler Inhalte ein und argumentiert, dass die Gebühr daher gerechtfertigt sei

Optionen für Patreon-Kreative

  • Patreon bietet Kreativen die Möglichkeit, Preise nur in der iOS-App zu erhöhen
  • Alternativ können sie die Preise auf allen Plattformen gleich lassen und die Gebühren selbst tragen
  • Nutzer von iPhone und iPad können die App-Store-Gebühr umgehen, wenn sie über die Patreon-Website zahlen

Patreons Reaktion und aktuelle Lage

  • Patreon hat Enttäuschung über die Umsetzung von Apples Richtlinie geäußert
  • Laut TechCrunch nutzen derzeit nur noch rund 4 % der Kreativen das bisherige Zahlungssystem
  • Patreon hat für Kreative ein ausführliches FAQ-Dokument veröffentlicht, das den Umstellungsprozess erklärt

2 Kommentare

 
kimjoin2 2026-01-30

Netflix hat sicher auch In-App-Zahlungen verlangt, oder?

 
GN⁺ 2026-01-29
Hacker-News-Kommentare
  • Betrachtet man Apples Erlösstruktur im App Store, liegt die operative Marge bei rund 78 %
    Bei 32 Milliarden Dollar Umsatz betragen die Betriebskosten nur 7 Milliarden Dollar, sodass 25 Milliarden Dollar Gewinn bleiben
    Selbst unter Einbeziehung von F&E, Sicherheit, Hosting sowie den Kosten für die Pflege von Xcode, APIs und SDKs ist die Gewinnmarge extrem hoch
    Während des Epic-Prozesses wurde bekannt, dass sogar Apple-Führungskräfte überrascht waren, als sie interne Berichte sahen
    Apple könnte die Provision auf 7 % senken und würde immer noch 20 % Gewinn machen

  • Es wird der Witz gemacht, dass vielleicht eines Tages der Tag kommt, an dem Apple behauptet: „Du arbeitest mit einem Mac, also gib 30 % deines Gehalts ab“

    • Das ist als Satire gemeint, nach der Apple auch bei Transaktionen in meiner Banking-App 30 % bekommen müsste
      Es wird sogar gewitzelt, dass man beim Hauskauf dann lieber nur 15 % zahlen würde
    • Beim Umsatz von Mac-Apps wie Claude Code könnte Apple sich vielleicht denken: „Warum bekommen wir davon keinen Anteil?“
      Es wird befürchtet, dass macOS sogar CLI-Tools nach dem App-Store-Modell abschotten könnte
    • Jemand sagt, es sei absurd, dass Apples 30-%-Gebühr höher sei als der eigene Steuersatz
    • In den Anfangsjahren kassierten Mobilfunkanbieter 90 % Provision für das Versenden von SMS und das Bereitstellen von App-Download-Links, daher wirkten 30 % damals fast günstig
      Aber 20 Jahre später ist das im mobilen Duopol kein guter Deal mehr
    • Es klingt wie ein Witz, wäre rechtlich aber möglich
      So wie Game-Engines Lizenzkosten als Umsatzanteil verlangen, gäbe es auch für Apple rechtlich nichts, was das grundsätzlich verhindern würde
      Nur der Markt würde es nicht akzeptieren
  • Es wird gewitzelt, dass Kreative zugleich auch Patrone von Apple werden könnten, und gesagt, die Realität sei schrecklich
    Man möge Apple-Produkte zwar, aber diese neue Regel sei inakzeptabel und hoffentlich würden alle sie über Web-Zahlungen umgehen

    • Mit Spott wird von einer weiteren „großartigen Entscheidung“ gesprochen, die Tim Cook abgesegnet habe
      Finanzleute würden alles nur aus Sicht der Marge betrachten
      Jobs habe Geld nicht für alles gehalten, doch das heutige Apple bewege sich in die exakt entgegengesetzte Richtung
  • Patreon fungiere im Grunde als Zahlungsabwickler; worin unterscheide sich das also davon, wenn Apple auch bei PayPal-Transaktionen 30 % verlangen würde, wird gefragt

  • Mit dem Satz „Nicht jeder Dienst braucht eine App“ wird vorgeschlagen, die Entwicklung von Apps ganz einzustellen
    Außer für Benachrichtigungen oder Apple Pay habe sie kaum Nutzen

