- Die ultraschallbasierte „Histotripsie“-Technologie erhält Aufmerksamkeit als inzisionsfreie Behandlungsmethode, die Tumoren ohne Hitze oder Strahlung zerstört
- Das Edison-System von HistoSonics überträgt fokussierten Ultraschall durch eine wassergefüllte Membran und erzeugt sowie kollabiert Blasen, um Krebszellen physisch zu zerstören
- Die Technologie hat eine FDA-Zulassung für die Behandlung von Leberkrebs erhalten, und für 2026 sind klinische Studien zu Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs geplant
- Es wurde auch beobachtet, dass die nach der Ultraschallzerstörung verbleibenden Tumorreste eine Immunreaktion anregen und so beim Angriff auf andere Krebszellen helfen
- Durch die Übernahme im Umfang von 2,25 Milliarden US-Dollar unter Beteiligung von Jeff Bezos und weiteren Investoren wird die Forschung und Entwicklung beschleunigt, während die Methode sich als neue Säule der nichtinvasiven Krebstherapie etabliert
Funktionsweise und Entwicklung der Histotripsie-Technologie
- Histotripsie ist eine Technik, die die Ausdehnung und den Kollaps von durch Ultraschall erzeugten Blasen (Kavitation) nutzt, um Tumorgewebe physisch zu zerlegen
- Kavitation galt früher als unvorhersehbarer und gefährlicher Nebeneffekt, doch ein Forschungsteam der University of Michigan entwickelte 2001 eine Methode, sie zu kontrollieren und damit Krebsgewebe zu zerstören
- In der frühen Forschung war die Schädigung gesunden Gewebes durch Wärmeentwicklung ein Problem, doch durch die Kombination extrem starker Ultraschallimpulse mit kurzen Pulsen und langen Abständen wurde eine Wärmeakkumulation verhindert
- Dieses Verfahren zerlegt Zellen mikroskopisch fein und verflüssigt das Gewebe, wodurch eine Form von Operation möglich wird, die Tumoren ohne Schnitte, Strahlung oder Hitze entfernt
HistoSonics und das Edison-System
- HistoSonics, gegründet 2009, entwickelte Ultraschallgeräte, um diese Technologie zu kommerzialisieren
- Das Edison-System überträgt fokussierten Ultraschall durch eine mit Wasser gefüllte Membran und bildet im Inneren Blasen, die den Tumor zerstören
- 2023 erhielt es die FDA-Zulassung für die Behandlung von Leberkrebs, und für 2026 sind der Abschluss einer klinischen Studie zu Nierenkrebs sowie eine groß angelegte Studie zu Bauchspeicheldrüsenkrebs geplant
- Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine tödliche Erkrankung mit einer Fünfjahresüberlebensrate von nur 13 %, sodass ein Erfolg einen großen medizinischen Fortschritt bedeuten könnte
Technische Merkmale und klinische Ergebnisse
- Das System von HistoSonics kombiniert robotische Steuerung und computergestützte Führungstechnologie, um eine präzise Behandlung zu ermöglichen
- Bei präziser Justierung werden Fasergewebe wie Blutgefäße nicht beschädigt, und das zerstörte Gewebe wird auf natürliche Weise vom Körper abgebaut
- In frühen klinischen Studien zu Bauchspeicheldrüsenkrebs gelang es, tiefliegende Tumoren mit fokussiertem Ultraschall zu entfernen
- Forschende der University of Washington bestätigten, dass diese Technologie Bauchspeicheldrüsentumoren entfernen kann und von Patienten gut vertragen wird
Immunreaktion und Möglichkeiten für Kombinationstherapien
- Es wurde beobachtet, dass Histotripsie eine Immunreaktion anregt und dadurch beim Angriff auf Krebszellen hilft, die der Ultraschall nicht direkt erreicht
- Nach der Tumorzerstörung verbleibende Proteinfragmente helfen dem Immunsystem dabei, Krebszellen zu erkennen
- Forschende untersuchen Möglichkeiten, diesen Effekt durch die Kombination mit Immuntherapien zu verstärken
Weitere Forschung und industrielle Expansion
- Im August 2025 übernahm ein Investorenkonsortium unter Beteiligung von Jeff Bezos und weiteren Investoren HistoSonics für 2,25 Milliarden US-Dollar, wodurch Mittel für Forschung und Entwicklung gesichert wurden
- Ingenieure entwickeln derzeit ein röntgenbasiertes Führungssystem anstelle von Ultraschallbildgebung sowie Echtzeit-Feedbackfunktionen
- Dazu gehört eine Funktion, die durch die Analyse von Ultraschallechos den Grad der Gewebezerstörung in Echtzeit anzeigt
- Wenn diese Fortschritte realisiert werden, könnte Histotripsie über Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse hinaus bei vielen weiteren Krebsarten eingesetzt werden
- Eine Technologie, die aus der Forschung zu einfachen Blasenphänomenen hervorgegangen ist, dürfte sich als neue Säule der nichtinvasiven Medizin etablieren
Noch keine Kommentare.