eBay verbietet in überarbeiteten Nutzungsbedingungen ausdrücklich KI-Agenten, die „für mich kaufen“
(valueaddedresource.net)- eBay verbietet in den neuen Nutzungsbedingungen KI-„Buy-for-me“-Agenten und LLM-gesteuerten Bots den Zugriff auf die Plattform ausdrücklich
- In den bisherigen Bedingungen war lediglich die „Nutzung automatisierter Mittel wie Roboter, Spider, Scraper, Data-Mining-Tools usw.“ untersagt
- Die neuen Bedingungen schließen nun ausdrücklich „Buy-for-me agents, LLM-driven bots, End-to-End-Abläufe, die ohne menschliche Prüfung Bestellungen versuchen“ ein
- Die Maßnahme folgt auf Änderungen an der robots.txt-Datei von eBay im Dezember 2025 und spiegelt eine Verschärfung der Richtlinien für den Zugriff von KI-Agenten auf die Website wider
- Sie fällt zudem in eine Phase, in der nach Amazons Test der KI-Funktion „Buy For Me“, die Produkte von Websites Dritter anzeigt, Fragen zu Transparenz und Zustimmung aufgekommen sind
- Amazons Funktion übernimmt derzeit zwar nicht direkt Bestände anderer Marktplätze, doch eBay scheint auf ähnliche KI-gestützte Commerce-Abläufe zu reagieren
Überarbeitung der Regeln zu Schiedsverfahren und Streitbeilegung
- eBay hat außerdem die Verfahren für Schiedsverfahren und Streitbeilegung überarbeitet und den Geltungsbereich der Klausel zum Ausschluss von Sammelklagen erweitert
- Die neue Klausel legt ausdrücklich fest: keine Teilnahme als Kläger oder Mitglied einer Sammelklage, keine Klagen als Private Attorney General, keine Forderung auf Schadensersatz für Verluste Dritter
- Damit sind nur noch individuelle Rechtsmittel zulässig
- Ein Opt-out vom Schiedsverfahren ist nur für neue Nutzer möglich; bestehende Nutzer haben diese Option nicht mehr, sofern sie nicht vor dem 16. Mai 2025 widersprochen haben
Zeitplan des Inkrafttretens und Geltungsbereich
- Die neuen Nutzungsbedingungen wurden am 20. Januar 2026 veröffentlicht und treten am 20. Februar in Kraft
- Für Nutzer, die der vorherigen Version zugestimmt haben, gelten die neuen Klauseln ab diesem Datum
- Mit der Überarbeitung verfolgt eBay zugleich klarere Einschränkungen für den Einsatz von KI-Technologien und eine präzisere Ausgestaltung rechtlicher Verfahren
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Je schwieriger die Vorhersage der Zukunft wird, desto eher taucht vor Innovation zuerst eine Verschärfung rechtlicher und auf Risiken bezogener Frameworks auf.
Der Grund, warum Plattformen ihre Verträge absichern und außergewöhnliches Verhalten verbieten, ist, dass ihre internen Modelle die Ergebnisse nicht nachverfolgen können.
Am Ende wird Risikomanagement zum Ersatz für Verständnis, und wenn der Kontext zerfällt, verschwimmt auch die Bedeutung.
Ich interessiere mich nicht besonders für AI, aber ich habe oft gedacht, dass ein Agent, der automatisch Dinge findet, die auf eBay oder auf Gebrauchtwaren-Seiten zu in natürlicher Sprache beschriebenen Bedingungen passen, praktisch wäre.
Man sagt etwa: „Ich will einen Mini-PC mit ungefähr diesen Spezifikationen zu höchstens diesem Preis kaufen“, und ein LLM sucht dann täglich und meldet die Ergebnisse.
Dass AI den Kauf selbst übernimmt, halte ich allerdings nicht für wertvoll.
Dass auf eBay Scraping-Bots oder „Bots, die für einen kaufen“, verboten sind, Sniping-Bots aber erlaubt sein sollen, wirkt wie ein doppelter Maßstab.
Ein Verbot von AI-Agenten ist wie früher das „Blockieren mobiler Browser“.
Man muss nur an die Anfangszeit der Smartphones denken, als Websites mobile Zugriffe blockierten.
Die eigentlichen Gewinner werden Unternehmen sein, die agentenfreundliche Interfaces für AI bauen. eBay schützt kurzfristig seine Werbeeinnahmen, wird langfristig aber von Konkurrenten verdrängt werden, die zuerst eine Agenten-API aufbauen.
Ich finde, was in meinem Browser ausgeführt wird, ist meine Sache. Ob LLM oder AdBlock, ich sollte das Recht haben, das selbst zu wählen.
Ich habe kürzlich etwas auf eBay verkauft; von einem Artikel, der für etwa 190 $ verkauft wurde, wurden 45 $ an Gebühren abgezogen. Ich hatte weder Werbung noch Boost-Optionen genutzt, und bei dieser Höhe versteht man, warum Facebook Marketplace eBay geschlagen hat.
Noch sind AI-Agenten auf eBay nicht zuverlässig genug, um präzise Kaufentscheidungen zu treffen.
Wegen Formulierungen wie „für Teile“ oder „foo for bar“ ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass am Ende das falsche Produkt gekauft wird.
Es gibt auch die Meinung: „Man muss sich nicht unbedingt an die Nutzungsbedingungen halten.“
Ich habe zuletzt gesehen, dass auf eBay direkt nach dem Verkauf erneut gelistete Produkte stark zugenommen haben. Früher war das selten, inzwischen betrifft das etwa 25 % meiner Beobachtungsliste.
Vermutlich kaufen Bots automatisch und stornieren dann im Bezahlvorgang.
Außerdem habe ich schon wegen einer AI-generierten Produktbeschreibung retourniert, weil sie nicht zu den tatsächlichen Bildern passte. Je mehr solche Funktionen und Bots zunehmen, desto mehr Stornierungen und Rückgaben wird es wohl geben.
Wo wir gerade dabei sind: Ich frage mich, ob ein „0-Klick-Kauf“-Verfahren nicht längst patentiert wurde.