3 Punkte von GN⁺ 2026-01-07 | 3 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Die Gmail-App wird im App Store mit 760,7 MB angegeben und gehört damit unter den drei größten Apps der Top 100 der kostenlosen Apps
  • Zwischen 2013 und 2017 stieg die Größe der Gmail-App sprunghaft von 12 MB auf über 200 MB, danach setzte sich der Aufwärtstrend fort
  • Tesla, Crypto.com, SmartThings und einige andere Apps erreichen 1 GB, und auch Google Home liegt bei rund 630 MB
  • Ein erheblicher Teil des iPhone-Speichers wird von Apps und Daten belegt, was zu Leistungseinbußen und lästigen erneuten Downloads führt
  • Die Zunahme der App-Größe verläuft deutlich schneller als der Funktionsausbau und macht Probleme bei Effizienz und Optimierung sichtbar

Aktueller Größenstand der Gmail-App

  • Die Gmail-App wird im App Store mit 760,7 MB angezeigt und ist unter den Top 100 der kostenlosen Apps die drittgrößte App
    • Zum Vergleich: Die erwähnte Outlook-App kommt auf 428 MB und ist damit deutlich kleiner als Gmail
  • Laut einem Bericht von Axios aus dem Jahr 2017 nahm die Größe wichtiger iPhone-Apps zwischen 2013 und 2017 kontinuierlich zu
    • Gmail sprang in diesem Zeitraum von etwa 12 MB auf über 200 MB
    • Auch bei anderen populären Apps gab es in derselben Zeit viele Fälle mit mehr als einer Verzehnfachung

Vergleich mit anderen Apps

  • Noch größer als Gmail sind Tesla, Crypto.com, Samsung SmartThings und einige weitere Apps, die jeweils bei rund 1 GB liegen
  • Auch andere Google-Apps sind meist eher groß: Google Home hat 630 MB, Google TV nur etwa ein Zehntel davon
  • Die durchschnittliche Größe der wichtigsten Google-Apps liegt bei etwa 250 MB, bei Microsofts wichtigsten Apps bei etwa 330 MB
  • Die durchschnittliche Größe der Top 100 der kostenlosen Apps beträgt 280 MB, in einer erweiterten Menge einschließlich Spielen rund 200 MB

Speicherverbrauch und Auswirkungen auf die Leistung

  • Auf dem iPhone des Autors belegen Apps (ohne Daten) 35 GB, App-Daten 35 GB und iOS 25 GB
    • Insgesamt werden damit 100 GB durch Apps und das OS belegt, wodurch der Speicher für 4K-Videos und Fotos stark eingeschränkt wird
  • Bei knappem Speicher entstehen Unannehmlichkeiten wie geringere Geschwindigkeit, erneute Downloads von Fotos aus der Cloud und die Notwendigkeit zur Neuinstallation von Apps
  • Bei begrenzten Datentarifen wird das erneute Herunterladen großer Apps zusätzlich zur Belastung

Tabelle zum Größenvergleich von Apps (Stand: iOS 26.2)

  • Innerhalb derselben Funktionskategorie sind Google- und Microsoft-Apps im Vergleich zu Apples Standard-Apps um ein Vielfaches bis Hunderte Male größer
    • Beispiel: Mail(8.7MB) vs Gmail(673MB) vs Outlook(376MB)
    • Files(2.6MB) vs Drive(370MB) vs OneDrive(283MB)
    • Safari(5.1MB) vs Chrome(313MB) vs Edge(397MB)
    • FaceTime(3.4MB) vs Meet(263MB) vs Teams(423MB)
  • Apples Standard-Apps liegen meist bei unter 10 bis 20 MB, während Google- und Microsoft-Apps im Bereich mehrerer hundert MB liegen

Plattformunterschiede und offene Fragen

  • Auf Android-Geräten wurde für die Gmail-App eine Größe von etwa 185 MB festgestellt, also deutlich weniger als bei der iOS-Version
  • Im Play Store lässt sich die App-Größe ohne Gerät nicht prüfen, daher ist unklar, ob es sich um ein iOS-spezifisches Problem handelt
  • Erwähnt wird auch, dass Microsoft Authenticator trotz seiner Funktion zur Anzeige von 6-stelligen Codes 150 MB groß ist
  • Dass die Gmail-App rund 80-mal größer ist als die Standard-App Mail, wird als Beispiel für ineffizientes Größenwachstum im Verhältnis zum Funktionsumfang kritisiert

3 Kommentare

 
ahwjdekf 2026-01-08

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet eben doch Android.

 
xguru 2026-01-08

In den Kommentaren zu dem Beitrag gibt es noch interessantere Inhalte.

Wenn man sich emerge - insights : com.google.Gmail ansieht, machen die orangefarbenen Sprachdateien 151 MB (24,56 %) aus.

