1 Punkte von GN⁺ 2025-12-23 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Das US-Innenministerium (Department of the Interior) hat angekündigt, die Pachtverträge und den Bau von fünf laufenden Offshore-Windparks vollständig zu stoppen
  • Das Innenministerium beruft sich auf einen geheimen Analysebericht des Verteidigungsministeriums (Department of Defense) und behauptet ein „Risiko für die nationale Sicherheit“
  • Zu den betroffenen Vorhaben zählen große Projekte wie Empire Wind, Revolution Wind, Sunrise Wind, Vineyard Wind 1, Coastal Virginia Offshore Wind
  • Einige Projekte befinden sich bereits unmittelbar vor der Fertigstellung, und die betroffenen Bundesstaaten sowie Unternehmen prüfen rechtliche Schritte
  • Die Maßnahme wird als Versuch kritisiert, eine bereits gerichtlich aufgehobene frühere Executive Order zu umgehen, und verstärkt die Unsicherheit in der US-Politik für erneuerbare Energien

Ankündigung eines vollständigen Baustopps für Offshore-Windkraft

  • Das US-Innenministerium hat bekannt gegeben, die Pachtverträge und Genehmigungen von fünf Offshore-Windparks, die sich derzeit im Bau befinden, vorübergehend auszusetzen
    • Bei den betroffenen Projekten sind Offshore- und Onshore-Anlagen bereits zu großen Teilen installiert, einige stehen kurz vor dem Abschluss
    • Als Grundlage für die Maßnahme verweist das Innenministerium auf einen geheimen Bericht des Verteidigungsministeriums, dessen konkrete Inhalte nicht veröffentlicht werden
  • Das Innenministerium erklärte, der Bericht habe auf ein „Risiko für die nationale Sicherheit“ hingewiesen; Kritiker sehen darin eine Maßnahme zur Umgehung rechtlicher Überprüfung

Der ablehnende Kurs der Trump-Regierung gegenüber Offshore-Windkraft

  • Die zweite Trump-Regierung vertrat bereits ab dem ersten Amtstag eine feindliche Haltung gegenüber der Offshore-Windkraft und erließ eine Executive Order, die die Genehmigung neuer Projekte vorübergehend stoppte
  • Anfang Dezember erklärte ein Gericht diese Executive Order jedoch für unwirksam und urteilte, dass die Regierung das zugesagte Neubewertungsverfahren nicht durchgeführt habe
  • Dennoch hat die Regierung selbst bereits genehmigte Projekte immer wieder unregelmäßig gestoppt

Die fünf betroffenen Projekte

  • Coastal Virginia Offshore Wind: 2,6-GW-Projekt vor der Küste Virginias, Onshore-Anlagen und Offshore-Gründungsarbeiten abgeschlossen
  • Empire Wind: 810-MW-Projekt vor den Küsten von New York und New Jersey, in einer frühen Bauphase
  • Revolution Wind: 700-MW-Projekt in den Gewässern vor Connecticut und Rhode Island, zu 80 % fertiggestellt und kurz vor dem Abschluss
  • Sunrise Wind: 925-MW-Projekt nahe Long Island, Bau der Onshore-Netzanbindung läuft
  • Vineyard Wind 1: 800-MW-Projekt südlich von Massachusetts, Fertigstellung noch in diesem Jahr geplant

Als „geheim“ eingestufte Risikofaktoren

  • Das Innenministerium erwähnte, dass Windturbinen die Radarerkennung stören könnten, was allerdings bereits bekannt ist
  • Innenminister Doug Burgum verwies auf die „rasante Weiterentwicklung gegnerischer Technologien“, doch die Analyse des Verteidigungsministeriums ist als geheim eingestuft und kann nicht veröffentlicht werden
  • Dadurch könnte eine rechtliche Anfechtung erschwert werden, während unklar bleibt, welches konkrete Risiko tatsächlich besteht

Widerstand von Bundesstaaten und Unternehmen

  • Connecticuts Generalstaatsanwalt William Tong kritisierte die Maßnahme als „Neuauflage einer rechtswidrigen und willkürlichen Anordnung zum Baustopp
    • Er erklärte, dass ein Gericht die frühere Anordnung bereits gestoppt habe und die aktuelle Maßnahme ein Versuch sei, dieses Urteil zu umgehen
    • Die Behörden des Bundesstaats prüfen derzeit rechtliche Gegenmaßnahmen
  • Die beteiligten Unternehmen haben den Großteil der Finanzierung bereits investiert und hoffen darauf, ihre Investitionen über den Betrieb der Kraftwerke zurückzugewinnen

Fehlende Konsistenz der Regierung und politische Unsicherheit

  • In zwei früheren Rechtsstreitigkeiten unterlag die Regierung jeweils vor Gericht und konnte keine substanzielle Grundlage für den Politikwechsel vorlegen
  • Laut Gerichtsunterlagen gibt es im Entscheidungsprozess der Regierung keinen klaren Grund außer der persönlichen Abneigung des Präsidenten
  • Ob sich die aktuelle geheime Bewertung substanziell von früheren unterscheidet, ist unklar; sicher ist lediglich, dass der Zugang zu Informationen schwieriger geworden ist

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