„Wer einen Monat lang keine AI-News verfolgt, fällt zurück“: Das Eingeständnis von Google-Mitgründer Sergey Brin
(aisparkup.com)Google-Mitgründer Sergey Brin äußerte sich bei der 100-Jahr-Feier der Stanford School of Engineering.
Wichtigste Punkte:
- Brin betonte das Tempo des AI-Wettbewerbs und sagte, „wer einen Monat lang keine AI-News verfolgt, fällt komplett zurück“.
- Er räumte offen ein, dass Google zu wenig in AI investiert und Chancen verpasst habe: Vor acht Jahren habe Google das Potenzial des veröffentlichten Transformer-Papers nicht richtig erkannt und den Ausbau der Computing-Ressourcen vernachlässigt. „In gewisser Hinsicht haben wir definitiv Fehler gemacht“, gestand er.
- Der wichtigste Grund sei Angst und übertriebene Vorsicht gewesen: Aus Sorge, ein Chatbot könnte „Unsinn reden“, habe man gezögert, unvollständige AI zu veröffentlichen. Dadurch habe sich das Innovationstempo verlangsamt.
- OpenAI ging dagegen entschlossen vor: Brin lobte das als „wirklich klugen Einblick“. Besonders schmerzhaft sei gewesen, dass zentrale Google-Forscher (z. B. Ilya Sutskever) zu OpenAI wechselten und dort den Erfolg mitprägten.
- Das erkläre auch, warum Googles jüngste Änderungen an der AI-Suche plötzlich und wenig konsistent wirkten: Nach langem Zögern versuche man nun hastig aufzuholen, was als Nebeneffekt zu Schwankungen in der Suche führe.
- Googles Stärken seien weiterhin vorhanden: langjährige AI-Forschung in Bereichen wie Deep-Learning-Algorithmen, neuronale Netze, R&D, Rechenzentren und Halbleiter.
- Unsicherheit über die Zukunft von AI: Auch Brin selbst sagte offen, „gibt es Grenzen der Intelligenz? Kann AI den Menschen übertreffen? Wir wissen es einfach nicht.“
- Interessante Randnotiz: Brin nutzt im Auto häufig Gemini Live und sagte, die derzeit öffentliche Version sei ein „uraltes Modell“; in einigen Wochen komme eine deutlich bessere Version.
Gesamtbotschaft: Das Größenparadox großer Unternehmen – sie haben viele Ressourcen, fühlen aber auch, dass sie viel zu verlieren haben, und zögern deshalb bei mutigen Experimenten, wodurch Chancen verpasst werden. Startups wie OpenAI, die nichts zu verlieren haben, gingen Risiken ein und veränderten die Branche. Google ist nun im Aufholmodus, doch das Tempo bei AI ist so hoch, dass das Risiko, zurückzufallen, groß bleibt.
Quelle: Video der Stanford-Veranstaltung und zugehörige Artikel.
Noch keine Kommentare.