Mit der Größenanalyse von Emerge Tools wurden die Binärbestandteile und Punkte verschwendeten Speicherplatzes der wichtigsten E-Mail-Apps vergleichend analysiert

[0] Fastmail

  • Die kleinste App im Vergleich
  • Allein durch die Optimierung von Audiodateien wäre eine Reduzierung der App-Größe um etwa 20 % möglich
  • 71 % der App bestehen aus Binärdateien
  • X-ray-Visualisierung ansehen

[1] Gmail

  • Hauptursache für den Größenanstieg sind Lokalisierungsdateien
  • Verteilung der App-Bestandteile: Binärdateien 60 %, Lokalisierung 24 %
  • X-ray-Visualisierung ansehen

[2] Outlook

  • Durch das Entfernen von Binärsymbolen (strip) lässt sich die Größe deutlich reduzieren
  • Verteilung der App-Bestandteile: Binärdateien 65 %, Lokalisierung 14 %
  • X-ray-Visualisierung ansehen

[3] HEY

  • Schon durch Deduplizierung + Bildoptimierung wäre eine Reduzierung um etwa 15 % möglich
  • Verteilung der App-Bestandteile: Binärdateien 45 %, Assets 27 %
  • Es wird angemerkt, dass der Asset-Anteil höher als üblich ist
  • X-ray-Visualisierung ansehen

[4] ProtonMail

  • Allein durch Bildoptimierung und Deduplizierung wäre eine Reduzierung um etwa 30 % möglich
  • Verteilung der App-Bestandteile: Binärdateien 58 %, Assets 14 %, Lokalisierung 7 %
  • X-ray-Visualisierung ansehen

Zusätzlicher Fall: Spark

Gemeinsames Fazit

  • In fast allen analysierten Apps wurden mindestens 20 % „einfach“ einzusparender Speicherplatz gefunden
  • In der X-ray-Visualisierung bedeutet Rot doppelte Dateien
  • Ein häufiges Problem ist, dass viele Teams die App-Größe überhaupt nicht überwachen
 
GN⁺ 2026-01-07
Hacker-News-Kommentare
  • Ich war überrascht, als ich in diesem Axios-Artikel gelesen habe, dass die Gmail-App Anfang 2017 plötzlich auf über 200 MB sprang und inzwischen mehr als 760 MB groß ist.
    Früher lagen normale Apps eher bei 10 bis 30 MB, heute sind es mehrere hundert MB.
    Gmail ist nicht einmal eine App mit besonders vielen hochauflösenden Grafiken, daher liegt die Vermutung nahe, dass es an den Frameworks liegt.

    • Früher waren Apps oft nur einige Dutzend KB bis wenige MB groß.
      Eine kleine Utility-App, die ich vor sechs Jahren gebaut habe, war 9 KB groß, und der Großteil davon war Code, den der Compiler standardmäßig eingebunden hat.
    • Als ich vor 13 Jahren ein HTC Desire benutzt habe, war der interne Speicher so klein, dass ich ständig Apps löschen und neu installieren musste.
      Damals fühlten sich 7 MB für WhatsApp riesig an, heute sind es 231 MB.
      Die meisten Apps sind inzwischen deutlich größer als die damaligen „Riesen-Apps“.
    • Wahrscheinlich liegt es an Frameworks und Lokalisierungsressourcen.
      iOS-Apps müssen Ressourcen für alle Sprachen im App-Bundle mitliefern.
    • Der E-Mail-Client YAM aus der Amiga-Zeit war insgesamt 1,4 MB groß.
      Natürlich gibt es heute viel höhere Auflösungen und mehr Funktionen, aber trotzdem fragt man sich, ob es wirklich so groß sein muss.
      Früher nutzte man byte-optimierte Datenstrukturen, um Speicher effizienter zu verwenden.
    • Der starke Größensprung Anfang 2017 fällt zeitlich mit dem Start von Google Meet zusammen.
  • Wenn Google Apps für iOS baut, verwendet das Unternehmen offenbar ein gemeinsames C++-Backend, um die Logik zwischen Android, iOS und Web zu vereinheitlichen.
    Deshalb enthält ein Gmail-Build auch Code für Meet, Chat und Spaces sowie gRPC, Protocol Buffers und Video-Codecs.
    Gmail wird am Ende also nicht als einfacher Mail-Client kompiliert, sondern als eine Art Super-App-Container.

    • Man findet es schon fast übertrieben, sodass Witze entstehen wie: „Das Google3 läuft nicht auf dem Smartphone der Nutzer? Dann packen wir Google3 eben mit rein!“
    • Diese Erklärung klingt plausibel, aber warum auch andere Apps ähnlich groß geworden sind, bleibt trotzdem offen.
      Zum Beispiel belegen die drei Apps Withings, Bunq und Albert Heijn zusammen 1 GB.
    • Das Problem scheint weniger technischer Natur zu sein als eine Haltung, bei der Optimierung keine Priorität hat.
      Bemühungen um Modularisierung oder Gewichtsreduktion sind kaum zu erkennen.
    • Möglich ist auch, dass sogar eigene Kryptobibliotheken oder ein QUIC-Netzwerk-Stack mitgeliefert werden.
    • Inzwischen dürfte sich so viel Code angesammelt haben, dass ein kompletter Neuaufbau mit etwas wie Flutter eher unwahrscheinlich ist.
  • Die Tabelle mit dem Vergleich zu den iOS-Standard-Apps ist kein fairer Vergleich.
    Bei Standard-Apps steckt der Großteil der Funktionalität in System-Frameworks, sodass die App selbst nur eine dünne UI-Shell ist.
    Selbst wenn Photos mit 4,2 MB angegeben wird, liegen die eigentliche Bildanalyse und die iCloud-Synchronisierung im System.

