- In Montgomery County im US-Bundesstaat Ohio wurden über einen Zeitraum von sechs Jahren 246 tödlich verunglückte Fahrer untersucht; 41,9 % wiesen aktives THC im Blut auf
- Die durchschnittliche THC-Konzentration betrug 30,7 ng/mL und lag damit deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten für das Fahren in den meisten Bundesstaaten (2–5 ng/mL)
- Auch nach der Legalisierung von Cannabis in Ohio im Jahr 2023 gab es keinen signifikanten Wandel beim Anteil der THC-positiven Fälle
- Die Forschenden betonten, dass Warnhinweise zu den Risiken des Fahrens nach dem Konsum von Cannabis verstärkt werden müssen
- Unabhängig von der Legalisierung bleibt Fahren nach Cannabiskonsum ein anhaltendes Risiko für die öffentliche Gesundheit
Überblick über die Studie
- Die Studie soll auf dem Clinical Congress 2025 des American College of Surgeons (ACS) vorgestellt werden
- Analysiert wurden die Gerichtsmedizin-Unterlagen von Montgomery County, Ohio (Januar 2019 bis September 2024), um bei 246 tödlich verunglückten Fahrern das Vorhandensein von THC zu untersuchen
- Der Untersuchungszeitraum umfasst auch die Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch in Ohio im Jahr 2023
- Im Rahmen der gerichtsmedizinischen Untersuchung entnommenes Blut wurde innerhalb weniger Stunden nach dem Tod analysiert und bildet den Zustand zum Unfallzeitpunkt daher präzise ab
Zentrale Ergebnisse
- 41,9 % (103 Personen) der Fahrer wurden positiv auf THC getestet; der Jahresanteil lag zwischen 25,7 % und 48,9 %
- Der Anteil THC-positiver Fälle vor und nach der Legalisierung lag bei 42,1 % gegenüber 45,2 %; ein statistisch signifikanter Unterschied bestand nicht
- Die durchschnittliche THC-Konzentration im Blut von 30,7 ng/mL lag deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten der meisten Bundesstaaten (2–5 ng/mL)
- In der Analyse über sechs Jahre blieb die THC-Nachweisrate konstant hoch, ohne rückläufigen Trend
Aussagen der Forschenden
- Der leitende Forscher Professor Akpofure P. Ekeh erklärte, dass „ein Durchschnittswert von 30,7 ng/mL darauf hindeutet, dass Cannabis kurz vor dem Fahren inhaliert wurde und nicht bloß Restwerte, sondern jüngsten Konsum widerspiegelt“
- Er wies darauf hin, dass es „in den vergangenen Jahren zwar viel Kommunikation rund um die Legalisierung für den Freizeitgebrauch gab, die begleitenden Botschaften des öffentlichen Gesundheitsschutzes zu den Risiken jedoch unzureichend waren“
- Er betonte zudem: „Nach dem Rauchen von Cannabis zu fahren ist genauso wie Trunkenheit am Steuer etwas, das man niemals tun sollte“
Bedeutung der Studie
- Es wurde bestätigt, dass die Legalisierung von Cannabis keinen Einfluss auf die Zahl THC-bezogener Verkehrstoter hatte
- Das Risiko des Fahrens nach Cannabiskonsum besteht weiterhin auf ernstem Niveau
- Die Forschenden verweisen auf die Notwendigkeit verstärkter Kampagnen zur öffentlichen Sicherheit und eines besseren Bewusstseins bei Fahrern
Weitere Informationen
- Mitautorinnen und Mitautoren sind Lois Nguapa, Clara Mussin Phillips und Ann Cardosi
- Der Titel der Studie lautet “Cannabis Prevalence in Drivers Involved in Motor Vehicle Crash Fatalities over a 6-Year Period”
- Bei der Arbeit handelt es sich um eine als Abstract präsentierte Studie im ACS Clinical Congress Scientific Forum; ein Peer Review hat bislang noch nicht stattgefunden
Noch keine Kommentare.