6 Punkte von GN⁺ 2026-01-03 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Interne Dokumente zeigen, dass Meta Betrugsanzeigen auf den eigenen Plattformen nicht nur löschte, sondern auch so anpasste, dass sie schwerer zu finden waren
  • Aus Sorge, dass Japans Regulierungsbehörden ein System zur Verifizierung der echten Identität von Werbekunden verlangen könnten, ergriff Meta Maßnahmen, die Zugänglichkeit für Regulierer und Medien zu verringern
  • Diese Maßnahme funktionierte erfolgreich über eine Bereinigung der Suchergebnisse (cleanup) und wurde später in ein „globales Playbook“ aufgenommen, das auf die USA, Europa, Indien, Australien, Brasilien und Thailand ausgeweitet wurde
  • Internen Schätzungen zufolge stammten rund 10 % des Umsatzes im Jahr 2024 aus Betrugsanzeigen und Werbung für verbotene Produkte; in China lag dieser Anteil bei rund 20 %
  • Die Werbetransparenz großer Plattformen und ihre Strategien zur Umgehung von Regulierung werden damit weltweit zu einem Problemfall

Metas Umgang mit Betrugsanzeigen

  • Laut einer Reuters-Recherche löschte Meta Betrugsanzeigen nicht einfach nur, sondern kombinierte dies mit Methoden, die es Behörden und Medien erschweren sollten, sie zu finden
    • Interne Dokumente zeigen, dass Meta befürchtete, japanische Regulierungsbehörden könnten ein System zur universellen Verifizierung von Werbekunden (universal advertiser verification) verlangen
    • Meta schätzte, dass dieses System Kosten von etwa 2 Milliarden Dollar und einen Umsatzrückgang von 5 % verursachen würde
  • Daraufhin ergriff Meta Maßnahmen, um die „Auffindbarkeit (discoverability)“ von Betrugsanzeigen zu verringern
    • Als Zielgruppen wurden ausdrücklich Regulierungsbehörden, Ermittler und Journalisten genannt

Ausweitung zum „globalen Playbook“

  • Laut internen Dokumenten nahm Meta die Bereinigung der Suchergebnisse (cleanup) nach deren Erfolg in ein „allgemeines globales Playbook (general global playbook)“ auf
    • Dieses Playbook wurde als unternehmensweite Richtlinie genutzt, um auf regulatorische Prüfung (regulatory scrutiny) zu reagieren
    • Der Anwendungsbereich wurde auf die USA, Europa, Indien, Australien, Brasilien und Thailand ausgeweitet

Umsatzstruktur und Anteil von Betrugsanzeigen

  • Laut früheren Reuters-Berichten schätzte Meta intern, dass rund 10 % des Umsatzes 2024 aus Betrugsanzeigen und Werbung für verbotene Produkte stammen würden
    • Meta erklärte später, diese Zahl sei „zu weit gefasst (overly broad)“ gewesen
  • Für den chinesischen Markt wurde ein Umsatzanteil von rund 20 % aus Betrugs- und verbotener Werbung gemeldet

Auswirkungen der Strategien zur Regulierungsumgehung

  • Metas interne Strategie wurde als systematisches Mittel zur Abschwächung regulatorischen Drucks genutzt
    • Reuters weist darauf hin, dass dieser Ansatz auch in anderen wichtigen Märkten wiederholt angewendet werde
  • Dadurch rücken globale Werbetransparenz, Plattformverantwortung und die Glaubwürdigkeit regulatorischer Reaktionen als zentrale Streitpunkte in den Fokus

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