- 1000 leere weiße Karten ist ein Party-Kartenspiel, bei dem die Teilnehmenden die Regeln und Karten im Spiel selbst erstellen.
- Die Spielregeln werden direkt auf die Karten geschrieben, und auch während des Spiels können neue Karten und Regeln hinzugefügt oder geändert werden.
- Es besteht aus drei Phasen: Deck-Erstellung, Spiel und Epilog, wobei in jeder Phase Karten frei erstellt und ausgewählt werden können.
- Die Struktur einer Karte besteht aus Titel, Bild und Beschreibung, und der Großteil der Spielregeln wird durch die Karten selbst festgelegt.
- Das Spiel entstand 1995 in Wisconsin, USA, und etablierte sich als kreative Spielkultur, die sich über Universitätsnetzwerke und das Web weltweit verbreitete.
Spielüberblick
- 1000 leere weiße Karten ist ein improvisiertes Kartenspiel, bei dem die Teilnehmenden ihr Deck selbst erstellen und die Regeln festlegen.
- Die auf den Karten notierten Regeln sind zugleich die Spielregeln; ein festes Regelbuch gibt es nicht.
- Das Spiel eignet sich nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und ist in Hoyle’s Rules of Games aufgeführt.
- Für das Spiel gibt es keine Begrenzung der Teilnehmendenzahl, und Karten sowie Regeln können über eine einzelne Sitzung hinaus fortlaufend erweitert werden.
- Das Erstellen von Karten und das Ändern von Regeln sind Kernelemente des Spiels; Effekte bestehender Karten können angepasst oder neue Regeln eingeführt werden.
Spielablauf
- Das Spiel besteht aus drei Teilen: Deck-Erstellung, Spiel und Epilog.
- In der Phase der Deck-Erstellung werden bestehende Karten mit neu erstellten Karten gemischt und gemeinsam verwendet.
- In der Spielphase ziehen und spielen die Teilnehmenden Karten; der Ablauf entwickelt sich nach den auf den Karten notierten Regeln.
- Im Epilog wird nach dem Spiel gemeinsam entschieden, welche Karten behalten und welche verworfen werden.
- Bei der Deck-Erstellung besteht das Deck üblicherweise aus 80 bis 150 Karten, von denen etwa die Hälfte im Voraus erstellt wird.
- Jede teilnehmende Person erstellt in der Regel 6 bis 7 neue Karten und fügt sie dem Deck hinzu.
- In der Spielphase werden Reihenfolge, Länge und Punkte-Regeln vollständig durch die Karten definiert.
- Die Effekte der Karten sind vielfältig, etwa Punktevergabe, Aussetzen eines Zugs oder Richtungswechsel.
- Leere Karten können jederzeit mit neuen Regeln beschriftet und sofort verwendet werden.
- In der Epilog-Phase behalten die Teilnehmenden bevorzugte Karten und entfernen unnötige.
- Manche Gruppen verwenden eine Box namens „Suck Box“, in der langweilige oder nutzlose Karten aufbewahrt werden.
Struktur und Merkmale der Karten
- Karten bestehen in der Regel aus Titel, Bild und Effektbeschreibung.
- Die Bilder können frei gestaltet werden, von einfachen Strichfiguren bis zu komplexen Illustrationen.
- Der Beschreibungsteil definiert die eigentlichen Spielregeln und macht den Großteil des gesamten Regelwerks aus.
- Form und Material der Karten sind frei wählbar; es gibt keine Beschränkung bei Größe oder Material.
- Ursprünglich wurden Vis-Ed-Flashcards im Format 1,5 × 3,5 Zoll verwendet.
- Manche Karten enthalten sogar Metallstücke oder befestigte physische Objekte.
- Auch der Inhalt der Karten ist frei: von einfachen Zeichnungen bis zu realen Daten oder algorithmischen Strukturen, die andere Spielelemente einbeziehen.
- Theoretisch sind sogar Kartenkonfigurationen möglich, die wie eine Turing-Maschine funktionieren.
Geschichte
- Ende 1995 erfand Nathan McQuillen aus Madison, Wisconsin, das Spiel, nachdem er in einem örtlichen Café eine Schachtel mit 1000 leeren Flashcards gesehen hatte.
- Anfangs spielten Studierende, Improvisationstheater-Darsteller und Clubmitglieder gemeinsam.
- Nachdem der regelmäßige Treffpunkt durch ein Feuer zerstört worden war, zerstreuten sich die Teilnehmenden, und das Spiel verbreitete sich in andere Regionen.
- Ende der 1990er Jahre verbreitete es sich über Universitätsnetzwerke in Form eines Memes.
- An der Harvard University organisierte Aaron Mandel eine Spielgruppe und standardisierte die Kartengröße.
- Dave Packer und Stewart King aus Boston erstellten die ersten Webinhalte dazu.
- Später wurde das Spiel in GAMES Magazine und in der Ausgabe 2001 von Hoyle’s Rules of Games aufgenommen und damit als Teil der offiziellen Spielkultur anerkannt.
- Auch bekannte Persönlichkeiten wie Ben Folds, Jonatha Brooke und Bill Plympton beteiligten sich an der Gestaltung von Karten.
- Der Erfinder und frühe Mitspielende beschrieben das Spiel als Raum für improvisierten Humor und kreativen Ausdruck.
Sonstiges
- Das Spiel legt mehr Wert auf Kreativität und Humor als auf einen klaren Sieg oder eine Niederlage.
- Die Wiederverwendung und Veränderung von Karten wird gefördert, wodurch eine sich fortlaufend weiterentwickelnde Spielstruktur entsteht.
- Manche Gruppen vermeiden die Zerstörung von Karten und pflegen die Tradition, alle Karten aufzubewahren und in neuen Sitzungen wiederzuverwenden.
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