8-Bit-Boléro
(linusakesson.net)- Ein Projekt, bei dem Maurice Ravels „Boléro“ mit mehreren selbstgebauten 8-Bit-Instrumenten aufgeführt wird und die Verbindung von elektronischer Musik und Klassik zeigt
- Insgesamt kamen 9 Instrumente, 52 Mischpultkanäle, 13 Krawatten und Fliegen sowie 1 Otamatone zum Einsatz
- Die Herstellung dauerte etwa mehr als ein halbes Jahr, und der Großteil von Video und Ton wurde simultan aufgenommen
- Der Klang der NES-Pauke wurde mit einem nichtlinearen Widerstandsnetzwerk realisiert, das Dreieckswelle und ADPCM-Kanal kombiniert
- Ein Beispiel dafür, die Grenzen des 8-Bit-Musikausdrucks zu erweitern – durch komplexe Hardware und kreatives Sounddesign
Projektüberblick
- Ein Videoprojekt, in dem Maurice Ravels „Boléro“ mit verschiedenen selbstgebauten 8-Bit-Instrumenten aufgeführt wird
- Aufführung, Aufnahme und Videoschnitt wurden komplett eigenständig durchgeführt
- Bis zur Fertigstellung dauerte es mehr als etwa 6 Monate
- Die fertige Aufnahme wurde als MP3-Datei (26,2 MB) veröffentlicht
Produktionsstatistik und Aufbau
- Insgesamt wurden 9 Stunden 42 Minuten Videomaterial, 52 Mischpultkanäle, 13 Krawatten und Fliegen, 9 Instrumente und 1 Otamatone verwendet
- Im gesamten Projekt wurden die Grenzen von Werkzeugen und Produktionsmethoden getestet
- Trotz groß angelegtem Mixing und Videoschnitt konnte das Ergebnis mit nur einigen kleineren Anpassungen fertiggestellt werden
Verwendete Instrumente
- Qweremin (breadbin / regular C64C / dark C64C)
- Qwertuoso (breadbin)
- Paulimba
- Tenor Commodordion
- Family Bass (dieses Mal nicht als Bass verwendet)
- Floppy-Drive-Geräuscheinstrument (1541 / 1541-II)
- C=TAR
- Chipophone
- NES-Pauke (neues Instrument)
Technische Umsetzung der NES-Pauke
- Durch die Kombination aus der triangle wave des NES und dem ADPCM-Sample-Kanal wird einem Kanal ohne Lautstärkeregelung ein Envelope-Effekt verliehen
- Die beiden Kanäle werden über ein nichtlineares Widerstandsnetzwerk gemischt; der Output wird in der Form ((adpcm+triangle)⁻¹ + C)⁻¹ berechnet
- Durch das Hinzufügen eines DC-Offsets zum Sample-Kanal wird der Grad der Kompression der Dreieckswelle gesteuert
Aufnahme- und Videoproduktion
- Die meisten Szenen wurden gleichzeitig mit Bild und Ton aufgenommen
- Das Otamatone wurde jedoch dank seiner reproduzierbaren Performance pro Hardware-Sektion separat aufgenommen und anschließend gemischt
- Das visuelle Material wurde mit separat aufgenommenen Szenen kombiniert
- Das Otamatone ist auf dem originalen C64-Gehäuse montiert
Reaktionen
- In den Kommentaren häuften sich großes Lob wie „erstaunliche Kunstfertigkeit und technische Stärke“ und „der Höhepunkt menschlicher Kreativität im Zeitalter der AI-Musik“
- Mehrere Nutzer äußerten Nostalgie und Bewunderung und nannten es „das beste Projekt, das ich dieses Jahr gesehen habe“
- Einige erwähnten außerdem, dass es an Game-Musik aus der Super-NES-Ära erinnert
Bedeutung
- Durch die Neuinterpretation klassischer Musik mit 8-Bit-Hardware wird das künstlerische Potenzial retrofuturistischer Technik belegt
- Durch komplexe Hardware-Steuerung und präzises Mixing wird eine Verschmelzung von elektronischer Musik und mechanischer Performance umgesetzt
- Ein Beispiel, das DIY-Elektronikmusiker und Hardware-Enthusiasten technisch wie kreativ inspirieren kann
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Ravel soll das gehört und gesagt haben: „Sie hat dieses Stück verstanden.“
Boléro-Wikipedia-Artikel
Es gibt viele Diskussionen darüber, ob die sich wiederholenden rhythmischen Muster mit seinem neurologischen Zustand zusammenhingen.
Zugehöriger Artikel
Es heißt The Commodordion.
Projektseite
Direktlink für Ungeduldige: YouTube-Link
Qweremin: C64-Theremin Link
Qwertar: C64-Keytar Link
Eine wirklich großartige Serie.
Qweremin-Seite
Wirklich genial.
Die ausführbare Datei für den C64 ist veröffentlicht, aber es gibt keinen Quellcode, daher kennt man das genaue Key-Mapping nicht.
Stattdessen habe ich ein paar Materialien gefunden, die als Referenz dienen können.
Videobeispiel / Wiki-Erklärung / Web-Simulator / Klangbeispiele
Ich wollte das auch posten, habe aber gezögert, weil es vielleicht schon zu viele Musikvideos gibt.
Ich gehöre zur LOAD "*", 8, 1-Generation, und das hier ist wirklich großartig.
Besonders lustig fand ich, dass er im Video für jeden Part einen anderen Krawattenstil trägt.
Bei solchen Projekten ist das die wichtigste Zahl.
Wenn es „0 regrets“ sind, hat er seine Leidenschaft wohl noch nicht verloren.
Am Ende war es „≤0 regrets“.
Auf dem Foto sah es einfach wie eine Melamin-Sperrholzplatte aus.
Fotolink
Foto des automatischen Schlagwerks
YouTube-Link
Video der Kazoo-Version