    • Jemand sagt, er betreibe einen B2B-Dienst mit weniger als 150 Kunden, und 95 % der Kunden fragten: „Gibt es eine App?“
      Die Installation einer PWA zu erklären sei viel zu mühsam, und für nichttechnische Nutzer sei der App Store absolut maßgeblich
    • Apps dienen stark auch dazu, zu verhindern, dass Nutzer Werbung überspringen
      Oft heiße es auch einfach: „Andere Firmen haben ebenfalls eine App, also brauchen wir auch eine“
    • Heutzutage seien Websites auch auf Mobilgeräten angenehm genug, sodass fast keine Apps mehr genutzt würden
    • Es wird darauf hingewiesen, dass Apple Pay keine App voraussetzt
    • Jemand teilt eine frühere Erfahrung, bei der ein abonnierter Podcast nur über eine App gehört werden konnte
  • Apple ist eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, heißt es, verhalte sich aber gierig wie ein Freund, der bei einem 1.500-Dollar-Essen noch wegen 1,54 Dollar für Pommes diskutiert
    Mit Hardware und iCloud verdiene Apple schon mehr als genug Geld; warum man Entwickler noch weiter ausquetsche, sei unverständlich

    • Dagegen hält jemand, 30 % seien keine 1,54 Dollar, die Analogie sei also überzogen
  • Zusammengefasst heiße es: „Apps sind schlecht, das Web ist gut“, und es wird gefragt, warum Mobile überhaupt den Weg „eine App pro Website“ eingeschlagen habe

    • In den frühen iPhone-Jahren sei die Stimmung noch anders gewesen
      Das Web habe sich zwar weiterentwickelt, doch wegen Performance-Problemen und Apples schwacher PWA-Unterstützung habe sich letztlich doch das App-zentrierte Modell durchgesetzt
      Jemand sei selbst einmal ein Verfechter von Apps gewesen, entwickle heute aber PWAs
      Fälle wie Instagram, wo das Web eigentlich vollständig sei und trotzdem nur die App aufgezwungen werde, seien jedoch am schlimmsten
    • Für öffentliche Daten sei das Web besser, für persönliche Daten hingegen eine App
      Der Markt bewege sich aber immer genau in die entgegengesetzte Richtung
      Öffentliche Inhalte wie bei Reddit zwanghaft in eine App zu sperren, sei unnötig
      SaaS sei strukturell problematisch, weil persönliche Daten dabei an die Cloud gebunden würden
      Deshalb entwickle man Software nach dem Prinzip data locality first
    • Es wird behauptet, das Web reiche für komplexe Apps noch immer nicht aus
      Mobile Apps könnten schnelle und natürliche Animationen leicht umsetzen,
      während das Web weiterhin auf kaputtes State-Management oder Animationsbibliotheken angewiesen sei
  • Es wird befürchtet, dass solche Riesenkonzerne, um ihr Wachstum aufrechtzuerhalten, am Ende die gesamte Wirtschaftsleistung eines Landes verschlingen müssten

    • Wenn Unternehmen mächtiger als Staaten würden, könnten sie sich in eine Technokratie (technocracy) verwandeln, wird gewarnt
      Nordamerika könnte zu einem von AGB beherrschten „Technate“ werden,
      dazu wird der Wikipedia-Artikel zur Technocracy-Bewegung verlinkt
  • Es sei kaum zu glauben, dass Entwickler für ein solches feudales Apple arbeiteten
    Apple ziehe Mauern hoch, in denen sich der Entwicklerberuf selbst einsperre, daher solle man lieber woanders hingehen

    • Auch jemand anderes wolle Apple keine 30 % geben, aber es gebe keine Alternative
      Apple habe ein Monopol auf die Distribution mobiler Apps, und Google ziehe mit noch schlechteren Bedingungen nach
      Am Ende bleibe nur, den Markt für mobile Apps zu verlassen oder zu zahlen
      Ohne ein hartes Eingreifen der Regulierungsbehörden werde sich diese Struktur nicht ändern
  • Jemand sagt, er habe Apples gierige Geschäftspraktiken schon lange verabscheut
    Dieser Fall sei nur ein weiterer Haufen auf dem bereits bestehenden Berg

    • Ein auf Services ausgerichtetes Apple sei das Schlimmste, und Tim Cook sei womöglich der schlechteste CEO in der Geschichte Apples
    • Apples Entwicklung wird als parallel zum spätkapitalistischen Niedergang der USA kritisiert