1 Punkte von GN⁺ 2026-01-06 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Die Hauptdomain annas-archive.org der beliebten Metasuchmaschine für Shadow Libraries wurde ohne Vorankündigung gesperrt und in den Status serverHold versetzt
  • Diese Maßnahme ist ein Verfahren des Domain-Registers (Public Interest Registry, PIR) und bedeutet, dass die Domain untersucht wird oder ausgesetzt ist
  • Die Betreiber erklären, dass die Maßnahme nichts mit dem kürzlich veröffentlichten 300-TB-Backup-Projekt von Spotify zu tun habe; die Website ist weiterhin über alternative Domains wie .li, .se, .in, .pm erreichbar
  • PIR antwortete auf eine Anfrage von TorrentFreak lediglich mit „Derzeit können wir dazu keinen Kommentar abgeben“; konkrete Gründe wie etwa eine gerichtliche Anordnung sind nicht bestätigt
  • Anna’s Archive war bereits in der Vergangenheit mehrfach von Domain-Sperren betroffen, konnte sich jedoch stets erholen und zeigt Widerstandsfähigkeit beim Weiterbetrieb trotz verschärfter Urheberrechtsdurchsetzung

Die Domain-Sperre von Anna’s Archive

  • Die Domain annas-archive.org ist weltweit nicht mehr erreichbar, der Domain-Status wurde auf serverHold geändert
    • Dieser Status wird direkt vom Domain-Register gesetzt und bedeutet, dass die Domain ausgesetzt ist und untersucht wird
    • Ähnliche Maßnahmen wurden in der Vergangenheit auch bei anderen Piratenseiten (pirate sites) angewandt
  • Dass eine solche Sperre bei einer .org-Domain erfolgt, ist selten; die zuständige Public Interest Registry (PIR) hatte in der Vergangenheit bereits Anträge auf Sperrung von thepiratebay.org abgelehnt
    • Angesichts der vorsichtigen Haltung von PIR wird die Möglichkeit aufgeworfen, dass die aktuelle Maßnahme auf einer gerichtlichen Anordnung beruhen könnte, der Artikel betont jedoch ausdrücklich, dass dafür keine Belege vorliegen
  • TorrentFreak fragte PIR nach der rechtlichen Grundlage; PIR-Marketingdirektorin Kendal Rowe antwortete, man könne sich „derzeit nicht dazu äußern“

Hintergrund und jüngste Aktivitäten von Anna’s Archive

  • Anna’s Archive ist eine Metasuchmaschine für Shadow Libraries, die Nutzern hilft, raubkopierte Bücher und Materialien zu finden
  • Sie wurde im Herbst 2022 kurz nach dem Vorgehen US-amerikanischer Behörden gegen Z-Library gestartet und bietet seither weiterhin Zugang zu frei verfügbaren Materialien
  • Die Seite stellt Materialien für das Training von KI-Forschung bereit und erstellt seit Kurzem zudem ein 300-TB-Backup von Spotify, das schrittweise veröffentlicht wird
  • Aufgrund dieser Aktivitäten wurde sie in mehreren Ländern gesperrt; außerdem wurde in den USA von OCLC Klage eingereicht wegen des Vorwurfs der unerlaubten Erfassung von 2,2 TB WorldCat-Daten

Ablauf der Sperrung und rechtlicher Kontext

  • Die aktuelle Sperrung erfolgte ohne Vorankündigung und wurde als direkte Maßnahme des Domain-Registers bestätigt
  • Der Artikel erwähnt die Möglichkeit, dass das Spotify-Backup-Projekt als Umgehung von DRM gewertet worden sein könnte und Rechteinhaber deshalb eine einstweilige Verfügung (injunction) beantragt haben könnten, Belege dafür gibt es jedoch nicht
  • Auch in der WorldCat-Klage hatte OCLC Maßnahmen gegen Vermittler wie das Domain-Register beantragt; im Artikel wird jedoch ausdrücklich festgehalten, dass das Gericht dies nicht genehmigt hat

Alternative Domains und weiterer Betrieb

  • Anna’s Archive war bereits früher von Domain-Sperren betroffen; die Seite wechselte einst von .org → .gs, bevor auch die .gs-Domain gesperrt wurde und man wieder zu .org zurückkehrte
  • Diesmal wurde über Reddit mitgeteilt: „Die .org-Domain wurde gesperrt, aber andere Domains funktionieren normal, und die aktuelle Adresse kann auf der Wikipedia-Seite überprüft werden
    • Die Betreiber betonen, „diese Art von Sperre ist bei Shadow Libraries üblich und hat nichts mit dem Spotify-Backup zu tun
  • Derzeit läuft die Website weiterhin unter den Domains .li, .se, .in, .pm, doch angesichts des anhaltenden rechtlichen Drucks bleibt die Stabilität ungewiss

Beständigkeit und Bedeutung von Anna’s Archive

  • Trotz wiederholter Domain-Sperren zeigt die Plattform ihre Fähigkeit zum Weiterbetrieb und ihre Resilienz
  • Auch in einem Umfeld verschärfter Urheberrechtsdurchsetzung verfolgt sie weiterhin eine Strategie zur Aufrechterhaltung des Zugangs über alternative Infrastruktur
  • Der Fall gilt zugleich als Hinweis auf mögliche Veränderungen in der Politik der .org-Verwaltung und auf die rechtliche Verwundbarkeit von Shadow Libraries

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