4 Punkte von lifthrasiir 2019-08-06 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

Ein Zeichen, das an lateinische Buchstaben angehängt wird und in der Regel eine andere Aussprache anzeigt (das letzte e in café wäre ohne das Zeichen vermutlich stumm), nennt man ein diacritic. Üblicherweise wird das als „Ausspracheunterscheidungszeichen“ übersetzt, aber da es auch Fälle ohne Ausspracheunterschied gibt, ist das etwas unklar. Wie auch immer: Unter den diacritics wird das spitz V-förmige Zeichen ˇ Caron, Háček oder – nach seiner Form – Wedge genannt (dieser Ausdruck wird allerdings auch für das auf den Kopf gestellte ^ verwendet und ist daher nicht besonders gebräuchlich).

Háček stammt zwar aus dem Tschechischen, doch das im englischsprachigen Raum weiter verbreitete Wort Caron hat eine unklare Herkunft. Ausgerechnet ein Beleg aus dem Jahr 1967 soll der älteste sein. So kurios ist das, dass als wahrscheinlichste Etymologie ausgerechnet die fast scherzhafte Erklärung gilt, das Wort sei aus je einer Hälfte von Caret (^) und Macron (¯) zusammengesetzt worden. Eigentlich ist selbst „Scherz“ dafür nicht ganz passend, denn obwohl die Herkunft von Háček klar ist, tauchte auch dieses Wort erst 1951 auf. Daher ist es gut möglich, dass sich einfach eine von einigen Leuten eher beliebig vergebene Bezeichnung etabliert hat. Wie auch immer: Dieser Name mit unklarer Herkunft fand über Adobe Eingang in Unicode, und nun ist dieses Zeichen unabhängig von seiner Herkunft eben das Caron. Eine interessante Geschichte.

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