    • Trotzdem sind manche Vergleiche nicht völlig wertlos.
      Wenn man Apples private Frameworks ausklammert, scheint es zumindest denkbar, ähnliche Funktionalität in 4,2 MB unterzubringen.
  • Dass Gmail 80-mal größer ist als die vorinstallierte Mail-App, liegt vermutlich daran, dass Apple Mail Systembibliotheken nutzt,
    während Google zusätzlich eine Cross-Platform-Runtime mitliefern muss.
    Deshalb sind auch Docs oder Sheets ähnlich riesig.

    • Apple kann Frameworks für bestimmte Apps direkt ins System integrieren, während Drittanbieter sie selbst einbinden müssen.
      Auch der Größenunterschied zwischen Safari.app und Safari Technology Preview.app kommt daher.
    • Auf meinem Android-Smartphone ist Gmail mit 175 MB kleiner als unter iOS, aber immer noch groß.
    • Windows 98 und Office 97 zusammen passten auf 700 MB, und nun ist ein einzelner E-Mail-Client größer als das – das ist überzogen.
    • 700 MB an Code und Vektorgrafiken sind eine enorme Menge an Assets.
      Das wirkt wie eine Haltung, die den Speicherplatz der Nutzer ignoriert.
  • Der Artikel sagt im Grunde nur: „Die Gmail-App ist 700 MB groß.“

    • Auch die DJI-Mimo-App ist 800 MB groß.
      Dabei dient sie nur dazu, ein paar Mikrofoneinstellungen zu ändern, ist aber durch Marketingvideos und erzwungene Kontoanmeldung aufgebläht.
      Das wirkt wie völlig unnötige Verschwendung.
    • Trotzdem sollte diese Frage unbedingt gestellt werden.
      Dass Gmail fast eine 1-GB-Mail-App ausliefert, verdient Kritik.
      Vielleicht steckt am Ende sogar noch ein YouTube-Client mit drin.
    • Ich hatte ebenfalls gehofft, der Artikel würde die Ursache erklären, war dann aber enttäuscht, dass dazu nichts kam.
    • iOS-Apps sind oft mehr als zehnmal so groß wie ihre Android-Versionen.
      Es ist schwer, iOS-Apps zu finden, die kleiner sind als Electron-Apps.
    • Auf meinem Smartphone belegen Google-Apps zum Beispiel: Gboard 247 MB, Google 415 MB, Play Services 1330 MB, Gmail 233 MB usw.
  • Dass die Gmail-App nicht kleiner wird, liegt daran, dass Nutzer offenbar keinen spürbaren Nachteil empfinden.
    Solange niemand deshalb auf die Installation verzichtet, gibt es keinen Grund, Zeit und Geld in Optimierung oder Refactoring zu stecken.
    Ohne Einschränkungen wächst Software immer weiter.

  • Gmail ist eine Cross-Platform-App und kann daher nicht einfach die Standard-Widgets von iOS verwenden, sondern muss eine eigene UI mitbringen.
    iOS Mail dagegen nutzt Widgets, die bereits im System vorhanden sind.

    • Dazu kommt, dass Google gern auch noch Tracking- und Authentifizierungssysteme in die App packt.
      Funktionen wie SSO, MFA und Analytics sind dann ebenfalls enthalten.
  • Dass Safari nur 5,1 MB groß sein soll, ist irreführend.
    Tatsächlich werden Systemressourcen wie WebKit separat gezählt, wodurch die App kleiner erscheint.
    Apple-Apps können unmöglich hundertmal kleiner sein als Google-Apps.

    • Safari verwendet WebKit als System-Framework und enthält deshalb im Wesentlichen nur den UI-Code.
    • Letztlich ist Safari nur ein Wrapper um die System-WebView, wodurch der Vergleich verzerrt wird.
  • Dass Android-Apps kleiner wirken als iOS-Apps, liegt an Unterschieden bei Aufbau und Messweise.
    Laut diesem SafetyDetectives-Report belegt Android nach der Installation tatsächlich nur etwa halb so viel Speicher wie iOS.
    Auch diese Analyse von Emerge Tools ist dazu lesenswert.

  • Früher war es erstaunlich, dass Gmail 1 GB Speicherplatz bot.
    Heute ist es schon ironisch, dass eine einzelne App selbst ungefähr so viel Platz belegt.